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Social Media Marketing
10 Gründe, warum deine Marke mit Influencern kooperieren sollte
© Artem Beliaikin - Unsplash

10 Gründe, warum deine Marke mit Influencern kooperieren sollte

Ein Gastbeitrag von Keyvan Haghighat Mehr | 09.03.20

Ist Influencer Marketing nicht einfach nur ein Hype? Von wegen – hier findest du zehn Gründe, die für eine Influencer-Kooperation sprechen. Und Tipps, wie du sie umsetzen kannst.

Influencer – das sind doch die, die auf Instagram lächelnd irgendwas in die Kamera halten? Ja und nein, denn natürlich gibt es diese Art Influencer. Daneben gibt es aber noch eine ganze Menge andere Meinungsbildner; und darunter vielleicht genau die eine Person, die perfekt zu deiner Marke passt. Warum eine Influencer-Kooperation dir zum Erfolg verhelfen kann, erfährst du in diesem Beitrag.

Wer und was ist eigentlich ein Influencer?

Ein Influencer ist jemand, der in einer bestimmten Nische als Meinungsmacher gilt und eine gewisse Reichweite hat. Das müssen übrigens keineswegs immer die sogenannten Mega-Influencer mit Millionen Followern sein – tatsächlich ist es für Brands oft sinnvoller, mit Nano- oder Micro-Influencern zusammenzuarbeiten:

  • Nano-Influencer = maximal dreistellige Followerzahl
  • Micro-Influencer = etwa vier- bis fünfstellige Followerzahl

Die wirken nämlich im Vergleich besonders authentisch und können mit großer Autorität in ihrer Nische aufwarten.

Noch einmal zurück zu Influencern als Meinungsbildner: Was sie tun, kaufen oder promoten, wird oft Trend. Dementsprechend groß ist der Branding-Effekt, den eine Marke aus einer Kooperation ziehen kann.

Zuerst eine kurze Übersicht, wo Influencer vor allem anzutreffen sind:

  • Instagram
  • Facebook
  • YouTube
  • Twitter
  • Pinterest
  • Snapchat
  • TikTok

10 gute Gründe für Influencer-Kooperationen

Reichweite, Authentizität und Content, der leicht zu haben ist: Das sind drei gerne genannte Argumente für Influencer-Projekte. Zurecht, deshalb wirst du diese Gründe auch in unserer Liste finden. Aber war es das wirklich schon? Natürlich nicht.

#1 Hohe Reichweiten und präzises Zielgruppen-Targeting

Wer einem Influencer folgt, tut das aus Interesse. Das heißt: Wenn deine Marke mit dieser einflussreichen Person zusammenarbeitet, bekommst du dadurch automatisch die Aufmerksamkeit einer ganz spezifischen Zielgruppe.

An dieser Stelle dürfen ein paar Zahlen aus dem Influencer Marketing Report 2019 von Rakuten Marketing nicht fehlen: Von 3.600 Befragten gaben 41 Prozent an, pro Woche auf mindestens ein neues Produkt beziehungsweise eine neue Brand aufmerksam zu werden – allein durch Influencer. Nicht schlecht, oder?

Wie viele interessierte Menschen du tatsächlich erreichst, hängt aber logischerweise davon ab, auf welcher Skala „dein“ Influencer sich bewegt. Je größer die Fanbase, desto größer die Streuverluste. Nano- und Micro-Influencer mit ihrer eher überschaubaren Followerzahl sind hingegen eine durchaus lukrative Option – hier wird schließlich Authentizität ganz besonders großgeschrieben. Apropos authentisches Auftreten …

#2 Ein Gesicht zum Produkt = Glaubwürdigkeit

Kaufentscheidungen stehen und fallen mit dem Faktor Vertrauen – und wir Menschen neigen nun mal dazu, einem Gesicht sehr viel schneller zu vertrauen als einem abstrakten Unternehmenslogo. Wenn du eine Influencer-Kooperation startest, macht das deine Brand nahbarer und die Werbebotschaft authentischer.

