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Social Media Marketing
9 Influencer-Typen, die du garantiert noch nicht kanntest

9 Influencer-Typen, die du garantiert noch nicht kanntest

Ein Gastbeitrag von Menna Elhefny | 01.07.22

Influencer Marketing bietet sämtlichen Branchen Riesenpotentiale, auf TikTok, Instagram, YouTube und Co. Doch nur eine sinnvolle Kategorisierung ermöglicht zielorientierte Werbung. Hier kommen neun Influencer-Typen, die du kennen musst.

Influencer sind in den sozialen Medien hoch angesehen. Ob Pamela Reif, Julian Claßen oder Stefanie Giesinger: Werbetreibende buchen Influencer aufgrund ihrer hohen Social-Media-Reichweite. Warum? Influencer sind Online-Meinungsführer:innen. Sie haben im besten Fall eine loyale Community. Dabei geben sie Einblicke in viele, zum Teil private, Lebensbereiche und schaffen so eine enge Bindung zu ihren Abonnent:innen. Die Creator liefern inspirierende, lustige oder informative Beiträge.

Somit haben die Social Media Stars einen großen Einfluss auf ihr Publikum. Sie nutzen diese Autorität gezielt, um ihre Botschaften zu verbreiten. Damit begeistern sie Abonnent:innen von den Produkten der Unternehmen.

Der Vorteil ist offensichtlich

Unternehmen können ihren Bekanntheitsgrad erheblich steigern. So gelingen der Marke mehr Verkäufe. Influencer können ihrem Publikum interessante Produkte vorstellen und verdienen Geld. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

Doch die Selektion geeigneter Influencer ist für viele Unternehmen ein Problem. Nach Angaben der Social-Media-Konferenz Social Media Strategies Summit hadern 61 Prozent der Marketing Manager mit der Auswahl von Influencern. Aus diesem Grund ist eine Kategorisierung der Influencer entscheidend. Andernfalls ist erfolgreiches Influencer Marketing kaum möglich.

Meine Erfahrung

Es ist unklug, stets die Profilgröße als einziges Kriterium für die Auswahl der Influencer heranzuziehen. Eine größere Reichweite sorgt nicht immer für mehr Erfolg. Es zählt eher der Stil des Influencers sowie die Loyalität des Publikums. Schließlich nutzen Influencer mit unterschiedlichsten Motivationen ihr Social-Media-Profil.

Die entscheidende Frage lautet: Wie lassen sich Influencer sinnvoll unterteilen?

Nano-, Mikro-, Makro- und Mega-Influencer sind nahezu jeder:jedem Marketinginteressierten ein Begriff. Somit erfolgt die gängigste Einteilung nach der Anzahl der Follower. Von 10.000 zwei Millionen bis Abonnent:innen: Jeder Influencer wird auf Grund seiner Follower-Anzahl einer Gruppe zugeordnet. Meine Meinung ist: Der reine Fokus auf Follower-Zahlen ist komplett überholt. Ein Influencer mit 20.000 Followern kann mehr Story Views als ein Creator mit 100.000 Abonnent:innen haben.

Die Follower-Zahlen sagen nichts – oder nur wenig – über

  1. die Reputation,
  2. das Publikum,
  3. das Wachstum,
  4. den Profilstil
  5. oder die Interaktionsrate aus.

Daher gilt: Du musst die Follower-Zahlen um Faktoren erweitern, die nicht alleine durch Zahlen greifbar sind.

Neun Influencer-Typen nach Auftritt und Motivation

Bei der Typologisierung von Influencern liefert das Buch Erfolgreich Influencer werden: Mehr Follower, Reichweite und Einkommen eine Vielzahl von wertvollen Informationen. Demnach unterscheiden sich Influencer

  1. in ihren Inhalten,
  2. in der Wahrnehmung durch ihre Fans,
  3. in ihrem Auftreten,
  4. in der Intensität der Bindung zum Publikum
  5. und in der Profitabilität im Hinblick auf Kooperationen.

Du kannst mithilfe dieser Einteilung für dich thematisch und ideell passende Influencer ansprechen und für eine Kampagne gewinnen.

Die neun Influencer-Kategorien im Überblick

Die Influencer-Arten, die auch in erwähntem Buch vorgestellt werden, sind die folgenden:

  1. Trendsetter:in
  2. Unterhalter:in
  3. Aktivist:in
  4. Expert:in
  5. Erklärer:in
  6. Motivator:in
  7. Mentor:in
  8. Unternehmensbotschafter:in
  9. Prominente:r

Wichtig: Influencer können zugleich mehrere Typen abdecken. Ein Fitness YouTuber kann Motivator:in und Trendsetter:in sein. Die Übergänge sind fließend. Dennoch können Follower oft einen Schwerpunkt feststellen. Das bedeutet, dass ein Influencer hauptsächlich Aktivist:in ist, nebenbei jedoch auch als Erklärer:in aktiv sein kann.

