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Social Media Marketing
Instagram: Gilt Kunst als Fake Content?
© Christopher Hainey

Instagram: Gilt Kunst als Fake Content?

Aniko Milz | 16.01.20

Instagrams Kampf gegen Fake Content ging zuletzt etwas zu weit. Ein digital bearbeitetes Foto verschwand hinter einem Warnhinweis und stieß so eine Debatte über Digital Art an.

Instagrams Kampf gegen Fake Content in allen Ehren, aber damit könnte die Plattform zu weit gehen: Vor Kurzem entdeckte Fotograf Toby Harriman in seinem Instagram Feed ein zensiertes Bild des Fotografen Christopher Hainey auf dem Account mixsociety_. Über dieses war ein Warnhinweis gelegt worden, der besagte, dass der Post „False Information“ beinhalte. Mit einem Klick konnte das Bild noch angesehen werden. Bei dem Post handelte es sich jedoch keinesfalls um schädlichen Content, der Falschinformationen verbreiten wollte. Es ist lediglich eine farblich bearbeitete Fotografie. Digital Art, also digitale Kunst, kann doch nicht falsch sein. Oder?

Die Begründung

Facebooks und auch Instagrams System beruht hierbei auf Community Feedback, Technologie und unabhängigen Faktenprüfern, die entscheiden, ob ein Beitrag als fake markiert werden sollte. Wenn dies eintrifft, wird der erwähnte Warnhinweis über das Bild gelegt. Außerdem wird die Reichweite des Posts von Instagram eingeschränkt, indem er nicht oder kaum im Discovery Feed erscheint und auch über die Hashtagsuche nicht weiter distribuiert wird.

Wurde bei dem Post von mixsociety_ auf „See Why“ geklickt, erschien ein Fenster mit der Begründung, dass die Faktenchecker das Bild als „factually incorrect“ eingestuft hätten. Grundsätzlich ist das natürlich richtig. Diese Berge existieren in diesen Farben nicht. Doch damit öffnet sich eine ganze Debatte über Kunst online.

Was sollte Fake Content sein?

„[…] curious if it’s a bit far“, schreibt Harriman in seinem Post und drückt damit zaghaft ein Missfallen aus. Instagram startet damit nicht nur eine Debatte darüber, welcher Content als fake angesehen werden sollte und nach welchen Richtlinien dies zu entscheiden ist, sondern vielmehr auch eine über bearbeitete Fotos und „echte Fotografie“. Dies ist ein beständiger Streit unter Fotografen. Während Mutterunternehmen Facebook sich vor Kurzem noch dagegen ausgesprochen hat,politische Anzeigen von Faktencheckern überprüfen zu lassen, scheint Instagrams Ansatz hier tatsächlich etwas wie ein zu starker Vorstoß in die falsche Richtung – besonders im Hinblick darauf, dass die Fotoplattform auch als Sammlung ästhetischer und mit Filtern überlegter Bilder gilt.

Statement von Instagram

Einige Tage nach dem Wirbel um Harrimans Post auf Social Media gab Instagram gegenüber Hypebeast nun ein Statement ab:

We don’t hide content because it’s photoshopped, we apply a label when a fact-checker has rated it. Upon review from the fact checker, they changed the rating, so it is no longer being labelled as false on Instagram and Facebook.

Das Foto fiel vermutlich in die Hände eines Faktencheckers, da es mehrfach auf der Plattform vorkommt und nicht nur unter dem Profil des Künstlers zu finden ist. Der Account mixsociety_ stellt lediglich künstlerische Posts für sein Profil zusammen. Dort wurden die Regenbogenberge als fake markiert, nicht aber auf der Seite des Künstlers. Was auch Harriman zu einem Update seines Posts anregte:

It’s not censoring artists like everyone is now afraid of. It’s censoring hubs or people trying to pass off fake/photoshop as real places. I don’t think they will be going after standard photoshop though (cloud replacement, object removal and so on) It’s going after the fact that people can’t go visit this rainbow-colored hills (Yes I know there are actually a few places around the world that are colorful, just not this colorful!)

Instagrammer, die ihre Fotos etwas aufhübschen oder sie eindeutig als digitale Kunst veröffentlichen, sollten also nichts zu befürchten haben. Doch sobald ein Post als Fake Content gelabelt wurde, möchte Instagram hinter seinen Regeln stehen und seine Reichweite weiterhin einschränken. Das Bild von mixsociety_ ist mittlerweile wieder freigegeben, doch wir können gespannt sein, welche Fotos bei uns im News Feed demnächst hinter einem Warnhinweis verschwinden.

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