Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
SEO - Suchmaschinenoptimierung
Strategisch sinnvoll handeln: SEO in der Coronakrise
© Nathana Rebouças - Unsplash

Strategisch sinnvoll handeln: SEO in der Coronakrise

Ein Gastbeitrag von Florian Ries | 20.05.20

Die Coronapandemie hat das Suchverhalten der Menschen zeitweise extrem verändert. Inwiefern müssen und wie können SEOs reagieren?

„Desinfektionsmittel“, „Mundschutz“, „Homeoffice“ – das Ranking der häufigsten Suchbegriffe spiegelt die veränderten Lebensbedingungen und Bedürfnisse während der Corona Krise wider. Auch das Online Marketing steht dadurch ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Was müssen Unternehmen in Bezug auf ihre SEO-Strategie in diesen Zeiten beachten?

Die verschiedenen Einschränkungen im öffentlichen Leben und damit eng verbunden auch im Berufslebens und der Wirtschaft stellen viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Wenn Umsätze plötzlich wegbrechen, ist schnelles Handeln gefragt, um Liquidität, Arbeitsplätze und den Fortbestand des Betriebs zu sichern. Doch welche Maßnahmen sind hier die richtigen?

Die Krise wird deutlich sichtbar

Dass es starke Einbrüche für die gesamte Wirtschaft geben wird, ist unumstritten. Eine derartige Situation gab es bisher weltweit noch nicht:

  • Zahlreiche Unternehmen – große Industrieunternehmen genauso wie kleine Firmen und Selbständige – können ihre Tätigkeit über einen längeren Zeitraum nur noch eingeschränkt oder vollständig nicht mehr ausüben.
  • Die großen Börsen-Indizes haben allesamt einen massiven Einbruch erlitten und spiegeln die ersten Auswirkungen der Krise bereits wider.
  • Die Krise wirkt sich ungleich aus. Während verschiedene Branchen wie etwa Gastronomie oder Bekleidung schon durch die festgelegten Einschränkungen besonders betroffen sind, zeigen sich die Auswirkungen für andere Sektoren zeitverzögert. Wieder andere Bereiche können sogar direkt profitieren.
  • Trotz kurzfristig zugesicherter öffentlicher Hilfsgelder kann das langfristige Überleben eines Unternehmens damit nicht zwangsläufig gewährleistet sein.

Für viele Unternehmen gilt es, zunächst die Liquidität sicherzustellen und in sämtlichen möglichen Bereichen die Kosten einzudämmen. Neben Ausgaben wie etwa den Personalkosten (Kurzarbeitergeld) oder dem zeitweisen Stilllegen des Fuhrparks kommt meist auch das Marketing ins Gespräch.

Marketing und SEO überlebenswichtig?

Selbst, wenn ein Unternehmen nicht direkt von einem kompletten Shutdown betroffen ist, und bestimmte Tätigkeiten weiterlaufen können, ist es eine schwierig zu beantwortende Frage, ob Marketingaktivitäten zu den „überlebensnotwendigen“ Punkten gezählt werden sollten. Wer jetzt wirklich auf jeden Euro achten muss, sieht hier gegebenenfalls am ehesten Einsparpotential.

Das kann allerdings zu kurzfristig gedacht sein. Wenn es nicht ums bloße Überleben geht, sollten Strategien entwickelt oder angepasst werden, um der Situation auch in den Bereichen Marketing und SEO zu begegnen und sein Unternehmen für die Zeit nach den stärksten Restriktionen möglichst gut zu positionieren.

Klar ist, dass es dabei nicht die eine richtige Vorgehensweise geben kann. Zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen für einzelne Branchen und jedes Unternehmen im Detail. Vom kompletten Aussetzen der Marketing- beziehungsweise SEO-Budgets über ein Konzentrieren auf die wichtigsten Maßnahmen bis hin zu verstärkten Aktivitäten und gezielten Kampagnen ist alles denkbar.

Jetzt für die Zeit nach der Krise handeln

Da gerade SEO-Maßnahmen eher zeitverzögert wirken, kann es sich negativ auswirken, jetzt zu zurückhaltend zu agieren und einfach abzuwarten. Die Krise wird nicht ewig dauern und die große Chance besteht darin, die Zeit des „Stillstands“ möglichst optimal zu nutzen. Um nicht vollständig von der Bildfläche zu verschwinden, kann es sinnvoll sein, sich aktuell durch gezielte Kampagnen immer wieder ins Gedächtnis der Kunden zu rufen.

In Bereichen, die sich bislang durch große Konkurrenz auszeichnen, können jene Unternehmen profitieren, die jetzt dennoch SEO- und Marketing-Maßnahmen vorantreiben. Wer die Krise als Chance nutzen möchte, kann sich so bestenfalls einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und von der Situation mit wegbrechender Konkurrenz profitieren.

