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Studie zeigt: Online-Stellenmärkte büßen wegen Google Jobs ein
© Taylor Vick - Unsplash, Google

Studie zeigt: Online-Stellenmärkte büßen wegen Google Jobs ein

Toni Gau | 13.09.19

Seit Mai 2019 ist Google Jobs in Deutschland verfügbar und steht nun in der Kritik. Eine neue Searchmetrics-Studie zeigt die angerichteten Schäden.

Bereits vor einigen Monaten berichteten wir darüber, dass Google Jobs jetzt auch nach Deutschland kommt. Was zunächst wie eine angenehme Möglichkeit zur Online-Jobsuche klang, entpuppt sich als tatsächliches Problem, wie eine Searchmetrics-Studie zeigt. Die Auswirkungen sind dabei wohl so schwerwiegend, dass bisher insgesamt 23 Stellenbörsen Beschwerde gegen den Service des Big Players einreichten, da seitens Googles ein Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vorliege. Den publizierten Anschuldigungen zufolge würde Google versuchen Nutzer innerhalb der eigenen Sphären beizubehalten, ohne, dass dabei die üblichen Marketing-Ausgaben für Job-Anzeigen fällig würden. Searchmetrics ermittelte folgend auf diese Anschuldigung, wer denn die Gewinner und Verlierer der deutschen Online-Jobbörse sind, seit dem auftreten von Google Jobs. Als Datenbasis hierfür wurde die Searchmetrics Research Cloud angewendet, mit hunderttausenden von Keywords.

Sieger im Widget

Zunächst wurden die Gewinner im Google Jobs Widget selbst festgestellt. Sprich, welche Seiten bei Google Jobs am häufigsten angezeigt werden. Den ersten Platz belegt hierbei Xing mit einer Sichtbarkeit von insgesamt 21 Prozent – und dementsprechend mit Abstand. Auf dem zweiten Platz liegt Stellenanzeigen.de mit einer Sichtbarkeit von neun Prozent, dicht gefolgt von LinkedIn, welches eine Sichtbarkeit von 7,6 Prozent aufweist.

Mit einer Sichtbarkeit von insgesamt 21 Prozent dominiert Xing Google Jobs. © Searchmetrics

Xing und LinkedIn sind somit die eindeutigen Sieger bei Google Jobs, doch im organischen Ranking sieht deren Position gänzlich anders aus.

Sieger im organischen Ranking

Diese Überschrift ließe sich im Übrigen auch durch „Google Jobs-Verlierer“ ersetzen und es läge kein sinngemäßer Unterschied vor. Einzelne Stellenbörsen haben nämlich eine Zusammenarbeit mit Google konsequent verweigert, indem sie die eigenen Job-Anzeigen nicht mit dem vom Big Player empfohlenen Markup versehen haben. Das sorgt nun im Endeffekt für insgesamt weniger Anzeigen bei Google Jobs und somit für einen damit einhergehenden Gewinnverlust. Das organische Ranking meint hierbei, welche Seiten bei der traditionellen Google-Suche vorgeschlagen werden.

Sieger im organischen Ranking, Verlierer bei Google Jobs. © Searchmetrics

Die letztendlichen Verlierer bei Google Jobs sind somit Indeed, Stepstone und Kimeta. Drei zuvor eigentlich sehr präsente Namen, welche nun bestätigen, wie viel Einfluss der Big Player auf Branchen hat, in die er sich vortraut. Searchmetrics nimmt an, dass die Domains, die vor der Einführung von Google Jobs auf den ersten drei organischen Positionen rankten, am meisten vom Google Job-Widget betroffen sind. Grund sei, dass die URLs auf den Positionen eins bis drei mehr als die Hälfte aller verfügbaren Klicks bekommen – und diese URLs nun durch den Google-Jobs-Kasten über den organischen Ergebnissen die meisten Einbußen verzeichnen. Eine dementsprechende Frustration der Google Jobs-Verlierer scheint plausibel.

Aussichten für Google Jobs

Es bleibt gespannt abzuwarten, wie auf die letztendlichen Vorwürfe gegenüber Googles virtuellen Stellenmarkt seitens der EU reagiert wird. Bemerkenswert ist hierbei, dass bereits aus Fehlern der Vergangenheit, in diesem Fall Google Shopping, gelernt wurde und man an der Spitze des Jobs Widgets die fünf organischen Sieger anzeigt und eine weitere Suche bei diesen vorschlägt. Eine an sich sinnvolle Maßnahme, die allerdings wohl doch nicht so viel Einfluss mit sich bringt, wie eigentlich erhofft. Das Problem, dass Google Nutzer im eigenen Universum zu halten versucht, wird dadurch nicht nichtig, denn Nutzer werden nicht auf die vorgeschlagene Jobseite umgeleitet, bis zu dem Zeitpunkt, an dem eine Bewerbung erfolgt. Genauso wichtig, wie in Form der empfohlenen Markups sichtbar: Wer vor dem Big Player nicht das Knie beugt, muss schlussendlich mit Verlusten rechnen.

Pascal am 17.09.2019 um 12:04 Uhr

Bei der momentanen Entwicklung sieht es so aus als ob Google auf in ein paar Jahren nahezu alle online kommissionsbasierte Nischen dominieren wird. Egal ob Hotels, Flüge, Zugfahrten, Jobs und E-Commerce. Irgendwann wird man nur noch Google nutzen müssen um in allen Bereichen das beste Angebot zu erhalten.

Die Frage ist wie lange das dauern wird, bis irgendwann per Gesetz das Monopol gestoppt wird.

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