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Technologie
Amazon Moments: Seiten und Apps spendieren Produkte für Engagement

Amazon Moments: Seiten und Apps spendieren Produkte für Engagement

Niklas Lewanczik | 15.02.19

Amazon launcht Moments. Über diese Option können App-Entwickler und Seiten digitale und physische Produkte als Belohnung für Engagement anbieten.

App-Entwickler und Webmaster haben jetzt die Option mit Amazon zu kooperieren, um das Engagement der Nutzer deutlich zu steigern. Mit dem Tool Moments können über Amazon personalisierte Belohnungen an Nutzer vergeben werden, die bestimmte Anforderungen im Rahmen der Interaktion mit einer App oder Website erfüllen. Dieses Belohnungsprogramm könnte sich langfristig auszahlen.

Amazon Moments erfreut loyale Nutzer in 100 Ländern

Für gesteigertes Engagement in Apps und auf Websites müssen zwangsläufig Anreize geschaffen werden. Entweder sind das neue Features, optimierte oder sogar exklusive Inhalte oder womöglich Optionen, die dem User einen speziellen Vorteil verschaffen. Nun können App-Entwickler und Seitenbetreiber auf ein Tool von Amazon zurückgreifen, um ihre Nutzer für ihr Engagement zu belohnen. Denn mit Amazon Moments können von nun an in 100 Ländern auf den User zugeschnittene digitale Items oder physische Produkte an all jene gesendet werden, die bestimmte Nutzungsmuster aufweisen. Auf diese Weise möchte Amazon Apps und Websites die Chance liefern deren Nutzung deutlich zu steigern. So berichtet das Unternehmen beispielhaft von einem Streamingdienst, der Produkte im Wert von zehn US-Dollar als Belohnung angesetzt und daraufhin die Wahrscheinlichkeit der Rückgewinnung von Abonnenten verdoppelt hatte.

Ad Ages Garett Sloane sieht auch die Möglichkeit, bestimmte Anforderungen an die Nutzer zu stellen, um Produkte oder Vorteile zu erhalten. So könnten Streamingdienste für das Hören von mehreren Stunden Musik am Stück gratis Kopfhörer verschicken. Von diesem Prinzip profitieren dann alle Parteien. Der User erhält ein Produkt, für das er mit seinem Engagement, also auch seiner Zeit und potentiell weitergegebenen Nutzungsdaten, zahlt. Auf der anderen Seite sind gerade diese Daten und das gesteigerte Engagement für Apps und Seiten wertvoller als die ausgegebenen Produkte. Denn sie ermöglichen die Gewinnung von mehr Werbekunden und sorgen für eine Stabilisierung der eigenen Relevanz im digitalen Raum. Amazon gewinnt schließlich, weil dessen Tool genutzt und über die ohnehin marktbeherrschende Plattform eine Reihe an Produkten versendet wird.

Grafik Amazon Moments-Optionen
Das Belohnungsprogramm Moments bei Amazon (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Amazon

Marketing-Möglichkeiten dank Moments

Das Programm von Amazon Moments läuft automatisiert ab. Die App- oder Website-Beitreiber zahlen Amazon dann Geld, wenn der User seine verdiente Belohnung in Form eines Produkts akzeptiert. Damit herrscht ein Cost-per-Action-Modell vor. Weiterhin können die Tool-Nutzer den glücklichen Usern dann sogar eine Auswahl an Produkten bei Amazon vorstellen, die als Belohnung angeboten werden.

Grafik Amazon Moments-Kampagne
So wird eine Moments-Kampagne aufgesetzt (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Amazon

Implementieren lässt sich das Tool über iOS, Android, FireOS oder im Web. Ein User Guide Amazons gibt alle weiteren wichtigen Hinweise für Unternehmen, Publisher und Entwickler, die sich daran versuchen möchten. Darin wird auch klargestellt, dass ein kostenloses Produkt in der Regel besser angenommen wird als Gutscheine für Amazon. Allerdings müssen die App- und Seitenbetreiber ihre Moments selbst definieren, um das Belohnungssystem zu strukturieren. Amazon schlägt beispielsweise A/B-Testing vor.

Mit dem Launch von Moments hat sich Amazon clever eine potentiell marketingrelevante Verbindung zu Apps und Websites gesichert. Denn das Belohnungssystem bedeutet auch für die Produktanbieter eine weitere Absatzmöglichkeit; hier könnten künftig lukrative Kooperationen mit Amazon und den Tool-Nutzern eingegangen werden. Außerdem ist denkbar, dass Amazon sich im Zuge dieser Entwicklung eine bessere Position beim In-App Marketing erarbeitet. Die Kombination von Amazon Ads auf Seiten und in Apps mit der Möglichkeit, ähnliche Produkte durch mehr Engagement für „umsonst“ zu erhalten, könnte für Nutzer verführerisch und für Amazons Werbenetzwerk effektiv sein.

Erste prominente Moments-Nutzer

Die Washington Post zählt zu den Unternehmen, die Amazon Moments bereits für sich nutzen, um User stärker zu animieren. Diese Verbindung ist wenig überraschend, da die Zeitung Jeff Bezos gehört. Doch auch Disney Heroes Battle Mode, Sago Mini, Bravo, Sony Crackle oder aber TikTok nutzen Moments. TikTok hatte User mit Produkten belohnt, sobald diese die relativ junge App heruntergeladen und Videos geteilt hatten. In diesem Moment mag man eine weitere Ursache für das schnelle Wachstum der populären App sehen.

Amazon was a terrific supporter of TikTok during our recent New Year campaign, wherein we were an early adopter of Amazon’s merch solutions. TikTok continues to work closely with them on innovative marketing initiatives like Amazon Moments while expanding our global footprint,

gibt das Unternehmen dazu an. Die Möglichkeiten für App- oder Seitenbetreiber sind vielfältig. Das Engagement kann gestärkt, Abonnements vervielfacht, die Monetarisierung optimiert werden. Künftig dürften weitere Unternehmen auf dieses simple System zurückgreifen, um die Nutzer (inter)aktiv zu halten. Damit wird jedoch Amazons Marktmacht weiter zementiert. Dies zeigt, dass die großen Tech-Player, die ihre Lösungen für digitales Marketing anbieten, nur weiter wachsen werden. Nicht aber, ohne, dass andere Apps und Websites profitieren – und mit Moments noch viele User dazu. Dass die Belohnungen jedoch nichts kosten, ist angesichts des Werts von Nutzerdaten eher illusorisch.

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