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SEA - Suchmaschinenwerbung
3 Funktionen, die bei Google Ads zu stark vernachlässigt werden
© Mitchell Luo - Unsplash

3 Funktionen, die bei Google Ads zu stark vernachlässigt werden

Ein Gastbeitrag von Dr. Sebastian Decker | 10.09.20

Google Ads sind effektiv, nicht ohne Grund sind sie so beliebt und werden von unzähligen Unternehmen weltweit genutzt. Doch Google-Werbung ist meist auch kostenintensiv. Das ist richtig, aber teuer? Das muss sie nicht sein.

Google hat sich viele Features ausgedacht, um seine Werbeanzeigen so effektiv wie möglich zu gestalten. Nun liegt es an uns, diese auch richtig einzusetzen. Immer noch werden viel zu wenige der Funktionen (richtig) genutzt. Was folgt, sind Frustration und verbranntes Werbebudget. Damit das dir nicht passiert, habe ich die Top 3 der am wenigsten verwendeten, jedoch höchst effektiven Google-Ads-Funktionen für dich zusammengefasst.

#1 Anzeigenerweiterungen

Ist dir schon mal aufgefallen, dass manche Anzeigen sehr viel mehr Platz einnehmen und viel mehr Informationen enthalten, als die meisten anderen? Das liegt daran, dass deren Advertiser mehr dafür bezahlen? Genau diese Annahme ist weit verbreitet, aber falsch! Der Unterschied ist: Für diese Anzeigen wurden die Anzeigenerweiterungen aktiviert und diese sind – hört, hört – absolut kostenfrei.

Übliche Anzeige ohne Erweiterung bei Google
Übliche Anzeige ohne Erweiterung bei Google, © Marketing für Gewinner
Anzeige mit Erweiterungen bei Google, © Marketing für Gewinner

Was sind Anzeigenerweiterungen?

Einfach ausgedrückt, mit den Anzeigenerweiterungen kannst du deiner Anzeige zusätzliche, nützliche Informationen über dein Unternehmen oder das Produkt hinzufügen. Etwa die Öffnungszeiten deines Geschäfts oder den Standort, Kontaktmöglichkeiten oder auch weiterführende Links. Diese Anzeigenerweiterungen sind kostenlos, verrechnet wird nur der Klick ebenso wie für die Anzeige selbst.

Der Vorteil: Deine Anzeige wird besser wahrgenommen und die Kunden werden sofort, und ohne Klick, mit mehr Informationen und auch mehr Text versorgt. Laut Google steigen die Erfolgschancen durch Erweiterungen um mehrere Prozentpunkte. Diese Erfahrung können wir bestätigen, vorausgesetzt die Erweiterungen sind nützlich und richtig gewählt. Dabei hilft dir jedoch Google, denn Google entscheidet, welche Erweiterung wann am meisten Sinn ergibt und spielt automatisch die jeweils passenden aus.

Welche Erweiterungen sollst du nutzen?

Ganz einfach: Alle, die für dein Unternehmen oder Produkt relevant sein könnten. Für die Performance, und somit für die Kosten, bringen mehr Erweiterungen auch mehr Erfolg. Sei also nicht scheu, wenn es um die Erweiterungen geht.

Der Haken: Das klingt nun alles zu einfach um wahr zu sein? Jein, einen kleinen Haken hat die Sache tatsächlich. Die Erweiterungen werden von Google nur mit ausgespielt, solange deine Anzeige einen gewissen Rang erzielt. Nur wenn die Overall Performance deiner Anzeige gut ist, werden auch die Erweiterungen mit ausgespielt. Jedoch werden die Erweiterungen positiv bei der Bewertung berücksichtigt. Es lohnt sich also immer, Anzeigenerweiterungen zu aktivieren.

#2 Gebotsanpassungen

Du hast von Gebotsanpassungen noch nie gehört? Was sind sie überhaupt? Gebotsanpassungen sind eine Einstellung in Google Ads, die es erlaubt, deine Anzeigen noch genauer zu steuern. Obwohl Google bereits ein sehr zielgerichtetes Werbemedium ist, gibt es immer noch einen gewissen Streuverlust, den du mit den richtigen Gebotsanpassungen eingrenzen kannst. Du entscheidest im Detail, wie viel du für jeweilige Bereiche bieten möchtest.

Ich empfehle immer, zunächst mit manuellen Einstellungen zu starten, sobald du genügend Daten gesammelt hast, solltest du aber auf automatische Gebotsanpassungen umstellen und dem Google-Algorithmus das Ruder übergeben.