Trendsetter:innen

Trendsetter:innen veröffentlichen beeindruckende Bilder, die denen in Hochglanzmagazinen ähneln. Sie entführen ihre Abonnent:innen in eine Traumwelt und ermöglichen es, dem Alltag zu entfliehen. Ein Foto von der Fashion Week in New York City, dem Besuch eines luxuriösen Anwesens in Südfrankreich oder am Strand unter Palmen sind gang und gäbe.

Trendsetter:innen sind Influencer, die Trends zu Mode, Schönheit, Fitness und Essen prägen. Weiterhin liefern sie zu diesen Themen Informationen. Sie veröffentlichen Inhalte über tolle Reiseziele, exklusive Veranstaltungen und luxuriöse Erlebnisse.

Beispiel: Ellabekind

Ob weiße Villen auf Santorini oder eine Riesenrutsche mit Privatressort auf den Malediven: Ella stellt ihren Followern die schönen Seiten des Reisens vor. Beeindruckende Bilder in großartigen Outfits runden ihren Instagram-Auftritt ab. Dabei achtet sie stets auf den gewissen Wow-Effekt. Ihre Inhalte sind ästhetisch ansprechend. Sie inspiriert ihre Follower auf Reisen zu gehen und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln. Dabei ist sie prädestiniert für den Influencer-Typ Trendsetter:in.

Übliche Kanäle:

  • Instagram
  • TikTok
  • eigener Blog

Unterhalter:innen

Unterhalter:innen sind Pausenclowns. Sie ermöglichen es Followern, ihre Sorgen zu vergessen und sich dem Moment hinzugeben. Der Unterhalter:in-Typ übernimmt die Rolle von Comedians und Reality TV Stars. Sie bringen ihren Follower zum Lachen und halten sie stets bei guter Laune.

Diese Influencer sorgen mit Einfallsreichtum und einer gewissen Portion Persönlichkeit für Unterhaltung. Sie eignen sich für Produktplatzierungen und ausgefallene Werbeformen. Entertainer sind hauptsächlich auf Instagram, YouTube, TikTok und Snapchat aktiv.

Aktivist:innen

Aktivist:innen nehmen eine idealistische Grundhaltung ein. Sie setzen sich für spezifische gesellschaftliche Belange ein und widmen sich den Themen voller Elan. Diese Influencer lenken die Aufmerksamkeit ihrer Abonnent:innen auf soziale oder politische Sachverhalte. Zu ihren Schwerpunkten gehören unter anderem die Globalisierung, der Klimawandel oder auch das Thema Nachhaltigkeit.

Der Fokus des Influencer-Typs liegt auf der Verbreitung eigener Botschaften. Sie möchten Follower für ihre Position einnehmen, um politische Veränderungen zu erreichen. Sie agieren investigativ und versuchen, die Reichweite ihrer Social-Media-Präsenz für ihre politischen Zwecke zu nutzen. Instagram, TikTok, LinkedIn, Facebook und Twitter sind die am häufigsten genutzten Plattformen der Aktivist:innen.

Expert:innen

Expert:innen sind Spezialist:innen auf ihrem Gebiet. Sie veröffentlichen Bücher, schreiben Fachartikel und sind als Interviewpartner:innen aktiv. Beispielhafte Themen sind die künstliche Intelligenz, Stammzellenforschung oder die Digitalisierung. Sie sind häufig auf LinkedIn aktiv, um sich zu Geschäftsthemen auszutauschen und auf dem Laufenden zu bleiben. Obwohl sie als Mikro-Influencer eine kleine Nische bedienen, strahlen sie eine große Autorität in ihrem Bereich aus. Sie bieten interessierten Followern durch ihr großes Fachwissen wertvolle Orientierung und liefern branchenaktuelle Informationen.

Übliche Kanäle:

  • Blog
  • wissenschaftliche Plattformen
  • Branchenveranstaltungen
  • Interviews in Medien

Erklärer:innen

Erklärer:innen sind eine Art Tutor:in in den sozialen Medien. Sie bringen ihren Followern Themen leicht verständlich bei. Follower bringen diesem Influencer-Typ viel Vertrauen entgegen. Ihre Glaubwürdigkeit beziehen sie aus ihrem erlernten Fachwissen. Sie informieren über alltägliche, politische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Themen und bieten ihren Followern eine Plattform, das eigene Verständnis zu einem bestimmten Thema zu erweitern.

Beispiel: Mailab

Mailab (Mai Thi Nguyen-Kim) überzeugt durch informative Inhalte. Sie ist Wissenschaftsjournalistin und Fernsehmoderatorin, Chemikerin, Autorin und Social Media Star zugleich. Ihre Follower bringen ihr auf Grund ihrer Expertise viel Vertrauen entgegen. Dadurch wird sie zum:zur Tutor:in für ihre Abonnent:innen. Auf eines ist dabei Verlass: Sie hat stets die passenden Antworten auf naturwissenschaftliche Fragen parat.

Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft? Die Influencerin stellt komplexe Themen leicht verständlich dar. Dabei achtet sie darauf, Inhalte mit Illustrationen visuell ansprechend zu gestalten. Selbstverständlich darf der gewisse Unterhaltungsfaktor nicht fehlen.

Übliche Kanäle:

  • YouTube
  • TikTok
  • Instagram
  • eigene Website

Motivator:innen

Motivator:innen spornen ihren Follower zu Höchstleistungen an. Der Fokus liegt dabei auf Fitness oder Selbstverbesserungsthemen. Dieser Influencer-Typ hilft Followern, an die eigenen Grenzen zu gehen und die Komfortzone zu verlassen. Dadurch liefern Motivator:innen ihren Abonnent:innen den nötigen Schub, um voranzukommen und gesetzte Ziele zu erreichen. Wenn dein Schweinehund noch nicht überwunden ist und du etwas Ansporn brauchst, ist dieser Follower-Typ der richtige für dich.

Übliche Kanäle:

  • YouTube
  • TikTok
  • LinkedIn
  • Blog

Mentor:innen

Mentor:innen unterstützen ihre Abonnent:innen bei persönlichen und beruflichen Problemen. Sie zeigen Handlungsalternativen auf und helfen ihren Followern, Veränderungen an ihrem Leben vorzunehmen. Diese Influencer nehmen den User an die Hand, bieten Orientierung und konkrete Ratschläge. Ihre Themen können von Do-it-yourself über Lifehacks und Lebensberatung bis hin zu jedem Nischenthema reichen.

Übliche Kanäle:

  • YouTube
  • LinkedIn
  • eigene Website

Unternehmensbotschafter:innen

Bei Unternehmensbotschafter:innen ist der Name Programm. Sie stellen sich und ihr Unternehmen in Szene. Diese Influencer nehmen eine Führungsposition im Betrieb ein. Ihre Strahlkraft ist jedoch nicht auf ihre Branche begrenzt. Diese Influencer leisten einen Beitrag über ihre Branche hinaus. Sie beziehen häufig zu sozialen Themen Stellung und bieten Orientierung. Ob Frauenquote, Lohnerhöhungen oder Tarifverhandlungen: Diese Influencer beziehen machen auf sich und ihre Position aufmerksam.

Beispiel: Tina Müller, CEO der Douglas Gruppe

Tina Müller ist CEO der Douglas Gruppe und eine Expertin aus der Beauty-Branche. Sie nutzt LinkedIn, um ihren Followern persönliche und berufliche Themen näherzubringen.

Die LinkedIn Influencerin unterstützt Frauen beim Erlangen von Führungspositionen und der Arbeit in solchen. Dabei repräsentiert sie den Influencer-Typ Unternehmensbotschafter:in. Sie bezieht zu sozialen Themen wie Frauen in Führungspositionen Stellung.

Tina Müllers LinkedIn-Profil
Tina Müllers LinkedIn-Profil

Übliche Kanäle:

  • LinkedIn
  • Xing
  • Instagram
  • Twitter

Prominente

Prominente sind abseits der sozialen Medien bekannt geworden. Sie sind über das Fernsehen, das Radio oder andere mediale Kanäle in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Sie haben durch ihre öffentliche Präsenz schnell an Reichweite gewonnen. Prominente sind häufig als Regisseur:innen, Moderator:innen, Schauspieler:innen oder Models tätig. Die berufliche Tätigkeit ist nicht auf diese Branche beschränkt. Sämtliche Berufe im Fokus der Öffentlichkeit sind möglich. Prominente nutzen Social Media, um ihre eigenen Projekte zu bewerben und ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern.

Übliche Kanäle:

  • Instagram
  • Facebook
  • TikTok
  • Website

Influencer-Typen im Überblick: ein Fazit

Unternehmen können zwischen einer Vielzahl an Influencer-Typen wählen. Je nach Branche und Zielen kann sich die Wahl der passenden Influencer-Art unterscheiden. Grundsätzlich gilt: Aktivist:innen eignen sich für nachhaltige Unternehmen. Das können beispielsweise Unternehmen sein, die wiederverwendbare Verpackungen nutzen oder sich für andere umweltzentrierte Ansätze einsetzen. Expert:innen eignen sich für Firmen, die im Bereich B2B tätig sind. Ihr Nischenthema richtet sich meistens an Unternehmen. Motivator:innen sind im Fitness-, Hausbau- oder Selbstoptimierungsbereich angesagt. Diese legen für Abonnent:innen den Grundstein, um ihre Ziele zu erreichen.

Es ist sinnvoll für Unternehmen, verschiedene Influencer-Typen zu testen, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen. Dabei ist es durchaus möglich, dass mehrere Influencer-Typen für Marketing-Kampagnen erfolgreich sind.

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