Performance Marketing
ChatGPT Ads hat schon über 100.000 Advertiser: Erste Insights und Zahlen aus Deutschland

ChatGPT Ads hat schon über 100.000 Advertiser: Erste Insights und Zahlen aus Deutschland

Niklas Lewanczik | 22.10.26

Die ChatGPT Ads erreichen inzwischen 89 Länder und sind für mehr Marken und Advertiser denn je verfügbar. Das Interesse ist groß und wir haben einen Erfahrungsbericht aus Deutschland mit konkreten Zahlen für dich.

OpenAI macht Ernst im digitalen Werbemarkt. Kein Wunder, seit Kurzem zählt ChatGPT über 1,2 Milliarden aktive User – pro Woche. Diese Popularität möchte das Unternehmen mit Ads monetarisieren und hat deshalb Anfang 2026 die ChatGPT Ads eingeführt. Seither wurden diese in zahlreiche weitere Regionen gebracht. Im August kam der Start in Deutschland und weiteren Regionen. Kurz darauf folgte eine weitere Expansion in Asien und jetzt folgen 26 weitere Länder wie Argentinien, Nigeria, aber auch europäische Märkte wie die Ukraine und Serbien. Während das Werbeschäft Stück für Stück erweitert wird, erreicht OpenAI dabei bemerkenswerte Meilensteine.



ChatGPT bekommt neue Visual Ads

– und erreicht jetzt 1,2 Milliarden User pro Woche

zwei Smartphone Mockups mit ChatGPT Ads mit Bildern vor blauem Hintergrund
© OpenAI


Immer mehr Advertiser werben auf ChatGPT: Die Möglichkeiten sind umfassender denn je

Noch Ende August waren die ChatGPT Ads in 40 Märkten verfügbar, jetzt sind es 89. In all diesen Regionen erhalten Advertiser Zugriff über Agenturen wie dentsu, Technologiepartner:innen wie Criteo und über den Selfe-Serve Ads Manager. Auch Amazon Ads bietet inzwischen genauso wie Shopify die Möglichkeit, ChatGPT Ads zu schalten. Im Mobile Marketing wiederum können Advertiser dank einer Kooperation zwischen OpenAI und AppsFlyer inzwischen auf Mobile App Measurement für ChatGPT Ads setzen. Ein Betakonto im Ads Manager zu erstellen, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Werbeplanung und -verwaltung auf ChatGPT. Für den Einrichtungsablauf stellt OpenAI fünf Schritte vor:

  1. Team-Mitglieder einladen
  2. Ads Manager Beta aufrufen und Konto erstellen
  3. Konto-Onboarding und -verifizierung abschließen
  4. Kontoinformationen vervollständigen
  5. Abrechnung und Zahlung einrichten

Für Criteos Europachef Marc Fischli sind die ChatGPT-Antworten und die Ads als Paid-Option in diesem Kontext ein wichtiger Discovery-Kanal in der schnelllebigen Attention Economy des Digitalraums, wie er im Gespräch mit OnlineMarketing.de sagte. Nach Angaben des Unternehmens stammten zuletzt mehr als 80 Prozent des durch Anzeigen generierten Traffics bei ChatGPT Ads von Neukund:innen. Der Wert ChatGPTs als Discovery-Plattform sei daher nicht zu unterschätzen, weder für die GEO noch das Marketing. Man dürfe vom Kanal aber noch keine Funktionalität wie bei etablierten Werbesystemen erwarten, so Fischli. Neuerdings bietet Criteo selbst indes sogenannte Commerce Audiences an, um zu entscheiden, wer die Ads auf ChatGPT sehen kann.

Das im Jahr 2026 rasch ausgeweitete Werbegeschäft trägt unterdessen für OpenAI bereits Früchte. Das Unternehmen meldet weltweit mehr als 100.000 Advertiser; und das binnen neun Monaten.

Kund:innen außerhalb der USA machen laut OpenAI inzwischen einen großen Teil der Einnahmen über die ChatGPT Ads aus. Insgesamt haben die ChatGPT Ads schon im August die Marke von einer Milliarde US-Dollar bei der Annualized Revenue Run Rate (ARR) erreicht, weniger als 200 Tage nach dem Start. Unterdessen baut das Unternehmen das Advertising Team weiter aus. Global führt Dave Dugan die Werbesparte, für Europa steht Mark Bambury den Werbeentwicklungen vor. In Irland werden derzeit viele neue OpenAI-Jobs für die Operationen in Europa geschaffen.