So werden Gebotsanpassungen verwendet

Gebotsanpassungen können in sechs verschiedenen Bereichen eingepflegt werden:

  • Für Anzeigengruppenebenen
  • Für Keywords
  • Für verschiedene Geräte (Mobiltelefon, Desktop etc.)
  • Nach Standort
  • Nach Alter und Geschlecht
  • Nach Interessen

Zu Beginn solltest du das selbst anpassen, um Verwechslungen und Missverständnisse zu vermeiden. Nach einer gewissen Zeit und einer größeren Menge an Daten kannst du diese Aufgabe dem Google-Algorithmus überlassen.

Anzeigengruppenebenen

Ist deine Kampagne in unterschiedliche Anzeigengruppen unterteilt, ist dein Ziel diese Anzeigengruppen so gut wie möglich auszusteuern. Die automatische Voreinstellung ist so eingerichtet, dass pro Kampagne jede Anzeigengruppe mit demselben CPC Wert (Cost Per Click) ausgespielt wird. Das kann jedoch manuell ganz einfach abgeändert werden.

Zunächst überlege dir, welche Anzeigengruppen die höchste/niedrigste Conversion-Wahrscheinlichkeit haben und passe den maximalen CPC dementsprechend an. Wähle dazu die entsprechenden Anzeigengruppen aus, unter dem Reiter „Bearbeiten/Gebot anpassen“ kannst du nun den maximalen CPC abändern. Entweder gibst du den neuen Betrag ein oder bestimmst den Prozentsatz, um den du das Gebot erhöhen oder eben verringern möchtest.

Gebotsanpassung in den Anzeigengruppen
Gebotsanpassung in den Anzeigengruppen (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Marketing für Gewinner

Gerade zu Beginn basiert diese Anpassung noch sehr auf persönlichen Überlegungen, sobald du erste Daten gesammelt hast, sollten diese Anpassungen dementsprechend laufend nachjustiert werden.

Keywordebene

Nun gehen wir noch eine Ebene tiefer und zwar in die Keyword-Ebene. In jeder Anzeigengruppe hast du mehrere Keywords festgelegt. Die Gebote für diese Keywords kannst du nun je nach Wertigkeit ebenfalls individuell anpassen.

Druckst und verkaufst du beispielsweise „Bauzaunbanner“ und verwendest das Keyword „Bauzaunbanner günstig“, wäre es beispielsweise sinnvoll für dieses Keyword weniger zu bieten, denn dieses Keyword bringt Personen die nach „günstigen“ Bannern suchen; aber vielleicht bist nicht du der günstigste Anbieter.

In unserem Beispiel verringern wir das Angebot von 1 € auf 0,7 € für dieses Keyword.
In unserem Beispiel verringern wir das Angebot von 1 € auf 0,7 € für dieses Keyword, © Marketing für Gewinner

Verschiedene Gerätetypen

In beinahe jeder Branche, für jedes Produkt gibt es eine gewisse Präferenz, auf welchen Endgeräten die Käufe am häufigsten abgeschlossen werden. Werden deine Produkte am häufigsten auf Mobilgeräten bestellt, kannst du hier die Gebote für die Anzeigen auf Smartphone und Tablet erhöhen, gleichzeitig womöglich diejenigen, die auf Desktop ausgespielt werden, reduzieren.

Nach Standort

Besonders bei Ladengeschäften oder standortabhängigen Dienstleistungen ist diese Einstellung bedeutend. Es ist beispielsweise sinnvoll für Menschen, die sich gerade in unmittelbarer Nähe zu deinem Geschäft aufhalten, deutlich mehr zu bieten. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Person tatsächlich zu dir kommen wird, ist schließlich sehr hoch.

Nach Alter oder Geschlecht

Auch hier kannst du die Wertigkeit deiner Gebote nach dem Alter und/oder Geschlecht anpassen. Werden deine Produkte oder Dienstleistungen etwa am ehesten von Männern zwischen 35 und 44 Jahren gekauft, oder geben diese am meisten pro Einkauf aus, dann erhöhe dein Gebot für diese Gruppe.

Beachte hierbei jedoch: Die Erfahrungswerte, die du offline in deinem Geschäft gesammelt hast, können nicht automatisch auch auf die Online-Werbung übertragen werden. Das Kundenverhalten ist online oft sogar komplett gegenteilig. Sei hier also achtsam und verlasse dich nicht aallein auf die Offline-Erfahrungen.

Interessen

Hier wird es deutlich komplexer. Wie das funktioniert, zeige ich dir an einem Beispiel und zwar einer Werbekampagne für einen SUV-Neuwagen. Unter dem Reiter „Zielgruppen“ kannst du der Kampagne spezielle Zielgruppen hinzufügen. Hier hast du zwei Möglichkeiten. Wähle unbedingt die Einstellung „Beobachtung“; so kannst du Ergebnisse beobachten und Gebotsanpassungen vornehmen.