Das gilt ganz besonders, wenn man bedenkt, dass Influencer in der Regel aktiv mit ihren Followern interagieren, statt einfach nur One-to-many-Kommunikation zu betreiben. Plus: Influencer werden weniger als werbend wahrgenommen, sondern eher als neutrale Instanzen, ganz nach dem Motto: „Sie könnten ja immer noch negativ bewerten, wenn sie wirklich nicht zufrieden wären.“

#3 Emotionale Bindung

Eine Empfehlung wirkt deutlich stärker auf uns, wenn sie von jemandem kommt, den wir sympathisch finden. Und genau das ist üblicherweise die Einstellung, die Follower gegenüber ihren Influencern haben, erst recht, wenn sie ihnen schon über einen längeren Zeitraum folgen.

Anders gesagt: Das Follower-Verhältnis basiert weniger auf kommerziellem Interesse als vielmehr auf einem subjektiv empfundenen Freundschaftsgefühl. Hand in Hand damit geht die Tatsache, dass Follower bei den „Freunden“ aka Influencern gerne mal dazu bereit sind, in Kommentaren ihre Meinung zu teilen. Durch die Kooperation bekommst du also als praktischen Nebeneffekt noch eine ganze Menge echtes Zielgruppen-Feedback.

#4 Neue Content-Ideen vom Profi

Niemand wird automatisch Influencer. Alle Meinungsmacher, die auf diversen sozialen Netzwerken so unterwegs sind, haben eines gemeinsam: Sie erstellen leidenschaftlich gern Content, und zwar hochprofessionell. Als Experten in ihrer jeweiligen Branche wissen sie bis ins Detail, was ihre (und gleichzeitig deine) Zielgruppe sehen will und sind Profis darin, outside the box zu denken.

Dass kreative Ansätze im Social Media Marketing unverzichtbar sind, weiß theoretisch jeder, doch in der Umsetzung wird es oft schon schwieriger. Kreativität auf Knopfdruck: Ganz so einfach ist es dann eben doch wieder nicht. Für Influencer allerdings gehört es zum normalen Arbeitsalltag, sich zu überlegen, wie man die Follower immer wieder neu abholen kann.

Unter anderem deshalb sind Influencer-Kooperationen so lukrativ, denn sie bringen frischen Wind in die Content-Strategie. Ein großer Faktor, wenn man bedenkt, dass die Content-Welt sich immer schneller dreht und es zunehmend schwierig wird, tatsächlich noch neue Ideen zu entwickeln.

#5 Nachhaltiger Kontakt

Einmal kooperiert und das war es? Von wegen. Je länger deine Marke mit derselben Person zusammenarbeitet, desto glaubwürdiger wird die Botschaft – soweit eigentlich logisch. Wenn also eine erste Kooperation gut verlaufen ist, solltest du unbedingt dranbleiben und aktiv weitere gemeinsame Projekte vorschlagen. Das dürfte auch im Interesse des Influencers sein, denn letztendlich geht es doch euch beiden um einen erfolgreichen Deal.

Tatsächlich ist eine langfristige Zusammenarbeit sogar fast schon ein Muss, so Ariella Brown von PostFunnel, denn nur in dauerhaften Kampagnen können Influencer ein Produkt oder eine Leistung aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Und was würdest du selbst eher glauben: Eine einmalige Erwähnung nebenher oder eine positive Einschätzung, die mehrfach wiederholt wird? Eben.

#6 Unaufdringliche Sofortwerbung

Wenn Influencer werben, dann in der Regel mit unmittelbarem und nachvollziehbarem Bezug zu ihrem Alltag (na gut – nicht immer, wie diese 5 Influencer-Fails zeigen). Anders als in klassischen Werbeanzeigen oder Social Ads steht der Influencer-Werbepost in einem ganz bestimmten Kontext, idealerweise dem Alltag dieser Person.

Vor allem Instagram ist in Sachen Echtzeit-Storytelling ganz vorne dabei. Hier nehmen die meisten Influencer ihre Follower den ganzen Tag über in den Stories mit – und können dort werben, ohne dass es aufdringlich wirkt.

Sie sind zwar verpflichtet, Werbung als solche zu kennzeichnen, doch das wird nicht als störend empfunden, wenn man einer Umfrage von Kantar TNS (2019) glauben darf: Insgesamt 72 Prozent der Befragten gaben an, der werbliche Charakter würde ihnen nichts ausmachen. Ob man das Gleiche über Social Ads, Bannerwerbung, Fernseh- und Radiospots auch sagen kann? Wohl kaum.

