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SEO - Suchmaschinenoptimierung
AdWords Daten sind kaum relevant für SEO – So geht Keyword Recherche besser
© Freddy Castro - Unsplash

AdWords Daten sind kaum relevant für SEO – So geht Keyword Recherche besser

Stefanie Schröer | 23.01.18

Warum das geschätzte Suchvolumen im Keyword Planer selten korrekt ist und wie du an genauere Daten kommst.

AdWords Statistiken und Daten aus dem Google Keyword Planer liefern zahlreiche Informationen über potentiell interessante Keywords, aber sind sie auch korrekt?
Rand Fishkin erklärt im White Board Friday von Moz, weshalb das meist nicht der Fall ist und wie wir an bessere Daten für SEO kommen.

Unzuverlässiges Suchvolumen im Keyword Planer

Das geschätzte Suchvolumen im Keyword Planer ist selten realitätsgetreu. Absolute Werte sind es ohnehin nicht. Zu viele Keywords haben das gleiche geschätzte Suchvolumen pro Monat und es sind auffällig häufig die gleichen, sich wiederholenden Werte. Das Suchvolumen pro Monat ist aber ein guter Indikator für das tatsächliche Suchvolumen im Vergleich mit anderen Keywords.

Dieser Screenshot legt zumindest nahe, dass sich ein SaaS-Produkt für Buchhaltung auf das Hauptkeyword ‘Buchhaltungssoftware’ statt auf ‘Buchhaltungstool’ konzentrieren sollte.


Das allgemeine Keyword ‘Buchhaltung’ dagegen sieht zwar interessant aus, die Spalte ‘Wettbewerb’ bezeichnet aber ausschließlich den Wettbewerb in AdWords. Rückschlüsse auf den Wettbewerb in den organischen Resultaten lassen sich daraus kaum ziehen. Für dieses allgemeine Keyword auf den organischen Top Positionen zu ranken wäre für ein Saas-Produkt zumindest extrem schwierig.

Suchvolumen vs. prognostizierte Impressionen

Gehen wir einen Schritt weiter und lassen die wahrscheinlichen Impressionen pro Tag prognostizieren, wird das Ergebnis noch ungenauer. In diesem Fall bekam jedes Keyword eine eigene Anzeigengruppe mit maximalem CPC und der Keyword-Option ‘Genau passend’:


Das Verhältnis ist ähnlich, die absoluten Zahlen weichen allerdings deutlich voneinander ab.

Keyword Planer vs. Google Trends

Google Trends weicht deutlich von sowohl den Daten aus dem Keyword Planer als auch der Prognose ab:


Buchhaltung (als Suchbegriff) wird 15mal häufiger gesucht als Buchhaltungssoftware. Keyword Planer und Prognose gaben nur das dreifache Suchvolumen an.

Für Longtail-Keywords sieht es meist noch extremer aus. Keywords mit geschätztem Suchvolumen unter 100 (laut Keyword Planer) können in der Realität in alle Richtungen abweichen.

Kaum Keywords ohne kommerzielle Intention

Im Keyword Planer finden sich nur wenige Keywords ohne kommerzielle Intention. Das Tool ist auf AdWords Kunden ausgerichtet, die mit ihren Anzeigen Geld verdienen wollen. Für informative Keywords oder Keywords der frühesten Orientierungsphase ist es nur bedingt sinnvoll.

Auch Fragen und “Voice Search”-Queries erscheinen äußerst selten. Solche ‘Keywords’ wären für SEOs interessant, haben aber einzeln genommen ein kaum messbares Suchvolumen. Hier wäre das Suchvolumen für Fragenthemen einen Blick wert. Dafür ist der Keyword Planer aber nicht das richtige Tool.

Der Keyword Planer ist kein schlechtes Tool und zumindest für den deutschen Markt auch bis zu einem gewissen Grad SEO-tauglich. Beachte aber, dass das geschätzte Suchvolumen mit Vorsicht zu genießen ist. Um eine erste Einschätzung zu bekommen und Keyword-Ideen zu finden, hat es auch für SEOs seine Berechtigung.

