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Weitere Preissteigerung bei X: So absurd teuer sind jetzt Link Posts über Dritte

Weitere Preissteigerung bei X: So absurd teuer sind jetzt Link Posts über Dritte

Larissa Ceccio | 23.04.26

In nur drei Jahren hat X die API-Preise für externe Tools massiv erhöht. Link Posts kosten jetzt bis zu 0,20 Dollar pro Beitrag, jeder API Call extra. Und dann zeigen auch noch Daten des Nieman Lab der Harvard University, dass Links auf X oft weniger Engagement erzielen.

Seit Elon Musk der Inhaber von X ist, hat die Plattform die Preisstruktur ihrer Schnittstelle für externe Tools (API) mehrfach verschärft. Der ursprünglich weitgehend kostenlose Zugang wurde 2023 gestrichen. Danach führte X ein kostenpflichtiges Tier-Modell ein, das im Pro-Tarif bei rund 5.000 US-Dollar pro Monat startet und im Enterprise-Bereich etwa 42.000 US-Dollar erreicht. Inzwischen setzt X zusätzlich auf nutzungsbasierte Abrechnung, bei der einzelne API-Aufrufe separat berechnet werden. Für Unternehmen, Entwickler:innen und Creator, die auf X aktiv sind und automatisierte Tools nutzen, sind Link Posts inzwischen daher extrem teuer. Und jetzt gab es nochmal eine Preissteigerung.



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© X via Canva


So teuer sind automatisierte Link Posts auf X jetzt

Seit dem 20. April 2026 liegt der Preis für einen API-basierten Post laut X bei rund 0,015 US-Dollar. Für Posts mit URL werden 0,20 US-Dollar pro Beitrag fällig. Gleichzeitig sind zentrale Interaktionen wie Likes, Follows oder Quote Posts über die API in vielen Self-Serve-Tarifen gestrichen worden. Auch bei Lesezugriffen fällt inzwischen eine nutzungsbasierte Gebühr von etwa 0,001 US-Dollar pro Datenabruf an.

Da Link Posts mehrere API Calls auslösen, etwa für Vorschauen oder zusätzliche Daten, steigen die Kosten bei automatisierten Workflows schnell. Aus einem kostenlosen Distributionskanal ist so in wenigen Jahren ein krasser Kostenfaktor geworden, der mit dem neuen Preismodell weiter wächst– und für viele kaum noch tragbar sein dürfte. Einige Publisher berichten von möglichen Preissteigerungen von rund 1.900 Prozent, etwa Caschys Blog und MARES Media. Die Zahl basiert auf individuellen Berechnungen, ist jedoch keine offizielle Angabe von X.

Link Posts auf X: teuer und wirkungslos?

Neben den steigenden Kosten wird auch die Performance von Link Posts auf X zunehmend hinterfragt. Eine Analyse des Nieman Lab der Harvard University auf Basis von Tausenden Posts von 18 Publisher Accounts zeigt, dass Beiträge mit externen Links im Schnitt deutlich weniger Engagement erzielen als Posts ohne Verlinkung. Selbst Accounts mit Millionenpublikum wie der der New York Times liegen dabei teils weit hinter kleineren Accounts zurück, die komplett auf externe Links verzichten. The Verge führt die geringere Performance von Link Posts auf die Funktionsweise des Feeds zurück. Sobald Inhalte Nutzer:innen aus X herausführen, könnte die Interaktion im Feed sinken und damit auch die Reichweite. Link Posts würden deshalb häufig schlechter abschneiden. Wie aus der Offenlegung der Ranking-Faktoren hervorgeht, priorisiert die Plattform Inhalte, die Nutzer:innen länger binden und zu Interaktionen anregen.

Nikita Bier, Head of Product bei X, widerspricht dieser Analyse und nennt andere Ursachen. Entscheidend seien aus seiner Sicht unter anderem Paywalls wie bei der New York Times sowie die Qualität und Aufbereitung der Beiträge. Gleichzeitig erklärt er, dass Link Posts oft deshalb schlechter performen, weil der integrierte Browser den eigentlichen Post überlagere und Interaktionen ausbleiben könnten. Gemeint ist eine Anpassung aus Oktober 2025: X blendet Link Posts beim Öffnen eines Links am unteren Bildschirmrand ein, damit Interaktionen weiter möglich bleiben.

Wer auf X auf Automatisierung setzt, kommt spätestens jetzt an der Kostenfrage nicht mehr vorbei. Viele betroffene Accounts haben ihre Link-Strategie bereits angepasst oder eingeschränkt, einige X ganz aus ihrem Portfolio gestrichen.

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