Social Media Marketing
Instagram-Chef reagiert auf Algorithmus-Opt-out-Plan und erklärt Ranking

Instagram-Chef reagiert auf Algorithmus-Opt-out-Plan und erklärt Ranking

Niklas Lewanczik | 10.09.26

Wenn User auf Instagram keinen Algorithmus für die Feed Experience hätten, würden sie vom Content der Accounts mit der höchsten Posting-Frequenz „überrannt“ – von Brands und Unternehmen und Publishern. Einen Algorithmus-Opt-out möchte Australien per Gesetz ermöglichen. Also erklärt Adam Mosseri, warum und wie Instagram überhaupt rankt.

Mehr Kontrolle für die User: Das wünscht sich die australische Regierung. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr ein umfassendes Social-Media-Verbot für Jugendliche bis 16 Jahre eingeführt und kürzlich veröffentlichte die Kommunikations- und Sportministerin Anika Wells Pläne für einen Algorithmus-Opt-out bei Social Media Feeds.

Solch eine Funktion soll zum Schutz der User dienen. Sie könnte die Nutzer:innen davon abhalten, durch algorithmische Vorschläge in Doomscrolling-Kontexte zu gelangen oder sich in Bubbles zu verlieren, etwa der sogenannten Manosphäre. Auch die wiederholte Begegnung mit belastenden Inhalten inklusive Gewalt, Sexualisierung und Essstörungen und dergleichen, könnte dadurch möglicherweise eingedämmt werden. Allerdings ist derzeit noch unklar, wie genau die Regierung die Vorgabe umsetzen würde. Man müsse sich mit Expert:innen dazu austauschen, ob man eine Opt-in-Variante für User oder eine simple Opt-out-Option von den Tech-Unternehmen fordern würde. Auch die technische Umsetzung gilt es noch zu präzisieren. Dennoch soll die Gesetzesvorgabe namens Digital Duty of Care in den nächsten Tagen in Australien vorgelegt werden.

Auf die Möglichkeit der Feed-Erfahrung ohne algorithmisches Ranking reagierte Instagrams Chef Adam Mosseri mit einem Instagram-Video. Das bezieht sich zwar nicht explizit auf den Vorschlag aus Australien, lässt sich aber als Antwort darauf verstehen. Eine Antwort, die vor allem an die User gerichtet ist.



Gesetz soll Usern Ausschalten von Social-Media-Algorithmen erlauben

Smartphone mit Apps darauf, unter anderem X
© Julian Christ – Unsplash


Warum Instagram Content für den Feed rankt

In seinem Video erklärt Adam Mosseri, warum Instagram grundsätzlich Rankings für den Feed vornimmt. Zum einen sollen Rezipient:innen schneller Inhalte finden, die ihren Interessen entsprechen. Zum anderen sollen Creator mehr Reichweite erhalten; Mosseri nennt das „increasing the size of the pie“.

Spannend ist aber vor allem seine Aussage bezüglich der Erfahrung, die ohne ein Ranking zustande käme. Mosseri sagt, dass der Feed in diesem Fall für Konsument:innen von Inhalten geflutet würde, die schlichtweg am häufigsten posten. Und das seien in der Regel Unternehmen und Marken. Sie posten meist viel mehr als Creator und diese wiederum mehr und häufiger als Freund:innen.

So Instagram moves to a much less friend-oriented place and a much less creator-oriented place and towards a much more business-, news-, publisher-oriented place. And I don’t think it is very aligned with our brand and our identity of being a creative platform.

Darüber hinaus gibt Mosseri an, Instagram wisse, dass User ohne Ranking insgesamt deutlich weniger Content sehen. Das verringert die Reichweite für Creator. Und das beeinträchtigt das gesamte Geschäftsmodell von Instagram ebenfalls.



Instagram:

Das sind die 3 wichtigsten Ranking-Faktoren

Instagram-Logo vor Grünbereich und Gebäude
© Meta via Canva


Mosseri stellt klar, wie Instagram rankt: Achtung bei den Algorithmen

Auf Instagram gibt es nicht den einen Algorithmus. Das betont das Unternehmen immer wieder. Es gibt unterschiedliche Ranking-Mechanismen für verschiedene Formate wie Reels, den Home Feed, Stories und Co. Und es gibt zwei Algorithmustypen, die sich unterscheiden: einer für die Einordnung der Inhalte von Accounts, denen User folgen und einer, der Inhalte von nicht gefolgten Accounts rankt. Letzterer bezieht sich auf die Empfehlungen, die User in ihrer Instagram-Erfahrung erhalten.

In general, what we’re trying to do is: Make an educated guess about what you’re interested in by looking at what you’ve historically done on the platform and then predicting how likely you are to like, comment, send to a friend, watch a video, watch it to the end. All these different kind of actions, you can perform on a piece of content, that are a proxy for saying you were interested in that content.

Mithilfe dieser Prognosen erstellt Instagram Relevanz-Scores für jeden Post, den User sehen könnten, und ordnet diese Posts dann nach den Scores ein. Dabei spielt Aktualität eine große Rolle. Deshalb sind Feeds zu einem Gutteil chronologisch geordnet, aber nicht umfassend.

Instagram arbeitet viel an den Algorithmen und verändert die Ranking-Mechanismen von Zeit zu Zeit. Die Plattform liefert Usern aber auch Tools, um die eigene Erfahrung mit dem Algorithmus zu kontrollieren. Dazu zählen etwa der Following Feed und die Funktion Your Algorithm.

Künftig möchte Adam Mosseri auf seinem Instagram Account noch mehr Videos mit Insights zum Instagram Ranking teilen.



Instagram bringt Your Algorithm für Explore:

Algorithmusanpassung für alle

2 Smartphone Mockups mit Explore Page von Instagram und Icon für Your Algorithm Feature, Strand und rötlicher Himmel im Hintergrund
© Instagram via Canva


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