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Social Media Marketing
Adidas, Volvic und die EU: So setzen Marken beim Thema Nachhaltigkeit auf Influencer Marketing
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Adidas, Volvic und die EU: So setzen Marken beim Thema Nachhaltigkeit auf Influencer Marketing

Ein Gastbeitrag von Jessica Kellershofen | 27.11.20

Das Thema Nachhaltigkeit wird für Unternehmen immer wichtiger. Influencer helfen dabei, grüne Produkte und Initiativen bekannter zu machen. Eine Auswertung aktueller Instagram-Kampagnen zeigt, was gut funktioniert und was eher nicht.

Spätestens seit Fridays for Futures ist das Thema Nachhaltigkeit ganz oben auf der Agenda von Marketing-Verantwortlichen angekommen. Hinzu kommt: Einer PwC-Studie zufolge hat der Faktor Umweltschutz immer größeren Einfluss auf das Kaufverhalten vieler Menschen in Deutschland.

Für Marken gilt es deshalb, Farbe zu bekennen und sich entsprechend zu positionieren. Dabei werden sie immer häufiger von Influencern und Influencerinnen unterstützt. Denn auch junge Content Creators legen bei Kooperationen zunehmend Wert auf Aspekte wie klimaschonende Herstellung, wiederverwendbare und plastikfreie Produkte sowie umweltfreundliche Verpackungen. Doch wie sehen solche Kampagnen in der Praxis aus? Drei aktuelle Beispiele im Check:

Adidas lässt für recyclte und vegane Schuhe werben

Darum geht’s: Als eine der weltweit bekanntesten Sport- und Lifestyle-Marken möchte das Unternehmen aus Herzogenaurach seiner Verantwortung gerecht werden und stellt das erste Paar Sneaker aus eigener Produktion vor, das komplett vegan und überwiegend aus recycelten Materialien hergestellt wurde. Um ordentlich für die „grünen“ Schuhe zu trommeln, arbeitet Adidas dafür mit diversen Influencern zusammen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen. Mit dabei sind unter anderem die Kölnerin nanda_schwarz (194.000 Abonnenten) und die Berlinerinnen melinaophelia (101.000 Abonnenten) und jette (104.000 Abonnenten). Die Kampagnen-Hashtags sind #TakeTheFirstStep und #adidasCleanClassics. Markiert wurde immer der offizielle Instagram Account von adidas.

Das können sich andere Marken abschauen: Die diversen Beiträge kommen auf über 45.000 Likes und mehr als 300 Kommentare. Ein durchaus überzeugendes Ergebnis. Besonders gelungen ist die Kampagne, weil die beteiligten Influencerinnen allesamt glaubwürdig hinter dem Thema Nachhaltigkeit stehen, und ihre jeweiligen Bemühungen und Tipps, die Nutzung von Plastik in ihrem Alltag zu reduzieren, damit authentisch wirken. Zudem sind alle Bilder durch die Bank weg hochwertig produziert und trumpfen mit einer Extraportion Kreativität auf. Einziges Manko: Beim Kampagnen-Hashtag ging es etwas drunter und drüber – einige der Influencerinnen verwendeten #TakeTheFirstStep, andere nutzten vor allem #adidasCleanClassics. Hier wäre mehr Stringenz besser gewesen. 

Volvic verwendet recyceltes Plastik und lässt zur Challenge aufrufen

Darum geht’s: Die Wassermarke aus dem Hause Danone hat sich dazu entschlossen, seine PET-Flaschen-Produktion auf 100 Prozent recyceltes Plastik umzustellen. Um das bekannter zu machen, aktiviert Volvic eine Reihe von Influencern und Influencerinnen. Der Clou: Die Social Media-Sternchen rufen zusätzlich zu einer Challenge auf, in der Follower das Wort „recyceltes Polyethylenterephthalat” möglichst richtig via Story einsprechen sollen, während sie dabei Influencer und Marke verlinken. Mit dabei sind unter anderem die Kielerin millimarie (20.100 Abonnenten), Bloggerin julia.breuing (110.000 Abonnenten) und Schauspieler Jan Hartmann (32.000 Abonnenten). Verbindende Hashtags sind #VolvicMission2020 und #VolvicChallenge. Vertaggt wurde immer der deutsche Instagram-Kanal der Wasser-Marke. 

Das können sich andere Marken abschauen: Die 14 Influencer Postings kommen auf rund 38.000 Likes und mehr als 230 Kommentare. Wie viele Follower an der Challenge letztlich teilgenommen haben, lässt sich rückblickend nicht mehr nachvollziehen. Insgesamt deuten die Werte aber auf ein gutes Engagement hin. Spannend ist vor allem die Mischung aus ganz unterschiedlichen Influencer-Typen: Von der klassischen Bloggerin über den Schauspieler bis hin zur Marathonläuferin und zum professionellen Handballer. Dass sich Volvic mit der Challenge auch selbst nicht allzu ernst nimmt, Nutzer in die Aktion aktiv einbindet und damit noch weitere Pluspunkte sammeln kann, ist dann die Kirsche auf der Sahne. Unter dem Strich steht eine rundum gelungene Aktion. 

Die europäische Kommission lässt grüne Projekte vorstellen

Darum geht’s: Um die Sichtbarkeit nachhaltiger Unternehmen und Projekte innerhalb der Europäischen Union zu erhöhen, hat die Europäische Kommission die Aktion #DingDongEU ins Leben gerufen. Das Konzept: Influencer und Influencerinnen aus Deutschland, Belgien, Portugal, Litauen und Griechenland besuchen Projekte in ihren jeweiligen Ländern (momentan vor allem virtuell), sprechen mit den Verantwortlichen und stellen sich zudem diversen „grünen Challenges“, inspiriert durch ihre Followerschaft. Hierzulande mit dabei waren bislang die Berlinerin luciekx (68.900 Abonnenten) und die Kölnerin Astrid S. alias starkstromhippie (25.600 Abonnenten). Zentrale Hashtags der Kampagne sind #DingDongEU und #EUinmyregion. Markiert wurde jeweils die offizielle Projektseite von EU in my Region.

Das können sich andere Marken abschauen: Das Projekt der EU-Kommission zeigt, wie gut es gelingen kann, Kampagnen den aktuellen Umständen entsprechend umzuplanen und neu zu denken. Anstatt die Influencer und Influencerinnen zwei Wochen lang durch ihre jeweiligen Heimatländer reisen zu lassen, haben sich die Organisatoren dazu entschlossen, die richtige Botschaft zu senden und auf Gesundheit sowie Sicherheit zu setzen. Herausgekommen sind kurzweilige und interessante Gespräche zwischen Influencern und nachhaltigen Unternehmern, die inspirieren. Indem Nutzer animiert werden, ihre Fragen zu stellen beziehungsweise Vorschläge für grüne Challenges zu machen, gelingt es der Kampagne zudem, Follower einzubinden und damit, das eigene Handeln im Alltag zu hinterfragen. Well done!

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