Social Media Marketing

Facebook trifft endgültige Entscheidung: Political Ads bleiben auf der Plattform

Nach anhaltender Kritik: Facebook veröffentlicht einen Blogpost und gibt darin ein Statement zu politischen Ads auf der Plattform ab. Einige Änderungen sind geplant.

mann guckt durch fernrohr mit facebook logo

© Glen Carrie - Unsplash

In den vergangenen Monaten stand das soziale Netzwerk Facebook immer wieder in der Kritik, dass politische Ads auf der Plattform – unter dem verweis auf Meinungsfreiheit – nicht oder zu wenig gegengecheckt würden. Jetzt veröffentlichte das Unternehmen ein Statement zu Political Ads. Statt diese zu verbannen oder ihr Targeting zu limitieren, möchte Facebook seinen Nutzern mehr Transparenz und Kontrolle bieten.

Mehr Optionen in der Ad Library

Die Werbebibliothek von Facebook gibt bereits Auskunft darüber, wer hinter welcher Anzeige steckt. Bei politischen Ads wird zudem angegeben, wie viel die jeweiligen Pages bereits für Werbung ausgegeben haben. In Vorbereitung auf die US-Wahlen hat das Unternehmen es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht, nicht erneut in die Kritik für die Verbreitung von Fehlinformation zu geraten. Dazu gehören auch die neuen Features, welche Facebook in einem aktuellen Blogpost vorstellt. Eine höhere Transparenz und mehr Kontrolle für Nutzer verspricht das Unternehmen in diesem.

  • View Audience Size: Nutzer können mit dem neuen Feature nachgucken, wie groß die Zielgruppe ist, die eine politische Anzeige erreichen sollte.
  • Better search and filtering: Um Wählern und Journalisten ein besseres Sucherlebnis in der Ad Library zu ermöglichen, werden bis zum Ende des ersten Quartals neue Filter eingeführt. Außerdem soll in Zukunft mit exakten Phrasen nach Ads gesucht werden können.
  • Control over Custom Audiences from a list: Bisher waren User in der Lage, die Ads eines bestimmten Anbieters auszublenden. Jetzt sollen Nutzer Ads verbergen können, wenn diese über eine bestimmte Custom Audience ausgespielt werden. Genau so wird es Nutzern ermöglicht, Ads anzeigen zu lassen, obwohl sie von der Custom Audience ausgeschlossen waren.
  • See fewer political ads: In den Ad Preferences konnten Nutzer bisher einstellen, zu welchen Themengebieten sie weniger Werbung sehen möchten. Dort kann bald auch angegeben werden, dass weniger politische Ads angezeigt werden sollen.

Zu den Verbesserungen gehören nicht nur die Updates der Ad Library, die im ersten Quartal des Jahres umgesetzt werden sollen. Zusätzlich erklärt das Unternehmen ausführlich seinen Standpunkt zu politischen Ads.

Facebooks Standpunkt

Statt wie Twitter politische Ads zu verbannen oder wie Google deren Reichweite einzuschränken, so Rob Leathern, der Director of Product Management bei Facebook in seinem Blogpost, möchte Facebook stattdessen durch die vorgestellten Maßnahmen die Transparenz und Kontrolle für die Nutzer erhöhen. In Zusammenarbeit mit mehreren Interessengruppen sei klargeworden, dass viele Kampagnen auf Facebooks Reichweite angewiesen sind:

Through extensive outreach and consultations we heard about the importance of these tools for reaching key audiences from a wide range of NGOs, non-profits, political groups, and campaigns, including both Republican and Democrat committees in the U.S.

Zudem möchte er in dem Beitrag deutlich machen, dass das Unternehmen grundsätzlich die Überzeugung vertritt, dass derartige Entscheidungen allgemeingültig reguliert werden sollten und Facebook diese nur aufgrund fehlender Tegeln selber treffen muss:

Ultimately, we don’t think decisions about political ads should be made by private companies, which is why we are arguing for regulation that would apply across the industry. […] In the absence of regulation, Facebook and other companies are left to design their own policies. 

Er verweist darauf, dass alle Neuerungen auf Facebooks Community Standards beruhen, denen jeder bei Erstellung eines Accounts zustimmt. In diesen werden Hate Speech und die Einschüchterung von Wählern ausdrücklich verboten. Die Entscheidung, politische Ads auf der Plattform zu belassen, entspränge der Überzeugung, dass so eine öffentliche und offene Debatte gefördert würde.

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