Social Media Marketing
Beauty Influencerin insolvent: Hohe Strafe wegen Schleichwerbung

Beauty Influencerin insolvent: Hohe Strafe wegen Schleichwerbung

Marié Detlefsen | 03.08.26

Wer auf Social Media Geld mit Werbung verdient, muss sich an klare Regeln halten – andernfalls kann es richtig teuer werden. Genau das musste jetzt die Beauty Influencerin Hanadi Diab erfahren, für die ein Bußgeld sogar in der Insolvenz endete.

Influencer erreichen mit ihren Beiträgen oft Hunderttausende Menschen, doch auch auf Social Media gelten klare Regeln. Wer Werbung nicht deutlich kennzeichnet, muss mit Konsequenzen rechnen. Genau das zeigt jetzt der Fall der Stuttgarter Beauty Influencerin Hanadi Diab. Die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) verhängte gegen die Influencerin eine Geldbuße von 36.000 Euro. Zusammen mit Gebühren und Verfahrenskosten beläuft sich die Forderung auf insgesamt 37.803,50 Euro. Der Bescheid ist inzwischen rechtskräftig, woraufhin die Influencerin ein Insolvenzverfahren eröffnete.

Hanadi Diab zählt mit mehr als 760.000 Followern auf Instagram zu den größeren Beauty und Lifestyle Creatorn. Im Fokus der Ermittlungen standen mehrere bezahlte Kooperationen aus dem Jahr 2025. Nach Angaben der Medienaufsicht wurden einige Werbebeiträge gar nicht als Werbung gekennzeichnet. Andere Hinweise seien zwar vorhanden gewesen, jedoch so unauffällig gestaltet, dass Nutzer:innen den kommerziellen Hintergrund kaum erkennen konnten. Auf Instagram vertritt die Influencerin ihren eigenen Stil:

Besonders schwer fiel ins Gewicht, dass die Influencerin bereits zwischen 2020 und 2022 mehrfach auf die geltenden Vorgaben hingewiesen worden sein soll. Trotzdem seien später erneut Beiträge veröffentlicht worden, die den Anforderungen an eine eindeutige Werbekennzeichnung nicht entsprachen. Nach Ansicht der LFK müssen Werbeinhalte auf den ersten Blick klar als solche erkennbar sein. Gerade reichweitenstarke Creator trügen eine besondere Verantwortung gegenüber ihrer Community. Außerdem solle sich ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht finanziell nicht auszahlen.

Hanadi Diab hatte sich bereits vor der endgültigen Entscheidung öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. In einem TikTok-Video erklärte sie, ihre Kooperationen grundsätzlich zu kennzeichnen. Beanstandet worden seien ihrer Darstellung nach vor allem Schriftgröße, Farbe und Platzierung der Werbehinweise. Aus ihrer Sicht sei dennoch eindeutig gewesen, dass es sich um Werbung gehandelt habe. Inzwischen musste sie ein Insolvenzverfahren beantragen.

Influencer müssen Werbung deutlich kennzeichnen

Der Fall macht deutlich, dass Verstöße gegen die Werbekennzeichnung längst keine Kleinigkeit mehr sind. Für Influencer können sie nicht nur rechtliche Folgen haben, sondern im schlimmsten Fall auch erhebliche finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Schon in der Profilübersicht auf Instagram muss für User klar zu unterscheiden sein, welche Beiträge redaktionell und welche werblich sind. So darf die Werbekennzeichnung nicht nur auf die Caption beschränkt sein. Allgemein gilt, dass jegliche kommerzielle Kommunikation, für die es ein Entgelt in irgendeiner Form gibt, gekennzeichnet werden muss – klar erkennbar.

Gängig ist die Praxis, eine Werbung in einem Beitrag durch den Zusatz „Anzeige“ oder „Werbung“ in der Caption zu kennzeichnen. Dieser Hinweis muss klar ersichtlich sein und darf nicht mit anderen, uneindeutigen Begriffen gesetzt werden. Allerdings reicht die Kennzeichnung nur in diesem Bereich nicht aus, um Werbung gesetzeskonform nach § 5a Abs. 4 UWG darzustellen. Mehr zur Kennzeichnungspflicht erfährst du im folgenden Artikel:


Kennzeichnungspflicht:

Werbung auf Social Media muss schon im Grid erkennbar sein

Abbildung eines Smartphones und Verweis zu einem neuen Artikel: Kennzeichnungspflicht: Werbung auf Social Media muss schon im Grid erkennbar sein
© Julian Christ – Unsplash


Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein

Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*