Social Media Marketing

Werbung vor Videos: Facebook liebäugelt mit Pre-Roll Ads

Können Advertiser bald Pre-Rolls auf Facebook schalten? Berichten zufolge prüft das Soziale Netzwerk diese Option im Rahmen von Facebook Watch.

© Facebook

Facebook weicht anscheinend seine Anti-Pre-Roll Politik auf. Offen ist derzeit allerdings, ob die vorgelagerte Video-Werbung auf der gesamten Plattform verfügbar wird oder nur Facebook Watch betrifft.

Zuckerberg ändert seine Meinung über Pre-Roll Ads

Pre-Roll Ads gelten als eines der unbeliebtesten Werbeformate. Auch Mark Zuckerberg hat sich bislang vehement gegen diese Werbeoption auf der Plattform ausgesprochen. In einer Konferenz mit Investoren vergangenes Jahr positionierte sich der Facebook-Chef eMarketer zufolge noch eindeutig:

The important thing to keep in mind on this is we don’t need to do pre-roll because our model is not one where you come to Facebook to watch one piece of content, you come to look at a feed.

Gerade mit Hinblick auf das Autoplay-Feature für Videos ergibt diese Haltung Sinn. Man stelle sich nur vor, im Newsfeed würde direkt nach dem Öffnen der App automatisch überall Bewegtbildwerbung abgespielt – eine unangenehme Vorstellung. Mark Zuckerberg war anscheinend ebenfalls der Meinung, dass Pre-Rolls User abschrecken würden.

Allerdings hat sich das Konzept von Facebook mittlerweile geändert. Mit dem Launch von Facebook Watch geht es nun darum, Shows zu produzieren und eine eigene Videoplattform aufzubauen. Die User sollen Facebook öffnen und wie im TV gezielt bestimmte Sendungen konsumieren. Daher werden Pre-Rolls künftig wohl doch im Besonderen bei Watch eine Rolle spielen, so Advertising Age. Demnach leite das Soziale Netzwerk Tests ein, um das lang verteufelte Format auszuprobieren.

Pre-Rolls bei Watch nur für Nutzer, die das Format akzeptieren?

Noch ist man im Hause Facebook dabei, Wege zur Monetarisierung für Watch auszuloten. In diesem Kontext ergibt sich mit vorgelagerten Ads ein gänzlich anderes Bild. Google schaltet bei YouTube seit jeher Pre-Rolls, die meist nach kurzer Zeit mit einem Klick übersprungen werden können. Warum sollte Zuckerberg sich also gegen diese vermeintlich tolerierte Werbeform bei der Konkurrenz sträuben?

Midrolls sind bei bei Facebook Watch schon länger Gang und Gäbe. Das Problem dabei: Die Nutzer schauen zum Ärger der Advertiser gar nicht immer bis zur Mitte des Videos. Andere Zuschauer fühlen sich ob der Unterbrechung mitten im Video gestört.

Garett Sloane von AdvertisingAge stellt daher eine Vermutung an. Facebook ist gemeinhin als Datenkrake bekannt und kennt den Geschmack seiner Nutzer. Das betrifft selbstredend auch den individuellen Medienkonsum. Es könnte also durchaus eine Option sein, dass Facebook plant, Pre-Rolls an Personen auszuspielen, die gegen Midrolls sind bzw. die statistisch gesehen vor dem nötigen Zeitpunkt aussteigen, und umgekehrt.

Noch hat sich Facebook nicht offiziell geäußert. Nach der Testphase wird das Soziale Netzwerk sicherlich Details zur Neuerung bekanntgeben.

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