Social Media Marketing

TikTok möchte Daten nicht mehr aus User Clipboards abgreifen

Die Beta-Version von iOS 14 hatte aufgedeckt, dass TikTok noch immer auf Daten aus Clipboards der Nutzenden zugreift. TikTok möchte das nun beenden – hatte das allerdings schon im März beteuert.

Hand hält Handy mit TIkTok Symbol auf Screen vor Himmel

©Kon Karampelas - Unsplash

Wer auf dem Smartphone etwas in der Zwischenablage speichert, eine URL oder einen Textabschnitt, muss häufig damit rechnen, dass auf dem Gerät installierte Apps diese Informationen auslesen können. Die jüngst gestartete Beta-Version von iOS 14 offenbart, dass diverse Apps Zugriff auf diese Daten aus den Clipboards der User haben. Darunter auch TikTok, AliExpress, Patreon oder Google News, wie The Telegraph berichtet. Die Erkenntnis, dass diese Informationen bei Apps mitgelesen und womöglich verarbeitet werden, hat bei Usern und Entwicklern Unmut hervorgerufen. TikTok kündigte nun an, diese Praxis einzustellen.

TikTok möchte sich vom Auslesen der Clipboards lösen

Bei Twitter teilte Jeremy Burge von Emojipedia ein Video, das den Vorgang des Auslesens der Daten aus dem Clipboard durch TikTok zeigt:

Die Praktik ist simpel, einige App können Informationen aus der Zwischenablage der User auslesen und eventuell verwerten. Welchen Mehrwert diese Informationen haben, die womöglich oft auch während der Nutzung nur einer App zwischengespeichert werden, bleibt dabei fraglich. Beunruhigend ist jedoch für die User, dass sie, ohne aktiv darüber informiert zu werden, in diesem Kontext Daten an Apps wie TikTok weitergegeben haben. Das soll sich jetzt zumindest bei der ByteDance App ändern, wie aus dem Bericht des Telegraph hervorgeht. Ein Sprecher gab an:

Following the beta release of iOS 14 on June 22, users saw notifications while using a number of popular apps. For TikTok, this was triggered by a feature designed to identify repetitive, spammy behavior.

Das Unternehmen sei zudem

committed to protecting users’ privacy and being transparent about how our app works.

Ist TikToks Vorhaben nur eine Reaktion auf öffentliche Kritik?

Der Telegraph-Journalist Laurence Dodds hatte bereits im März über die Praktik des Auslesens von User Clipboards berichtet. Er hatte erkannt, dass dieses Vorgehen ein gängiges SDK-Verhalten darstellt. In einer Antwort auf Jeremy Burges Tweet gibt er an, TikTok habe ihm schon zu diesem Zeitpunkt gesagt, man werde die Praktik binnen Wochen einstellen.

Da TikTok keinen konkreten Zeitpunkt angab, wann das Auslesen beendet wird, müssen User davon ausgehen, dass es noch eine Zeit anhält. Spätestens mit dem Release von iOS 14 im Herbst dürfte die Praktik aber für noch mehr Wirbel sorgen als aktuell. Dann könnten auch andere Apps stärker in die Kritik geraten; womöglich weniger für das Auslesen der Clipboards als vielmehr für die Heimlichkeit bei diesem Vorgehen.

TikTok hat sich nun klar gegen das Clipboard-Auslesen ausgesprochen. Die App muss allerdings trotz immensen Wachstums und starker User-Zahlen auch um das Vertrauen der Öffentlichkeit kämpfen. Denn es kam im Frühjahr 2020 erneut zu einer Beschwerde, weil die Vorgaben zum Schutz von Kindern auf der Plattform nicht eingehalten wurden; in diesem Kontext musste TikTok bereits 2019 5,7 Milliarden US-Dollar Strafe an die Federal Trade Commission zahlen. Diverse Datenschutzbedenken umgeben die App, die bei Organisationen wie dem Homeland Security Service, der US Army oder US Navy beispielsweise verboten ist, weil der Umgang mit User-Daten und die etwaige Nähe zur chinesischen Regierung als Problem angesehen werden.


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Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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