Bessere Tools für die ausführliche SEO Keyword Recherche

Rand Fishkin nennt an erster Stelle den Keyword Explorer von Moz selbst. Sicherlich ein gutes Tool, für den deutschen Markt aber nur bedingt brauchbar, da viele Keywords nicht in der Datenbank sind.

Außerdem ist die Spanne des Suchvolumens ziemlich hoch. Kombiniert mit den Daten aus dem Keyword Planer, der Prognose und Google Trends wird die realistische Einschätzung dieses Keywords aber zunehmend leichter.

Seit dem neuesten Update greift auch SEMrush wie MOZ auf Clickstream-Daten zurück. Damit ähneln sich die Ergebnisse der beiden Tools. Zuvor nutzte SEMrush die Daten des Keyword Planers, das Suchvolumen sah aber deutlich anders und meist auch realistischer aus. Das gesamte Suchvolumen für ‘Buchhaltung’ zum Beispiel gab SEMrush ebenfalls mit 18.100 pro Monat an. Für ‘passende Wortgruppen’ aber waren es schon nur noch 9.900, obwohl der Keyword Planer sogar mit der Einstellung ‘nur sehr ähnliche Keywords’ bei 18.100 blieb.

Um eine realistische Einschätzung des tatsächlichen Suchvolumens zu bekommen, ist Google AdWords, zumindest für einigermaßen kommerzielle Keywords, die beste Basis. Echte, live AdWords-Kampagnen mit den jeweiligen Landingpages und entsprechendem Budget zeigen das mögliche Volumen am genauesten.

Keyword Ideen finden

In eher gesättigten Märkten lohnt sich der Blick auf die Konkurrenz für den Einstieg: Welche Keywords liefern Traffic und welche Informationen enthalten die jeweiligen Landingpages? Solche Analysen lassen sich mit fast allen gängigen SEO-Tools durchführen.

Keywordtool.io, das Google Suggest Fragentool von Seorch oder answerthepublic.com liefern zu jedem Keyword relevante Fragen. Die Daten kommen überwiegend aus dem Autosuggest-Tool von Google. Keywordtool.io ergänzt auch noch Daten aus Google Trends.

Abseits von Tools und Statistiken sind echte Gespräche, digital oder persönlich, mit potentiellen Kunden beziehungsweise Lesern noch immer der beste Weg, an detaillierte Informationen zu deren Wünschen und Problemen zu kommen. Das Kundenserviceteam ist oft eine fantastische Quelle für zukünftigen Content. Dieser Weg sollte immer vor dem Einsatz der Tools kommen (mehr dazu: 3 elementare Schritte vor der Keyword-Recherche).

Ozzi am 29.01.2018 um 17:47 Uhr

Interessanter Artikel. Ich nutze gerne kwfinder für sowas

Antworten
Marko am 24.01.2018 um 12:14 Uhr

nl

Antworten
Alexander Becker am 24.01.2018 um 09:01 Uhr

Interessant dass hier ein „Fachartikel“ nicht von dem #1 Tool für exakt Daten spricht: Search Console.

Antworten
Anton Priebe am 24.01.2018 um 10:09 Uhr

Hallo Alexander,

wie willst du denn die Search Console nutzen, um herauszubekommen, wie hoch das potentielle Suchvolumen für „Buchhaltung“ ist? Du bekommst doch nur eine Analyse der Impressions für die Keywords, für die du bereits rankst. Und selbst das spiegelt noch nicht das vollständige Potential wider.

Beste Grüße
Anton

Antworten
Dennis am 05.02.2018 um 02:40 Uhr

Hallo Leute, also wenn ich ein keyword suche, benutze ich google kwp als erstes daraufhin Google Trends dann kwfinder ‎voilà its done ;-)

gruss
Dennis Smith

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