#7 Imagepflege: Augen auf bei der Partnerwahl

Keine Marke existiert in einem Vakuum – und die richtigen Businesskontakte können sich stark auf das Markenimage auswirken. Wenn du es also schaffst, gute Influencer-Kontakte aufzubauen, kannst du das Ansehen deiner Brand unter Umständen so richtig pushen.

Alternativ sind Kooperationen eine Möglichkeit, imagetechnisch neue Wege zu gehen. Ein Beispiel: Seit einiger Zeit ist „Yoga With Adriene“-Gründerin Adriene Mishler nun schon das Gesicht der Yoga-Linie von Adidas. Ein kluger Schachzug, denn wer hätte noch vor ein paar Jahren die Sportmarke Adidas mit der Wellness-Welt von Yoga-Tutorials auf YouTube assoziiert?

Achtung: Eine Kooperation bedeutet nicht automatisch, dass das Markenimage positiv durch die Decke geht. Es gibt genügend Beispiele von missglückten Kampagnen – und die wichtigste Lektion daraus ist: Unbedingt die richtige Person für die Zusammenarbeit wählen.

#8 Wenig Produktionsaufwand

Influencer sind Content-Profis in jeglicher Hinsicht, denn wie schon gesagt, wissen sie am besten, was ihre Follower sehen wollen. In der Regel können sie außerdem sehr gut einschätzen, was der ideale Zeitpunkt zum Posten ist – eine Frage, an der sich wohl schon so mancher Social-Media-Marketer die Zähne ausgebissen hat…

Für eure Kooperation heißt das: Die klügste Strategie ist es, dem Influencer selbst die Content-Produktion und das Posten zu überlassen. Die klügste und günstigste, denn du sparst dir so eine Menge Arbeitsaufwand und bekommst trotzdem (authentische) Postings, die ins Schwarze treffen.

Insgesamt ist eine Influencer-Kooperation tendenziell die billigere Lösung. Ja, es gibt die Caro Daurs dieser Welt, die für einen Post geschätzt 5.000 Euro bekommen – die Regel ist das hierzulande aber nicht. Achtung: „Billig“ heißt nicht „Schleuderpreis“. Influencer sein ist ein Job, der oft mit viel Arbeit verbunden ist. Die solltest du angemessen entlohnen.

#9 Erfolge sind gut messbar

Marketingmaßnahmen müssen natürlich nicht nur geplant und umgesetzt, sondern auch ausgewertet werden. Gängige Kennzahlen sind:

Der große Vorteil bei Influencer-Kooperationen: Dein Businesspartner kennt seine wichtigsten Kennzahlen selbst am besten und kann bei der Analyse wertvollen Input beisteuern. Die Zusammenarbeit ist also in mehrfacher Hinsicht sehr effizient. Plus: Marke und Influencer können beide kontinuierlich daraus lernen und die gemeinsame Strategie immer weiter optimieren.

# 10 Keine Adblocker

Werbung, Werbung, noch mehr Werbung: Um sich genau damit nicht herumschlagen zu müssen, verwenden fast 30 Prozent der Internetnutzer in Deutschland einen Adblocker. Ganz schön schlechte Nachrichten für alle Marketer, die mit Werbebannern und dergleichen Aufmerksamkeit wecken wollen.

Bei Influencer-Werbung sieht es da schon anders aus, denn es handelt sich dabei um organische Posts. Instagram Stories, Blogposts, YouTube-Videos und Co. kommen an den Adblockern locker vorbei – und wie wir ja mittlerweile schon wissen, stört sich ein Großteil der Follower nicht am werblichen Charakter solcher Beiträge.

Soweit zu den Benefits, die eine Kooperation mit Meinungsmachern haben kann. Stellt sich nur noch die Frage, wie man so ein Projekt eigentlich umsetzt.

Wie man eine Influencer-Kooperation geschickt angeht

Eine Zusammenarbeit mit Influencern lässt sich im Wesentlichen in drei Phasen einteilen:

  1. die Suche nach der passenden Person
  2. die „Kennenlernphase“
  3. die Kooperation samt Auswertung

Wie es danach weitergeht, hängt ganz davon ab, ob das gemeinsame Projekt gut verläuft. Im Idealfall sind beide Parteien zufrieden und es folgen Phase 4, 5, 6 und mehr: die nächsten Kampagnen.

