Social Media Marketing
Neue Hürden für Einnahmen übers YouTube Partner Program – aber auch mehr Potentiale mit Premium Lite
© Google, Eyestetix Studio (Unsplash) via Canva

Neue Hürden für Einnahmen übers YouTube Partner Program – aber auch mehr Potentiale mit Premium Lite

Niklas Lewanczik | 11.08.26

YouTube ändert die Voraussetzungen für Einnahmen mit Shorts und für neue YPP-Mitglieder. Dafür können diese künftig an Premium Lite mitverdienen.

Über drei Millionen Creator sind bereits Teil des YouTube Partner Programs. Und dieses gibt es seit fast 20 Jahren. Jetzt kommt das erste große Programm-Update seit acht Jahren. Zahlen über Zahlen. Um diese geht es auch bei den Neuerungen, die YouTube für das eigene Creator-Programm zur Monetarisierung vorstellt. Denn während die Streaming-Plattform davon ausgeht, 2027 noch mehr Creator zu bezahlen als in diesem Jahr, werden die Voraussetzungen zum Eintritt ins Programm verändert. Creator benötigen mehr Sehdauer und Views, um YPP-Mitglied zu werden. Auch für die Einnahmen mit Shorts gibt es einen neuen Schwellenwert. Gleichzeitig wird das Abomodell YouTube Premium Lite ausgeweitet und Creator können daran mitverdienen.



YouTube Shorts boomen, aber Aufmerksamkeit der User sinkt

YouTube Logo eingraviert
© Laura Chouette – Unsplash


Was sich für YouTube Creator bei der Monetarisierung nicht ändert und wo sie künftig aufpassen müssen

Auf den offiziellen Social-Media-Kanälen sowie auf dem offiziellen Blog stellt YouTube die Neuerungen am Programm vor, das einem Teil der Creator Economy Einnahmen verschafft. Dabei betont das Unternehmen direkt, dass einige Aspekte unverändert bleiben. Dazu gehört die klassische Umsatzaufteilung zwischen Longform-Videos und Shorts. Sie liegt nach wie vor bei 55 Prozent für Longform und 45 Prozent für Shorts. Ebenso unverändert bleibt der Zugriff auf das Fan Funding – etwa durch Super Thanks oder Kanalmitgliedschaften – und auf Shopping-Produkte, die Einstiegshürden dafür sollen gleich bleiben. Der Status von Kanälen, die im YouTube Partner Program sind, bleibt genauso unangetastet. An diesem wird sich laut YouTube nichts ändern, was viele Creator beruhigen dürfte. Allerdings müssen sich Creator, die neu ins Programm möchten, auf höhere Einstiegsschwellen einstellen.

Sie müssen ab dem 1. Februar 2027 mindestens 1.000 Abonnent:innen bei ihrem Kanal und dazu ein Minimum von 8.000 Stunden qualifizierter Rezeption in den vergangenen 365 Tagen aufweisen können. Alternativ reichen 20 Millionen Shorts Views in den vergangenen 90 Tagen. Zuvor waren es 4.000 Stunden und zehn Millionen Views. Mit dieser Anpassung reagiert YouTube auf das große Wachstum im Bereich Shorts und YouTube allgemein. Derzeit erreichen Shorts schon mehr als 200 Milliarden Views pro Tag.

Eine weitere neue Hürde betrifft ebenfalls ab dem 1. Februar 2027 alle Shorts Creator. Erst, wenn diese in den vergangenen 90 Tagen auf mindestens zehn Millionen qualifizierte Shorts Views kommen, sind sie für Ads sowie die Umsatzbeteiligung über Shorts freigeschaltet. Bleiben sie unter diesem Wert, können sie weiterhin über die Umsatzbeteiligung an Longform-Videos Geld verdienen. Doch es kommen noch mehr Verdienstmöglichkeiten hinzu.

Premium Lite und Incentives sorgen für mehr Einnahmepotential

Gerade für Creator, die beispielsweise die Marke von zehn Millionen Shorts Views in 90 Tagen nicht erreichen, eignen sich YouTubes neue Incentive-Programme zur Monetarisierung. Mit diesen sollen zusätzliche Einnahmen möglich sein, die beim Erreichen spezifischer Meilensteine freigeschaltet werden. Außerdem sollen Zusatzzahlungen bei neuen Brand Deals oder dem Start von Trends auf YouTube möglich sein. Dazu möchte die Google-Tochter bald noch mehr Details preisgeben.

Schon jetzt stellt YouTube indes klar, dass dank des vergünstigten Premium Lite-Abonnements auch Creator im YouTube Partner Program mehr Geld verdienen können. Die Variante Premium Lite gibt es für 7,99 Euro monatlich – im Vergleich zu 14,99 Euro für YouTube Premium. Diese Version hat keine Exklusiv-Features wie Jump Ahead und keine werbefreien Musikvideos sowie Songs auf YouTube Music. Allerdings bietet sie neben einigen werbefreien Videos neuerdings auch die Option, Clips im Hintergrund laufen zu lassen und für die Offline-Rezeption herunterzuladen. Das Premium Lite-Abonnement war lange nur in ausgewählten Ländern verfügbar, auch in Deutschland. Jetzt kommt es in alle Regionen, in denen auch Premium zur Verfügung steht.

Und mit den zahlenden Abonnent:innen kommen neue Umsatzpotentiale für die Creator. Denn diese werden beteiligt. Bei Premium gehen 30 Prozent der Nettoeinkünfte YouTubes in einen Umsatz-Pool für Creator, bei Premium Lite sogar 60 Prozent. Basierend auf ihrem Anteil der Watchtime der Kanalmitglieder und der Views können die Creator aus dem entsprechenden Pool bezahlt werden.

So distribuiert YouTube Creator-Gelder auf der Plattform, © YouTube, buntes Diagramm mit Schrift, Zahlen 1 bis 5 und Erklärung von oben nach unten
So distribuiert YouTube Creator-Gelder auf der Plattform, © YouTube

Alle Neuerungen stellt YouTube leicht verständlich ebenfalls in einem eigenen Video für die Creator-Branche bereit.



Live Practice Mode und Shorts Feedback vor dem Posten für YouTube Creator

Live Practice Feature YouTube, Smartphone Mockups mit Person samt Gitarre vor rotem Hintergrund
© YouTube via Canva


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