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Social Media Marketing
Bericht: Facebook arbeitet an Instagram für Kinder

Bericht: Facebook arbeitet an Instagram für Kinder

Niklas Lewanczik | 06.04.21

Buzzfeed News berichtet basierend auf einem internen Post, dass Facebook eine Version von Instagram für Kinder unter 13 Jahren plant.


UPDATE

Der Plan Facebooks, eine Instagram App für Kinder unter 13 Jahren zu entwickeln, sorgte für rege Diskussionen. Auch die OnlineMarketing.de-Leser:innen debattierten auf Instagram, ob eine kindgerechte Version der Plattform gelauncht werden sollte.

Nun meldeten sich auch Vertreter:innen der demokratischen Partei in den USA zu dem Thema zu Wort. In einem offenen Brief fordern Senator Ed Markey und Senator Richard Blumenthal gemeinsam mit anderen Politiker:innen Facebook CEO und -Gründer Mark Zuckerberg dazu auf, die Pläne für die Kinder-App zu verdeutlichen. In dem Brief heißt es:

Given Facebook’s past failures to protect children and in light of evidence that using Instagram may pose a threat to young users’ wellbeing, we have serious concerns about this proposal. Children are a uniquely vulnerable population online, and images of kids are highly sensitive data. Facebook has an obligation to ensure that any new platforms or projects targeting children put those users’ welfare first, and we are skeptical that Facebook is prepared to fulfil this obligation.

Ob Facebook den Aufforderungen nachgeht, bleibt abzuwarten.


Für Kinder unter 13 Jahren ist die App Instagram – wie die meisten anderen Applikationen ebenso – tabu. Allerdings könnte Facebook für diese Kinder bald eine Alternative schaffen. Aus einem internen Unternehmens-Post von Facebook geht hervor, dass Teenager bei Instagram besser geschützt werden sollen und dass eine Version von Instagram geschaffen werden soll, die auch für Kinder nutzbar ist. Dieser Post liegt Buzzfeed News vor.

Instagram: Kommt nach dem Jugendschutz-Update die dedizierte Kinder-App?

Die Investigativjournalisten Craig Silverman und Ryan Mac berichten für Buzzfeed News über die mögliche Entwicklung einer Instagram-Kindervariante. Dabei wird der Facebook-interne Post von Vishal Shah, Instagrams VP of Product, zitiert, auf den der Publisher Zugriff erhalten hat:

I’m excited to announce that going forward, we have identified youth work as a priority for Instagram and have added it to our H1 priority list. We will be building a new youth pillar within the Community Product Group to focus on two things: (a) accelerating our integrity and privacy work to ensure the safest possible experience for teens and (b) building a version of Instagram that allows people under the age of 13 to safely use Instagram for the first time.

Die Sicherheit von Minderjährigen hatte Instagram jüngst bereits offiziell in den Fokus gestellt, als diverse Sicherheits-Updates für Jugendliche ausgerollt wurden, die die App nutzen. Eins dieser Updates bezieht sich auf eine strengere Kontrolle der Altersangaben neuer Nutzer:innen mithilfe von KI. Das könnte dazu führen, dass mehr Kinder unter 13 Jahren der Zugang zur App, die sie rechtlich nicht nutzen dürfen, verwehrt wird. Diese könnten jedoch auf die Kindervariante von Instagram zurückgreifen, so sie denn tatsächlich eingeführt wird.

Nach Angaben von Buzzfeed News würde der Head of Instagram, Adam Mosseri, die Entwicklung überwachen. Durchgeführt werden soll sie von VP Pavni Diwanji, der zuvor bereits für Google tätig war und dort die Entwicklung von Kinderprodukten betreut hatte. Auch YouTube hat eine Kindervariante, die Sicherheit für Eltern und Minderjährige gewährleisten soll: YouTube Kids; diese Plattform dürfte für viele Kinder jedoch kaum den gleichen Reiz haben wie YouTube selbst. Und das dürfte auf eine Kinderversion von Instagram ebenfalls zutreffen. Für den eigenen Messenger hat Facebook bereits eine Kids-Version bereitgestellt, die jedoch nach dem Launch aufgrund fragwürdiger Zahlungen an Gutachter:innen für die App in die Kritik geriet.

Noch kein „detaillierter Plan“ für die Kids-Version von Instagram

Silverman und Mac konnten für ihren Bericht ein Interview mit Adam Mosseri führen. Darin erklärt der Head of Instagram, dass das Unternehmen die Möglichkeiten für die Kinder-App, die Eltern Transparenz und Kontrolle vermitteln soll, auslote. Allerdings gebe es noch keinen „detaillierten Plan“.

Ob eine Instagram-Kindervariante also zeitnah eingeführt wird, steht noch nicht fest. Sollte es jedoch dazu kommen, dürfte diese Plattform zu Diskussionen führen. Denn während einen sichere Variante der Social-Plattform für Eltern und Kinder einen geschützten Raum bieten soll, sehen Kritiker in Kinderversionen von Social Media Apps einen soften Einstieg, der Kinder schnell an einen starken Medienkonsum gewöhnt. Allerdings gehören soziale Medien längst zum Alltag der Menschen dazu, weshalb einem kindgerechten Angebot zumindest ein hehres Ziel unterstellt werden darf. Denn dabei sollen die Kinder auch vor Hate Speech und Mobbing geschützt werden, denen sich junge Menschen auf Instagram häufig ausgesetzt sehen, und die ein großes Problem aller sozialen Medien darstellen.

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