Suche zunächst nach Zielgruppen, die für deine Werbekampagne relevant sein könnten. Wähle hier aus demographischen Merkmalen oder eben Interessen. Das Interesse „Geländewagen“ wäre hier beispielsweise interessanter als „Sportwagen“. Das ist aber noch sehr allgemein. Du kannst noch eine Ebene tiefer gehen und in der Liste „aktives Suchverhalten“ nach dem Kaufverhalten eingrenzen. Und das geht so weit, dass du nicht nur zwischen „Gebrauchtwagen“ oder „Neuwagen“, sondern bis hin zum Fahrzeugtyp spezifizieren kannst.

In diesem Fall wählen wir Fahrzeugtyp SUVs aus
In diesem Fall wählen wir Fahrzeugtyp SUVs aus, © Marketing für Gewinner

Wir wählen aber auch das Gegenteil von SUVs, eine Zielgruppe, die sehr unwahrscheinlich einen unserer SUVs kaufen wird, und fügen auch diese Zielgruppe unserer Liste hinzu. Beispielsweise „Klein- und Kleinstwagen“. Die Zielgruppe „Neuwagen/SUVs“ erhöhen wir um 40 Prozent, Kleinwagen hingegen reduzieren wir um 80 Prozent. Hier kannst du deine Gebote wirklich sehr, sehr genau anpassen.

Du möchtest herausfinden ob deine Anzeige für Gebotsanpassungen geeignet ist und wenn ja, für welche? Hier findest du eine übersichtliche Tabelle über die Einung zur Gebotsanpassung.

#3 Negative Keywords – Keywords Planner richtig einsetzten

Mein Lieblings-Google-Ads-Booster sind die negativen Keywords. Ich kann es nicht oft genug betonen – Leute, nutzt negative Keywords. Diese Funktionen gehört immer noch zum Geldspar-Feature Nr. 1. Die Funktion ist super einfach umzusetzen und spart dir locker 50 Prozent oder mehr deines Werbebudgets.

Stell dir vor, du verkaufst hochpreisige, neue E-Bikes, Suchbegriffe wie „E-Bike gebraucht“ oder „günstige Fahrräder“ solltest du dann unbedingt als negative Keywords einbuchen, denn diese Suchanfragen bringen dir keine Kunden, sondern gegebenenfalls lediglich Kosten per Klick.

Google Ads zu E-Bikes
Google Ads zu E-Bikes, © Marketing für Gewinner

Was sind negative Keywords?

Ein Keyword ist eine Suchanfrage, für die diene Anzeige letztlich ausgespielt wird. Verwendest du beispielsweise das Broad-Match Keyword „E-Bike“ wirst du auch für „E-Bikes gebraucht“ ausgespielt werden. Möchtest du das verhindern, musst du „gebraucht“ als negatives Keyword einbuchen und damit ausschließen. Ein negatives Keyword ist ein Keyword, das du aus der Suchanfrage ausschließt und wird daher auch „auszuschließendes Keyword“ genannt.

Die Einstellung für negative Keywords findest du unter Tools und Einstellungen: "Liste mit auszuschließenden Keywords"

Die Einstellung für negative Keywords findest du unter Tools und Einstellungen: „Liste mit auszuschließenden Keywords“, © Marketing für Gewinner

Lege dir hier eine oder auch mehrere Listen an und erweitere und passe sie immer wieder entsprechend an. Diese Listen sind unglaublich viel Wert und werden deine Anzeigenkampagnen um einiges effizienter machen.

Welche Keywords sollte ich ausschließen?

Hier wirst du zu Beginn ein wenig Hirnschmalz einsetzen müssen und dir mögliche negative Keywords ausdenken. Um bei unserem Beispiel mit den E-Bikes zu bleiben, wären folgende negative Keywords sinnvoll:

gebraucht leihen
Second Handmieten
usedausleihen
benutztVermietung
alt Verleih
altesVerleihen
alter
zweite HandTest
SecondhandReview
2nd HandTestberichte
Erfahrung
Vergleichen
Vergleich

Beachte unsere negative Keywords-Liste, mit gängigen Keywords, die oft ausgeschlossen werden sollten. Die Liste wird dir einen Überblick verschaffen und Impulse für deine negative Keyword-Liste geben.

Mit diesen einfach umzusetzenden Google Ads Boosts wirst du mehr Erfolg mit deinen Google Ads haben, ohne Extrakosten. Richtig angewendet und regelmäßig angepasst, werden diese drei Funktionen deine Kampagnen auf eine neues Level heben.