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Überraschende Wende: Google blockiert Drittanbieter-Cookies doch nicht

Überraschende Wende: Google blockiert Drittanbieter-Cookies doch nicht

OnlineMarketing.de Redaktion | 24.07.24

Google hat überraschend entschieden, Drittanbieter-Cookies in seinem Chrome-Browser weiterhin zuzulassen. Diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen auf die Werbewirtschaft und die Online-Marketing-Strategien.

Nachdem sich Browser wie Safari und Firefox zur Sicherheit der User auf strenge Cookie-Diät gesetzt haben, zieht Google trotz seines 2020 verkündeten Plans nicht nach. Ursprünglich sollte der Browser Chrome nämlich Drittanbieter-Cookies bis 2022 abschaffen. Nun können Werbetreibende jedoch weiterhin vom Tracking in Chrome profitieren.

Deutschlands beliebtester Browser

Mit 60 % ist Chrome mit Abstand – und jetzt auch offiziell mit Cookies – der beliebteste Browser der Bundesrepublik. In Deutschland kam der Google-Browser bei Desktop- und Notebook-Nutzern auf einen Marktanteil von 54,6 %. Die Konkurrenz folgt weit abgeschlagen: Mozilla Firefox liegt mit 16,7 % auf dem zweiten Platz, Microsofts Edge Browser auf Platz drei mit etwa 15 %, und Apples Safari Browser kommt auf 7,4 %. Auch international stehen diversen Versionen von Chrome an der Spitze der beliebtesten Browser, weswegen diese Aufteilung nur wenig überraschend ist.

Marktanteile der führenden Browserfamilien an der Internetnutzung in Deutschland von Januar 2009 bis Mai 2024
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Drittanbieter-Cookies, die nicht von der besuchten Webseite selbst, sondern von Werbedienstleister:innen gesetzt werden, ermöglichen die Erstellung von User-Profilen und zielgerichtete Werbung. Sie sind ein zentrales Instrument für die Werbewirtschaft, da sie eine effektive und personalisierte Ansprache der Nutzer:innen ermöglichen.

Google begründete die Entscheidung, Drittanbieter-Cookies weiterhin zuzulassen, mit starkem Widerstand aus der Werbeindustrie und Bedenken von Regulierungsbehörden. Diese befürchteten, dass das Blockieren von Drittanbieter-Cookies den Wettbewerb verzerren könnte, da eigene Werbeprodukte von Google bevorzugt werden könnten. Ein Verbot hätte möglicherweise den Wettbewerbsvorteil von Google erhöht, da die hauseigenen Werbeprodukte bevorzugt würden. Google erklärte in einem Blogeintrag, dass Nutzer:innen künftig selbst entscheiden sollen, ob sie Drittanbieter-Cookies zulassen oder blockieren möchten. Diese Entscheidung soll bewusst getroffen werden und den Datenschutz der User verbessern.

So verhält sich die Konkurrenz

Während Google Chrome Drittanbieter-Cookies weiterhin zulässt, blockieren Safari und Firefox diese standardmäßig. Diese Browser haben jedoch einen geringeren Marktanteil, was die Reichweite und den Einfluss ihrer Datenschutzmaßnahmen einschränkt. Safari und Firefox bieten Nutzer:innen ebenfalls die Möglichkeit, Drittanbieter-Cookies zu aktivieren, doch die Standardeinstellung ist auf Blockierung gestellt. Firefox begründet seinen Tracking-Schutz im Rahmen der Cookie Policy auf der Website wie folgt:

Der verbesserte Tracking-Schutz arbeitet dabei hinter den Kulissen, um Unternehmen davon abzuhalten, Profile von Ihnen zu erstellen. Solche Profile basieren auf der Verfolgung Ihrer Aktivitäten auf Websites – und werden oft ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung erstellt. Alle in diesen Profilen enthaltenen Informationen können verkauft und für Zwecke verwendet werden, von denen Sie nie erfahren und die womöglich auch nicht in Ihrem Sinne sind.

Mozilla Presse-Center

Für Werbetreibende bedeutet dies, dass sie ihre Strategien an die unterschiedlichen Datenschutzmaßnahmen der Browser anpassen müssen. Chrome-Nutzer:innen können weiterhin über Drittanbieter-Cookies verfolgt werden, während bei Safari und Firefox alternative Methoden erforderlich sind.

Was ist wichtig für Marketer?

Die Entscheidung von Google, Drittanbieter-Cookies weiterhin zuzulassen, ermöglicht es Werbetreibenden, ihre bisherigen Strategien vorerst beizubehalten. Dennoch sollten Marketingverantwortliche die Entwicklungen in der Browserlandschaft und bei Regulierungsmaßnahmen im Auge behalten – insbesondere die Entwicklungen rund um Googles Privacy Sandbox könnten in diesem Kontext zukünftig eine Rolle spielen.

Zusammenfassend bleibt Google seiner bisherigen Praxis treu und ermöglicht es Drittanbieter-Cookies, weiterhin in Chrome aktiv zu sein. Dies bietet der Werbewirtschaft weiterhin die Möglichkeit, effektive und personalisierte Werbung in Chrome zu schalten. Dennoch ist es angesichts des Konkurrenzverhaltens sinnvoll, sich auf mögliche zukünftige Änderungen vorzubereiten und alternative Werbemethoden zu testen, da Nutzer:innen zunehmend für das Thema Targeting und Datensicherheit sensibilisiert werden.


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© Mitchell Luo – Unsplash


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