Die Entwicklung von ChatGPT Ads: Ein kurzer Einblick

Die ChatGPT Ads erscheinen ausschließlich in den Tarifen Free und Go und nur für User ab 18 Jahren. Im Februar waren sie in den USA gestartet, noch mit rudimentären Targeting- und Buchungsoptionen; inzwischen stehen CPM- und CPC-Verrechnungsmodelle bereit. Daraufhin wurde das Werbeangebot optimiert und weiter ausgerollt. Mit dem Ads Manager, den OpenAI im Mai 2026 einführte, wurden die ChatGPT Ads auch für kleinere Advertiser zu einem relevanten Faktor im Marketing-Mix.

OpenAI ist es wichtig zu betonen, dass Anzeigen sind klar als Werbung gekennzeichnet und von den Antworten von ChatGPT getrennt sind. Sie haben keinen Einfluss auf die Antworten. Außerdem bleiben die Unterhaltungen gegenüber Werbetreibenden privat und -User-Daten werden nicht verkauft. Die Anzeigen erscheinen unter den Antworten von ChatGPT und enthalten folgende Elemente:

  • Bildmaterial (Werbemittel)
  • Name des werbenden Unternehmens
  • Favicon (Logo des werbenden Unternehmens)
  • Titel (Überschrift)
  • Anzeigentext (Beschreibung)
  • Landingpage
So sieht eine ChatGPT Ad in Deutschland aus, © OpenAI

Diese Werbeprinzipien hatte OpenAI bereits zum Start des Pilotprogramms kommuniziert. Allerdings brachen in den USA zumindest einige Ads mit OpenAIs Versprechen für inhaltliche Relevanz und ausbleibende Störfaktoren.

Das gesamte Werbeökosystem OpenAIs soll noch deutlich weiter ausgebaut werden. Für die Zukunft verspricht OpenAI indes die Ausweitung der ChatGPT Ads auf noch mehr Märkte, neue Formate und Buchungsoptionen sowie bessere Measurement- und Bidding-Möglichkeiten. Derzeit testet das Unternehmen bereits ein Exlusion Targeting in den USA.

Bis 2030 möchte OpenAI 100 Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzen. Marktforscher:innen bezweifeln allerdings, dass sich dieses Ziel erreichen lässt. eMarketer schätzte die Umsatzmöglichkeit zuletzt deutlich geringer ein. OpenAI konkurriert im digitalen Werbemarkt vor allem mit Amazon, Meta und Google, wobei gerade Google schon diverse Werbelösungen für KI-Suchergebnisse und KI-Konversationen etwa im AI Mode bietet.

Das Potential der ChatGPT Ads: Beispielzahlen aus Deutschland

Zum Potential, das die ChatGPT Ads mit sich bringen, erklärte OpenAI:

Für Unternehmen in den neuen Märkten eröffnet sich damit eine weitere Möglichkeit, Menschen genau dann zu erreichen, wenn sie sich über Produkte informieren, Angebote vergleichen oder Kaufentscheidungen treffen. Die Einführung von ChatGPT Ads erfolgt in den neuen Märkten schrittweise.

Laut OpenAI stehen 20 Prozent der Konversationen auf ChatGPT mit einer kommerziellen Absicht in Zusammenhang. Dazu kommen diverse Kontexte der Kommunikation, die Kaufentscheidungen und geschäftliche Entscheidungen zum Thema haben oder fördern könnten. Viele Werbetreibende und Marken sind an Ads auf ChatGPT interessiert. Wir haben im Juli bereits über die Top 10 Advertiser auf ChatGPT berichtet. In den vergangenen Monaten haben sich allerdings die Kosten für Ads ebenfalls verändert. Nach OpenAIs Angaben waren bei den Werbetreibenden die durchschnittlichen Kosten pro Kauf in den sechs Wochen vor dem 24. August 2026 um rund 60 Prozent gesunken. Gleichzeitig waren die durchschnittlichen Kosten pro 1.000 Impressionen um rund 20 Prozent zurückgegangen. Zu Anfang des Jahres mussten Marken dem Vernehmen nach im impression-basierten Verrechnungsmodell noch rund 60 US-Dollar für 1.000 Impressionen zahlen.

