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Social Media Marketing
Nach Newsletter-Aus: Unternehmen können Kundschaft wieder proaktiv bei WhatsApp anschreiben
© MessengerPeople, WhatsApp, Adobe Stock

Nach Newsletter-Aus: Unternehmen können Kundschaft wieder proaktiv bei WhatsApp anschreiben

Niklas Lewanczik | 29.06.21

Über ein neues Nachrichtenformat bei WhatsApp kann jedes Business Kund:innen wieder direkt informative Nachrichten zu Produkten und News senden. Dabei müssen aber einige Regeln und auch Kosten beachtet werden.

Es gibt gute Neuigkeiten für alle Unternehmen, die WhatsApp Business nutzen. Denn das Unternehmen hat nun auch in Deutschland die sogenannten Non-Transactional Notifications eingeführt, die in ihrer Funktionsweise stark an die populären WhatsApp Newsletter, die seit Ende 2019 verboten sind, erinnern. Über die WhatsApp API lassen sich nun Produktempfehlungen basierend auf vergangenen Einkäufen, Angebote oder Informationen an die Kund:innen senden. Damit die Unternehmen diese Option aber überhaupt nutzen können, müssen sie eine spezifische Datenschutzregel beachten – und komplett kostenlos ist das Feature auch nicht.

Kund:innenkommunikation bei WhatsApp dank neuer Features stark optimiert

WhatsApp ist die größte Messaging App der Welt. Über zwei Milliarden User kann Facebooks Tochterunternehmen verzeichnen, und die Features in der App gehen längst über den einfachen Nachrichtenaustausch hinaus. Selbst ein Payment für WhatsApp steht im Raum und wurde zuletzt wieder im Testmarkt Brasilien eingeführt. Vor wenigen Jahren konnten Unternehmen via WhatsApp sogar Newsletter verschicken, was jedoch nach dem Missbrauch von Massennachrichten und anderen Richtlinienverstößen nicht mehr möglich war. Seither konnten die Businesses nur auf eingeschränkte Nachrichtenvorlagen zurückgreifen.

Jetzt kommt aber eine Alternative. MessengerPeople berichtet, dass bei WhatsApp Business ab sofort wieder eine Form der proaktiven Ansprache der Kundschaft möglich ist. Nach ersten Tests in Indonesien und Mexiko werden die Non-Transactional Notifications nun auch in Deutschland ausgerollt. Außerdem sind sie in den folgenden Märkten verfügbar: Singapur, Malaysia, Südafrika, Vereinigte Arabische Emirate, Russland, Saudi-Arabien, Israel, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Spanien, Italien, Nigeria, Ägypten, Brasilien, Kolumbien, Jamaika und USA. Matthias Mehner, Messaging-Experte, Geschäftsführer und CMO von MessengerPeople, erklärt:

Mit der neuen Art von proaktiven WhatsApp-Benachrichtigungen erweitert WhatsApp seinen Fokus, um WhatsApp als unverzichtbares Werkzeug für die gesamte Customer Journey zu etablieren. Für uns ist das ein großer Schritt in Richtung eines echten Conversational-Commerce-Angebots […].

Möglich sind damit Alert-Nachrichten für neue Lagerbestände, Reminder für Nachbestellungen, personalisierte Produktempfehlungen oder Nachrichten mit Informationen zu aktuellen Rabatten. Kund:innen können sich darüber hinaus für Alerts zu Preisänderungen oder News des Unternehmens anmelden.