Der Worst Case wäre, dass aus Liquiditätsgründen die Marketing- und SEO-Budgets komplett eingefroren werden müssten. Daraus resultierende Sichtbarkeitsverluste lassen sich unter Umständen später nur schwer wieder aufholen.

Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken,
Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken, © seo2b
Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken,
Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken, © seo2b
Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken,
Drei Investitionsszenarien im Kontext der Coronakrise, die Sichtbarkeit könnte parallel zum Investment stagnieren, steigen oder absinken, © seo2b

SEO-Strategien analysieren und hinterfragen

Ein wichtiger erster Schritt besteht deshalb darin, den Status quo zusammen mit den verschiedenen Faktoren, die für Veränderungen sorgen, genau unter die Lupe zu nehmen. Es gilt, (bestehende) SEO-Maßnahmen zu analysieren und nach Ansatzpunkten und Möglichkeiten zu suchen, die verändert werden sollten oder Potential bieten.

Bestimmte Faktoren sind für den SEO-Bereich dabei besonders relevant:

  • Suchbegriffe: Analysen zu den Suchtrends zeigen eindrucksvoll,welche Begriffe aktuell bei Google, Amazon und Co. besonders häufig auftauchen. Wo es sinnvoll ist, können diese aufgegriffen und für verschiedene SEO-Maßnahmen eingesetzt werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die eigenen bisher relevanten Keywords auf ihre Suchvolumina und Reichweiten zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
  • Content Marketing: Aktuell herrscht in vielen Bereichen eine große Unsicherheit. Für Unternehmen ist das eine Möglichkeit, sich als kompetenter Ansprechpartner zu präsentieren und zusätzlich verschiedene Hilfestellungen anzubieten. Passender Content kann dazu ein guter Weg sein, etwa um Antworten auf aktuelle Fragen zu geben oder einen zusätzlichen Service zu bieten. Information schafft Vertrauen.
  • SEO statt SEA: Wo bestimmte Keywords bei den Suchvolumina obsolet werden, ist es klug das entsprechende Budget in aktuell vielversprechendere Kanäle zu verschieben. Langfristig und dauerhafter wirkende Rankingfaktoren wie guter Content oder sinnvolle Backlinks haben für die Sichtbarkeit unverändert hohes Gewicht.
  • Onpage-Maßnahmen: Einigen Unternehmen verschafft die Krise auch schlicht etwas mehr Zeit. Wenn in verschiedenen Bereichen Aufgaben wegfallen, können freigewordene Kapazitäten dazu genutzt werden, um „liegengebliebene“ Onpage-Maßnahmen in Angriff zu nehmen. Das Aktualisieren von Content oder das Überprüfen und Überarbeiten weiterer Punkte wie Ankertexte, Title Tags, Meta Descriptions, Broken Links und weiterer Faktoren kann sich bereits positiv auf das Ranking auswirken.

Individuelle Entscheidungen treffen und handeln

Gerade im Bereich Content Marketing muss jeder einen individuellen Weg finden. Ob Corona (direkt) thematisiert wird, oder nicht – ausgerichtet auf die (veränderten) Wünsche und Interessen der Nutzer kann so Kontakt gehalten und Interaktionen können angeregt werden.

Die intensive Analyse wird zeigen, in welchen Bereichen sich mit dem kleinsten Aufwand die besten Ergebnisse erzielen lassen. Dort sollte dann schnell gehandelt werden. Je nach vorhandenem Budget können anschließend weitere Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Gerade Linkaufbau und Content Marketing können sich dann so richtig auszahlen, wenn die Wirtschaft wieder anfährt.

Fazit

Soweit dies finanziell machbar ist, sollten SEO-Maßnahmen nicht (vollständig) unterbrochen werden. Analog zu den Veränderungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese zielgerichtet anzupassen oder neue Impulse zu setzen.

Eine detaillierte Analyse ist dazu der wichtigste Startpunkt, um mögliche Ansatzpunkte ausfindig zu machen. Mit einer angepassten Strategie lassen sich individuelle Potentiale ausschöpfen und gegebenenfalls sogar Wettbewerbsvorteile erlangen – etwa gegenüber möglicher Konkurrenten, die weniger schnell reagieren (können).

Jede Krise hat ein Ende und der Wunsch nach Alltag, Leben und Konsum wird die Wirtschaft ohne Zweifel wieder beleben. Wie ein Unternehmen aus der Situation herauskommt, kann jetzt mit den richtigen Maßnahmen bereits entscheidend beeinflusst werden.