In der Infografik siehst du im Überblick, was du zu den einzelnen Stationen der Kooperation wissen musst. Oder du liest einfach weiter – abschließend haben wir den Prozess noch einmal näher erklärt.

Infografik: Erfolgreiche Influencer-Markting-Kooperationen starten in 6 Schritten
Erfolgreiche Influencer-Markting-Kooperationen starten in 6 Schritten: Suchen, finden, kommunizieren: das ist die Basis einer Kooperation, zusammengefasst von media by nature (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht)

Schritt 1: Vorsortieren, Background Check und grobe Planung

Zugegeben: Nicht jeder Möchtegern-Influencer da draußen versteht auch tatsächlich etwas vom Business. Da heißt es gründlich sein bei der Auswahl. Ganz wichtig ist zum Beispiel, dass es nicht allein auf die Followerzahl ankommt. Ein paar hundert aktive Follower sind wesentlich besser als tausende inaktive oder gar gekaufte (Bot-)Follower.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile diverse Tools für die Influencer-Suche, an der Auswahl kann es also nicht scheitern. Alternativ kannst du dich an eine Agentur wenden, die sich auf Influencer Relations spezialisiert hat.

In diesem ersten Schritt solltest du übrigens schon wissen, wie du dir die Zusammenarbeit vorstellst. Was sind die konkreten Ziele, das Budget und die Gegenleistung, die du als Businesspartner bieten kannst?

Schritt 2: „Kennenlernen“ und Kontaktaufnahme

Sobald die engere Auswahl steht, solltest du mit den betreffenden Personen in Kontakt treten – allerdings noch nicht mit der konkreten Anfrage! Einen netten Kommentar hinterlassen, Beiträge teilen und dergleichen. Diese kleinen Wertschätzungsgesten bringen deine Marke auf das Radar des Influencers.

Sicher, nicht jeder Influencer bekommt täglich hunderte Anfragen. Trotzdem: E-Mails checken und Angebote durchgehen kostet Zeit. Und wie wahrscheinlich ist es, dass ein Influencer sich überhaupt näher mit deiner Nachricht befasst, wenn sie völlig aus dem Nichts kommt? Ohne ein erstes „Beschnuppern“ im Vorfeld kann es gut sein, dass ihr erst gar nicht ins Gespräch kommt.

Apropos Gespräch: Wie soll so eine Kooperationsanfrage aussehen? Ganz klar: individuel. Aus der Anfrage muss hervorgehen, dass du weißt, was der Influencer so macht. Massenabfertigung mag niemand gern. Wichtig ist außerdem, einen konkreten Deal vorzuschlagen und möglichst viele Informationen zu liefern – das verkürzt den ganzen Prozess, und darüber freuen sich beide Seiten.

Schritt 3: Kooperation und Auswertung

Eine Zusammenarbeit bedeutet genau das: zusammenarbeiten. Sobald Auftraggeber und Influencer eine Vereinbarung getroffen haben, ist bei der Umsetzung also gemeinsame Sache gefragt. Gleichzeitig gilt für dich als Unternehmer aber: Lass dem Influencer Freiräume, denn wie gesagt kennt er oder sie das Publikum selbst am besten.

Hier geht es vielmehr darum abzuklären, wer in welchem Zeitraum was tun soll. Ebenso wichtig ist natürlich die Auswertung, sobald der Stein einmal ins Rollen gekommen ist. Auch diesen Punkt besprecht ihr am besten frühzeitig, damit keine Missverständnisse entstehen.

Fazit: Nicht ohne meinen Influencer … oder?

Das Marktvolumen für Influencer-Marketing im deutschsprachigen Raum wird für 2020 auf rund 990 Millionen Euro geschätzt. Eine Zahl, die zeigt: Da besteht gewaltiges Potenzial, und das weiß höchstwahrscheinlich auch deine Konkurrenz.

Wenn du nun mit dem Gedanken spielst, so eine Kooperation anzugehen, hier noch ein letzter Tipp: Sieh die Zusammenarbeit nicht als das Werbe-Wundermittel schlechthin. Vielmehr sollte sie ein Teil des Marketingmix sein und nicht deren gesamtes Fundament.

In diesem Sinne: Viel Erfolg beim ersten Influencer-Projekt – und nicht vergessen: keep it real!