Wir können jetzt einige Zahlen und Erfahrungswerte aus Deutschland anführen. Die Online-Marketing-Agentur morefire setzt bereits ChatGPT Ads ein. Der Gründer und Geschäftsführer Robin Heintze gab OnlineMarketing.de gegenüber an, dass das Unternehmen seit dem 24. August mehrere Kampagnen live geschaltet hat. Dazu teilte er Zahlen mit uns. Demnach liegen die CPCs zwischen 0,87 und 2,57 Euro, die CPMs zwischen 26,37 und 48,38 Euro. Heintze ergänzt:

Die Gebotsempfehlungen im Ads Manager liegen oft darüber. Eigene Tests lohnen sich, auch CPC gegen CPM.

Die Performance der Ads schwankt dem Experten und den Zahlen von morefire zufolge stark.

Ein E-Commerce Account brachte viel Traffic und null Conversions, B2B SaaS lieferte teils gute Ergebnisse. Die gemeldeten Conversions sollte niemand ungeprüft übernehmen. Im von OMR berichteten Fall zeigte das System 36 Conversions an, tatsächlich waren es zwei, keine davon über ChatGPT. Mehrere unserer Kampagnen hat OpenAI zudem ohne klare Begründung abgelehnt.

Robin Heintze ist der Ansicht, ChatGPT Ads könne für morefire als „Mid-Funnel-Kanal“ fungieren, um etwa Google Ads zu ergänzen.

Er passt zu beratungsintensiven Themen wie Reisen oder Elektronik. Bei B2B bleibt die Reichweite offen, weil Business und Enterprise Accounts werbefrei sind. Unsere Empfehlung: mit kleinem Budget testen und jede Conversion mit eigenen Daten abgleichen.

Diesem Hinweis auf erfolgversprechende Themenfelder für die Werbung stimmen auch andere Experten zu. March Fischli erklärte uns, dass Themen, die Erklärungen bedürften, besonders gut für ChatGPT Ads geeignet seien. Und das bestätigen ebenso Zahlen aus der Studie Consumer Electronics Pulse 2026 von Criteo: 53 Prozent der deutschen Consumer-Electronics-Käufer:innen nutzen KI-Chatbots beim Shopping. Das ist ein Spitzenwert im internationalen Vergleich. Bei der Auswahl von Elektronikartikeln lassen sich Shopper vergleichsweise oft von AI Assistants unterstützen, bei Haushaltsgegenständen und Einkäufen fällt der Wert bereits auf 29 Prozent. Dazwischen liegen Bereiche wie Mode (37 Prozent) und Heim- oder Möbelartikel (39 Prozent). Je erklärungsbedürftiger das Produkt, desto mehr Unterstützung holen sich User in Deutschland von der KI ein.

Der Gründer und CEO des Online-Vermarktungsunternehmens NYBA, Markus Hetzenegger, sieht die ChatGPT Ads ebenfalls als Kanal für die Angebotsausspielung bei erklärungsbedürftigen Angeboten und hat noch einen Tipp parat:

ChatGPT Ads sind weder ein zweites Meta noch ein zweites Google, sondern etwas dazwischen: Die Werbung erreicht Menschen, während sie eine Entscheidung planen, nicht während sie scrollen. Das funktioniert vor allem für erklärungsbedürftige Angebote mit höherem Warenkorb. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es bisher weder Zielgruppen noch Retargeting, also entscheidet der Kontext. Werbetreibende sollten deshalb beschreiben, für wen und wofür ihr Angebot passt, statt Keywords zu sammeln. Und sie sollten den Kanal an echten Verkäufen im eigenen System messen, nicht an den Conversions im Werbekonto.

Die Entwicklung von ChatGPT Ads dürfte in den nächsten Monaten noch deutlich vorangetrieben werden. Das anstehende Black Week- und Weihnachtsgeschäft mag diesem Kanal zusätzlichen Auftrieb verschaffen.



Sponsored Agents für ChatGPT Ads und Anzeigen mit ChatGPT Work kreieren

Smartphone Mockup mit ChatGPT Chat und Werbe-Agent, blau-violetter Farbverlauf im Hintergrund
© OpenAI via Canva


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