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Wegen Rassismus: YouTube sperrt Monetarisierung für Shane Dawsons Channels
Shane Dawson in seinem Video mit Entschuldigungen, © Shane Dawson, YouTube

Wegen Rassismus: YouTube sperrt Monetarisierung für Shane Dawsons Channels

Niklas Lewanczik | 01.07.20

Shane Dawson, einer der größten Creator auf YouTube, kann seine Channels mit insgesamt über 30 Millionen Followern vorerst nicht mehr monetarisieren.

Vor einigen Tagen entschuldigte sich der YouTuber Shane Dawson, der allein auf seinem Channel Shane 22,4 Millionen Abonnenten erreicht, für diverse Verfehlungen in seinen alten Videos. Der populäre Creator bittet im Video um Verzeihung, da er beispielsweise regelmäßig Blackfacing – also das Darstellen schwarzer Menschen mithilfe dunkler Schminke – betrieben, rassistische Ausdrücke verwendet oder in rassistischer Manier in Parodie-Clips Stereotype asiatischer Menschen oder von Hispanics reproduziert hatte. Vorgeworfen werden ihm auch geschmacklose Witze über und die Verharmlosung von Pädophilie. YouTube sperrte die Monetarisierung aller Channels von Dawson auf unbestimmte Zeit, um den negativen Einfluss eines relevanten Creators abzustrafen.

Sexualisierung von minderjähriger Willow Smith brachte das Fass zum Überlaufen

Vor wenigen Tagen kursierte ein altes Video von Shane Dawson bei Twitter. Es zeigt ihn, wie er vor einem Werbeplakat, das die inzwischen 19-jährige Sängerin Willow Smith mit elf Jahren zeigt, eine Masturbationsgeste durchführt. Zudem sexualisierte er dabei Lyrics aus einem Song des Mädchens. Für dieses wieder aufgetauchte Video wird Dawson derzeit hart kritisiert. Willow Smiths Eltern, die Schauspielerin Jada Pinkett-Smith und der Schauspieler und Musiker Will Smith, verurteilten den Creator etwa bei Twitter:

Auch ihr Bruder Jaden Smith zeigt sich entrüstet:

https://twitter.com/jaden/status/1276988488785657857

Er weist zudem auf einige von Dawsons Fehltritten hin, für die sich dieser in seinem aktuellen Video entschuldigt hatte:

https://twitter.com/jaden/status/1276991250474758144

Als hätte YouTube konkret auf diese Worte von Jayden Smith reagiert, wurden nun die drei Channels von Shane Dawson demonetarisiert, darunter:

  • Shane (22,4 Millionen Follower)
  • Shane Dawson TV (8,3 Millionen Follower)
  • ShaneGlossin (3,7 Millionen Follower)

Fehltritte der Vergangenheit dürften Shane Dawson teuer zu stehen kommen

Tubefilter berichtet, dass die Strafe von YouTube nicht dauerhaft ist, sondern vorerst auf unbestimmte Zeit verhängt wird. Gegenüber dem Publisher gab YouTube an, man ergreife derlei Maßnahmen bei besonderen Umständen. Wenn das Fehlverhalten eines (großen) YouTubers dazu führen könnte, dass dieser einen negativen Einfluss auf die Community von Creatorn, Zuschauern und Advertisern hat, ziehe YouTube die Sperrung der Monetarisierung in Betracht.

In diesem Fall darf Shane Dawson zunächst kein Geld mehr über seine YouTube-Kanäle verdienen, obwohl der kritisierte Content schon älter ist. Doch YouTube erklärte Tubefilter, dass neue Erkenntnisse zu diesem Content und deren Einfluss auf das Ökosystem der Creator auf der Plattform diesen Schritt erforderten. Dawson, der sich auf für unangemessene Aussagen aus seinem nicht mehr laufenden Podcast Shane And Friends entschuldigte, hatte vor allem durch Kooperationen mit YouTuber und Make-up-Artist Jeffree Star – der ebenfalls häufig des Rassismus und anderer Verfehlungen beschuldigt wurde – an Popularität gewonnen. Ihre Zusammenarbeit für Lidschattenpaletten hatte ihnen vergangenes Jahr durch den Verkauf bei Kosmetikhändler Morphe binnen Stunden Millionen US-Dollar eingebracht.

Nun muss sich Dawson aber auf finanzielle Einbußen gefasst machen, da er zum einen bei YouTube keinen Content mehr monetarisieren kann. Zum anderen hat beispielsweise auch der Einzelhandelsriese Target Shane Dawsons Bücher aus seinen Läden entfernt, wie Insider berichtet. Im Statement dazu heißt es schlicht:

We’re committed to creating an experience in which all guests feel welcomed and respected. We’re in the process of removing these books from our assortment.

Und diese Entwicklungen könnten erst der Anfang sein. Eine Petition bei Change.org ruft dazu auf, keine Kooperationen mit Shane Dawson und Jeffree Star einzugehen, die bereits über 12.000 Unterschriften in drei Tagen verzeichnen konnte. Für Dawson, einen der bis heute größten YouTube Creator, dürften jedoch der langsam, aber sicher spürbare Verlust von Followern und der immense Image-Schaden zum größten Problem werden.

In seinem Entschuldigungsvideo sagt Shane Dawson reumütig:

I don’t even fully know how to apologize because it seems like something that is irredeemable. It’s something that I shouldn’t be able to get out of — I should lose everything for that.

Die aktuellen Maßnahmen von YouTube oder Target und die Reaktionen der User auf Social Media verleihen der Phrase ein besonderes Gewicht. Und sie zeigen, dass sich Influencer ein derartiges Fehlverhalten gerade im aktuellen politischen Klima im Digitalraum keinesfalls leisten können – selbst wenn es aus längst vergangenen Tagen herrührt.


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Luisa Giebel am 07.07.2020 um 14:58 Uhr

Wichtig von Youtube durchzugreifen und solchen Aussagen keine Plattform zu bieten!
Hut ab!

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