E-Mail Marketing

Reichweite gegen Glaubwürdigkeit: User Generated Content im E-Mail Marketing

Die Integration von User Generated Content in das E-Mail Marketing ist ein kreativer und vor allem auch effektiver Ansatz.

© Camila Cordeiro | Unsplash

Weil der moderne Konsument eher anderen, realen Personen vertraut als auf Informationen von Marken, bekommt User Generated Content eine größere Bedeutung. Ist man den Einsatz der userbasierten Inhalte bislang eher von Social Networks und vereinzelt auch Websites gewöhnt, bietet er sich auch für E-Mail Marketing als legitimes Werkzeug an.

Win-Win Situation für alle

Als User Generated Content (UGC) werden Inhalte bezeichnet, die von Usern hochgeladen werden und Produkte beinhalten. Die Inhalte sind unbezahlt sowie aus freien Stücken entstanden und inszenieren im besten Fall auch ein oder mehrere Produkte. Marken machen gern Gebrauch von diesem Content, indem sie ihn auf ihren eigenen Web-Präsenzen featuren. So setzt sich der Großteil des Contents von Airbnb auf Instagram beispielsweise aus UGC zusammen. Das gleiche gilt für Mercedes auf der Plattform. Der User bekommt durch die Verbreitung seiner Inhalte Reichweite und die Marke gewinnt an Glaubwürdigkeit – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Findet UGC Einsatz im E-Mail Marketing, kann das die Click-Through Rates laut einer Untersuchung von Olapic um 43 Prozent steigern. Auch die Conversion Rate wuchs unter UGC um das Zwei- bis Dreifache an. Kissmetrics hat sich auf seinem Blog ein paar Gedanken zum Einsatz von UGC-Kampagnen im E-Mail Marketing gemacht.

UGC als Testimonial im E-Mail Marketing

Um das Vertrauen von Kunden zu erlangen, benötigen Unternehmen Social Proof. Das bedeutet, dass Konsumenten so zufrieden mit den Produkten sind, dass sie es gern weitertragen. Dies wiederum signalisiert anderen, dass die Marke in Betracht gezogen werden könnte, da sie empfohlen wird. Laut einer Untersuchung von Bazaarvoice vertrauen bereits 51 Prozent der Konsumenten eher auf UGC als auf die Aussagen der Marke selbst.

Nun haben sich deine Newsletter Abonnenten freiwillig für den Empfang angemeldet. UGC über diesen Weg zu verbreiten, ist demnach eine effektive Methode. E-Mail Marketing ist derzeit eine der – auch unter Konsumenten – beliebtesten Marketing-Instumente. So bevorzugen, einer Studie von SalesHub zufolge, 77 Prozent der Konsumenten E-Mail Marketing, da die Inhalte bei Bedarf geöffnet und in Ruhe gelesen werden können.

Newsletter im E-Commerce verfolgen vor allem einen Zweck: Sales. Wie könnten Produkte also besser präsentiert werden als von Real Life Testimonials, von echten und zufriedenen Kunden?

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Der Newsletter von Foot Locker featured UGC und hält auch eine Anleitung zum selber Mitmachen bereit.

Der Content ansich ist nach wie vor am ehesten auf Social Networks zu sammeln. Hier bietet sich die Fotoplattform Instagram an. Unternehmen sollten einen Hashtag festlegen, mit dem die User ihre Fotos taggen können. Der Hashtag sollte jedoch noch nicht belegt sein – gegebenenfalls muss hier etwas recherchiert werden.

Wenn möglich, sollte der Username unter dem Bild verlinkt sein. Denn fehlt diese Form der Anerkennung langfristig, kann die Stimmung leicht kippen: User werden weniger an UGC-Projekten teilnehmen und ihre Fotos entsprechend nicht mehr zur Verfügung stellen. Marken sollten immer daran denken, dass für beide Seiten etwas herausspringen muss. Zudem zeigt der Username deinen anderen Kunden, dass es sich um echte Personen handelt, die für den jeweiligen Content verantwortlich sind.

