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YouTube reagiert auf Boykott: Werbung künftig erst ab 10.000 Views

Nachdem viele Brands YouTube mit einem Werbeboykott drohten, weil ihre Anzeigen neben „fragwürdigen oder unsicheren Inhalten“ auftauchten, reagiert die Plattform nun mit Maßnahmen.

© Flickr / Michael Galpert, CC BY 2.0

Wenn Werbeanzeigen in einem unpassenden Umfeld erscheinen, kann sich das auf die Reputation des werbenden Unternehmens auswirken. Nachdem der britische Advertiser Havas UK den Stein des Boykotts vor kurzem ins Rollen brachte, entschieden sich auch weitere Brands und Agenturen mitzumachen – oder kündigten es wenigstens an. Medial schlug der Boykott so hohe Wellen, dass Google nun Maßnahmen einleitete, um Werbung wieder sicherer zu machen. YouTuber können mit ihren Videos künftig erst Geld verdienen, wenn sie mit ihrem Account 10.000 Views generiert haben.

Accounts sollen vor einer Monetarisierung überprüft werden

Seit fünf Jahren konnten User dank Partner Programms direkt nach Veröffentlichung eines Videos Werbung schalten und damit Geld verdienen. Zwar war das Partner Programm Treiber für das starke Wachstum YouTubes und dessen Etablierung als stärkste Video Content Plattform, doch brachte es auch Probleme mit sich: User konnten einfach fremde, urheberrechtlich geschützte Inhalte hochladen und diese zu Unrecht monetarisieren.

Vergangene Woche noch fand YouTube sich laut Google Manager Philipp Schindler zu Unrecht in der Kritik. Die unglückliche Platzierung von Anzeigen sei ein marginales Problem und viele Advertiser hätten ihre Drohung nicht einmal wahrgemacht. Dass die Standards für erlaubte Werbung nun dennoch evaluiert wurden, deutet daraufhin, dass das Problem so klein nicht gewesen sein kann.

Mit der neuen Regelung zur Monetarisierung will YouTube sich eigenen Angaben zufolge nun genügend Zeit verschaffen, um prüfen zu können, ob der Kanal-Betreiber sich an die Regeln hält. Nachdem ein Account es auf 10.000 Views gebracht hat, kann der YouTuber sich für das Partner Programm bewerben. Die Plattform prüft daraufhin, ob der Content in irgendeiner Art und Weise gegen die YouTube-Richtlinien verstößt. Ist dies nicht der Fall, wird der Account für Werbeanzeigen freigeschaltet und kann monetarisiert werden.

Google unter Konkurrenzdruck

Die Barriere hilft nicht nur dabei Scam zu reduzieren, sondern soll auch dazu beitragen, Werbung ein sicheres Umfeld zu garantieren. So ist es in der Vergangenheit häufiger vorgekommen, dass Ads etwa vor extremistischem Hintergrund ausgespielt wurden, was unter anderem Grund für den Werbeboykott war.

Google ist massiv daran gelegen, dass YouTube als sicheres Umfeld wahrgenommen wird. Mit der wachsenden Konkurrenz und der zunehmenden Relevanz von Online-Videoplattformen soll YouTube für Werbetreibende weiterhin ein attraktives Angebot darstellen. Die Maßnahmen sollen dabei helfen, den Boykott abzubauen und Vertrauen wieder herzustellen. Nachdem nun auch Facebook endlich gegen Fake News vorzugehen scheint, um Advertiser auf lange Sicht nicht zu vertreiben, ist auch YouTube im Zugzwang.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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