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Googles AI Overviews für Marken: Auch Drittquellen für Markendarstellung integriert

Googles AI Overviews für Marken: Auch Drittquellen für Markendarstellung integriert

Niklas Lewanczik | 05.10.26

In den AI Overviews zeigt Google zu diversen Marken dedizierte Antworten an, deren Grundlage aber nicht allein Quellen der Marken selbst sind. Daraus entsteht Sichtbarkeit für Brands, aber auch Creator und Publisher. Das kann für eine Marke jedoch auch zum Problem werden.

Die AI Overviews auf Google tauchen in zahlreichen Suchszenarien auf und gelten Millionen, ja Milliarden Usern daher oft als erster Eindruck für eine schnelle Antwort auf ihre Suchanfrage. Das gilt auch für markenbezogene Inhalte. Während Google die AI Overviews immer umfassender in Suchergebnisseiten integriert und mit Features wie Zeichenzählern beispielsweise ganze Websites obsolet macht, tauchen zusehends mehr markenspezifische KI-Übersichten in der Suche auf. Die AI Overviews erscheinen inzwischen bei zahlreichen Suchanfragen zu Marken und bieten diesen damit relevante Sichtbarkeit für User. Allerdings kann die KI-Übersicht dabei auch Probleme für Brands bereithalten.



Klassische Suchergebnisse verdrängt:

Google klappt AI Overviews teilweise komplett aus

Screenshot einer Google-Suche mit AI Overview zum Thema handgefertigte Keramik, daneben ein Foto einer Keramikschale.
© Google via Canva


AI Overviews als Erstkontakt zu Marken: Gut, aber nicht ohne Risiko

Vor einigen Monaten führte Google Filter für Brand-Suchen in der Search Console ein, um SEOs mehr Einsicht in das Suchverhalten im Kontext ihrer Marken zu liefern. Der Filter zeigt im Leistungsbericht an, welche Anfragen markenbezogen waren und welche nicht. Dabei gilt eine Anfrage als markenbezogen, wenn sie den Markennamen (etwa Google) – auch in anderen Sprachen –, eine erkennbare Fehlschreibung des Markennamens (etwa Gogle) oder ein Produkt oder eine Dienstleistung der Marke (etwa Gmail) beinhaltet. Googles Michael Huzman, Software Engineer für die Search Console, erklärt, dass der Vorteil der Unterscheidung der Suchanfragen in der Ermittlung verschiedener Suchmuster und -intentionen liegen kann:

[…] Wenn ihr euch separat auf markenbezogene und nicht markenbezogene Suchanfragen konzentriert, könnt ihr Traffic-Muster besser nachvollziehen. Markenbezogene Suchanfragen führen in der Regel zu Seiten mit einem höheren Ranking auf eurer Website und zu höheren Klickraten. Nicht markenbezogene Suchanfragen bieten organisches Wachstum, da sie zeigen, wie neue Nutzer eure Inhalte finden, ohne dass sie von Anfang an die Absicht haben, eure Website zu besuchen.

Inzwischen stoßen Suchende indes besonders häufig schon über die auf den Suchergebnisseiten zumeist ganz oben platzierte AI Overview auf erste Informationen rund um eine Marke. Denn Google liefert zu sehr vielen Brands entsprechende KI-Übersichten. Eine aktuelle Analyse von Ahrefs aus den USA zeigt, dass dort im Durchschnitt im September 73,3 Prozent der markenbezogenen Suchanfragen via Desktop AI Overviews hervorgerufen haben. Im Juli waren es noch 61,3 Prozent gewesen.

Die Entwicklung der AI Overview-Ausspielung bei Branded- und Non-Branded-Suchanfragen in den USA (auf dem Desktop), © Ahrefs, Graph mit zwei Linien, blau und rot
Die Entwicklung der AI Overview-Ausspielung bei Branded- und Non-Branded-Suchanfragen in den USA (auf dem Desktop), © Ahrefs

Tatsächlich entdecken inzwischen immer mehr User markenspezifische AI Overviews. Der SEO-Experte und Nectiv-Mitgründer Chris Long postete kürzlich auf X, dass er bei 93 Prozent der Marken, für die er Testsuchen durchgeführt hat, AI Overviews angezeigt bekam.

Warum die AI Overviews für Marken ein Problem sein können

Das häufige Auftreten dieser AI Overviews lässt sich auch hierzulande – und auch mobil – reproduzieren. Darauf verweist unter anderem Christian Kunz für SEO Südwest. Wir finden in unserem Test ebenfalls AI Overviews für diverse Marken, neben Adobe beispielsweise für Salesforce. Dabei fällt auf, dass Google als Quellen nicht nur Seiten der Marke, sondern auch Artikel Dritter oder Videos und Posts von Creatorn über die Marken heranzieht.

Die AI Overview für den Suchbegriff und die Marke „Salesforce“, eigene Screenaufnahme aus der Google App

Das ist nur logisch, denn die AI Overviews dienen als Sammelstelle für erste Basisinformationen passend zur Suchanfrage. Anders als Ads zur Marke, die ebenfalls auf Suchergebnisseiten oft einen Erstkontakt zur Marke ausmachen können, sind sie aber nicht auf kontrollierte Informationen der Brands selbst beschränkt. Informationen Dritter können Einfluss nehmen. In der Analyse von Ahrefs tauchten beispielsweise Inhalte von Wikipedia, YouTube und LinkedIn besonders häufig auf.

Externe Quelle, die bei markenbezogenen AI Overviews oft auftreten, © Ahrefs, Diagramm mit roten Linien und Zahlen
Externe Quellen, die bei markenbezogenen AI Overviews oft auftreten (in den USA auf dem Desktop), © Ahrefs

Drittinformationen zu Marken finden User ebenso, wenn sie klassische Suchergebnisse und die zugehörigen Links durchsuchen. Allerdings könnten sie bei der Suche nach einer Marke auch zuerst direkt auf deren Website klicken und dann die kuratierten Inhalte rezipieren. In den AI Overviews finden sich diverse Angaben von Dritten, die das Bild der Marke unter Umständen auch zu Ungunsten der Brand ändern oder – schlimmer noch – irreführend sind. Wikipedia, YouTube-Videos und LinkedIn-Beiträge Dritter sind nicht vor Fehleinordnungen gefeit.

Google selbst gibt an, dass AI Overviews Fehler enthalten können; dessen sollten sich Suchende immer bewusst sein. Für Marken kann das jedoch problematisch werden, wenn negative Konnotationen aus der KI-Übersicht gezogen werden. Kommen sogar Falschaussagen in der AI Overview zustande, muss Google jedoch dafür haften, wie ein richtungsweisendes Urteil in Deutschland vor wenigen Monaten feststellte.

Problematisch könnte für Marken letztlich ebenfalls sein, wenn Konkurrenzunternehmen versuchen, Markenerwähnungen im KI-Suchkontext zu manipulieren. Die Klicks auf die Links aus AI Overviews können derweil einer Marke selbst, aber ebenso Publishern und Creatorn, die zur Marke informieren, zugutekommen. Darauf müssen Brand-Verantwortliche und SEOs gefasst sein.

Die Relevanz von umfassender Markenpflege, über die eigenen Kanäle hinaus, gewinnt im Kontext dieser Darstellung von Google nurmehr an Gewicht.



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Google bezahlt einige Publisher für Inhalte in AI-Antworten

Mann mit Smartphone steht vor Gebäude mit Glastür, darauf Google-Schriftzug
© Karollyne Videira Hubert – Unsplash via Canva


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