WhatsApp Ansprache für Unternehmen jetzt wieder möglich
WhatsApp: Ansprache für Unternehmen jetzt wieder möglich, © MessengerPeople, WhatsApp, Adobe Stock

Ein Opt-in der Kund:innen ist unerlässlich für das neue WhatsApp Feature

Anmelden ist das Stichwort: Unternehmen dürfen das neue Nachrichtenformat nur einsetzen, wenn sie ein Opt-in der Nutzer:innen erhalten haben, die sie benachrichtigen möchten. Diese Opt-ins müssen WhatsApps Opt-in-Richtlinien und zugleich den im eigenen Land geltenden Gesetzgebungen, beziehungsweise in der EU auch der DSGVO, gerecht werden. Auch eine einfache Option zum Opt-out muss bereitgestellt werden, wie Mehner in seinem ausführlichen Blogpost zum Thema angibt.

Sign-up bei WhatsApp für Unternehmensnachrichten
Sign-up bei WhatsApp für Unternehmensnachrichten, © MessengerPeople, WhatsApp, Adobe Stock

Wenn User die Nachrichten für unangemessen halten (obwohl sie sich dafür angemeldet haben), können sie ein Business einfach melden. Damit die Erfahrung für die User – und letztlich die Unternehmen selbst – wirklich wertvoll ist, prüft WhatsApp jedes Nachrichten-Template, das ein Business im Rahmen des neuen Features erstellt. So soll ebenfalls gegen Spam und unseriöse Inhalte vorgegangen werden. Matthias Mehner rät zudem auf dem MessengerPeople Blog dazu, sicherzustellen, dass Kund:innen:

  1. eine Nachricht erwarten
  2. personalisierte Nachrichten erhalten, die Relevanz für die einzelnen Besendeten haben
  3. Unternehmensnachrichten rechtzeitig (nach einer Interaktion) erhalten

Informationen zur Implementierung und Freigabe von WhatsApp Notifications kannst du etwa in einem weiteren Blogpost von Matthias Mehner nachlesen.

Gibt es also wieder einen WhatsApp Newsletter?

Die Frage, die sich Unternehmen nun womöglich stellen, ist, inwiefern die Non-transactional Notifications dem alten Newsletter-Format bei WhatsApp ähneln. Auf die Nachfrage, ob es also quasi wieder einen solchen Newsletter gibt, erklärt Matthias Mehner gegenüber OnlineMarketing.de:

Die WhatsApp Newsletter waren ja eher so ein Graubereich. Der Unterschied zu heute besteht darin, dass es jetzt explizit von WhatsApp erlaubt ist, aber auch die Qualität der Nachrichten viel strenger überwacht wird. Das Prinzip Unternehmen schickt Informationen per WhatsApp an seine Kund:innen könnte man aber so mit früher vergleichen, ja.

Egal wie man es nennt, das neue Feature kommt für Unternehmen also so nah einen Newsletter in der Messaging App heran wie nur möglich. Deshalb sollte die Nutzung bei jedem Business zumindest in Betracht gezogen werden, um die Kund:innenkommunikation im Messenger Marketing weiter zu optimieren.

Zu beachten gilt es dabei aber, dass die WhatsApp Notifications nicht völlig kostenlos sind. Während Kund:innen kostenfrei an Unternehmen schreiben können, müssen letztere für den Versand solcher Notifications zahlen, wenn diese außerhalb eines 24-Stunden-Service-Fensters an Kund:innen versendet werden. Im Moment kostet eine Notification in Deutschland 0,0766 Euro. Die Preise sind von Land zu Land etwas unterschiedlich.

Welches Potential in dem neuen Angebot steckt, betont bei MessengerPeople auch der CEO von den Urlaubspiraten, David Armstrong:

Wir sehen es als große Chance unseren Kunden jetzt wieder in Echtzeit die aktuellsten Angebote, für die sie sich interessieren, direkt auf den Sperrbildschirm ihres Smartphones schicken zu können.

Das Reiseportal Urlaubspiraten.de hatte beim eigenen WhatsApp Newsletter vor dessen Verbot über eine Million Abonnent:innen verzeichnet.


Die Inhalte dieses Beitrags gehen zu einem Gutteil auf Informationen von MessengerPeople zurück, die OnlineMarketing.de freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.

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