CTAs einbauen – Sales vorantreiben

Glamglow fügt dem UGC gleich einen CTA hinzu.

Glamglow fügt dem UGC gleich einen CTA hinzu.

Newsletter dienen dem vorrangigen Ziel “Sales” voranzutreiben. 20 Prozent der Marketer können ihren Umsatz überwiegend auf E-Mail Marketing zurückführen. Die verwendeten Bilder von Usern sollten dann also mit einem CTA ausgestattet sein, der direkt zum Produkt führt.

Mit Hashtag Contests zu einem hohen Engagement

Nicht jede Marke wirkt von Anfang an eine so große Attraktivität auf die User aus wie Mercedes oder Airbnb, die sich vor eingesendeten Fotos ohne Gegenleistung kaum retten können. Entsprechend kann es vorkommen, dass die Beteiligung an UGC Kampagnen zumindest zu Anfang gering ausfällt.

Millenials tendieren dazu, eher etwas zu kaufen, wenn eine Spende für wohltätige Zwecke daran gebunden ist. So können sowohl Verkäufe als auch das Sammeln des Contents für den nächsten Newsletter miteinander kombiniert werden, wie etwa im folgenden Beispiel:

Die Kampagne lautete: Einen Kamera-Gurt erwerben, anteilig spenden und ein Foto vom erhaltenen Produkt mit dem Hashtag #Givingtuesday auf Instagram posten © ONA

Die Kampagne lautete: Einen Kamera-Gurt erwerben, anteilig spenden und ein Foto vom erhaltenen Produkt mit dem Hashtag #Givingtuesday auf Instagram posten © ONA

Du kannst aber auch Preise für die Teilnehmer ausschreiben. Die Incentivierung des Contests führt in den meisten Fällen ebenfalls zu einer erhöhten Teilnehmeranzahl. Die Preise sollten dabei nicht zu groß sein, jedoch ausreichen, um die Motivation an einer Teilnahme zu fördern. Ein Gutschein kann da schon ausreichen.

Baue eine treue Community auf

Wie bei der Zusammenarbeit mit Influencern ist es auch bei UGC sträflich verboten, die Community nicht zu pflegen. Es wird sogar empfohlen, eine solche aufzubauen. Denn nichts ist wertvoller als die eigenen Kunden, die sich öffentlich für eine Marke aussprechen, ihre Kanäle nutzt und Content verbreitet. Wird der UGC dann in der E-Mail als Storytelling-Instrument eingesetzt, sehen die Empfänger auf direkte Weise, wer mit deiner Marke wie interagiert.

Der Online-Einzelhändler Revolve etwa versendet E-Mails, in denen Fotos von Usern mit der angebotenen Kleidung präsentiert werden. Diese Art des E-Mail Marketings ist kreativ und einzigartig und stärkt darüber hinaus die Glaubwürdigkeit.

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Der Newsletter von Revolve

Mit Kreativität und echten Inhalten zu höheren Sales

Das vormals totgesagte E-Mail Marketing erfreut sich derzeit höchster Beliebtheit. Um auch weiterhin sichtbar zu bleiben und nicht im Wust der täglich empfangenen Newsletter unterzugehen, müssen Unternehmen kreativ werden. Der Einsatz von User Generated Content bietet sich an, denn er erlaubt dank echter Fotos Einblicke in die Produktpalette. Die Userinhalte sind Grundlage für ein gestärktes Vertrauen und sorgen ebenfalls für einen ansehnlichen Social Proof. Am Ende des Tages profitieren Unternehmen nicht nur von einem gesteigerten Absatz durch UGC, sondern dürfen sich auch über ein treues Publikum freuen, das bereitwillig Inhalte zur Verfügung stellt.

Quelle: Kissmetrics Blog

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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