SEA - Suchmaschinenwerbung

SEA abseits von Google: 6 gute Gründe für Bing Ads

Bing Kampagnen bieten trotz geringerer Reichweite zahlreiche Vorteile. Warum du Bing unbedingt einsetzen solltest.

© Flickr / Ming-yen Hsu, CC BY-ND 2.0

Bing wird von zahlreichen Werbekunden noch immer stiefmütterlich behandelt. In den meisten Branchen ein großer Fehler, wie wir euch in diesem Artikel zeigen.

In den USA erreicht Bing mittlerweile circa 30 Prozent des Suchmaschinenmarktes, nicht zuletzt wegen der Kooperation mit Apple (Siri) und Amazon (Fire Phone, Kindle Fire). In Deutschland erreicht Bing nach eigenen Angaben 10 Prozent Marktanteil. Der Anstieg wird allerdings zum Teil durch die standardmäßige Integration von Bing in Microsoft Produkten wie Smartphones, Tablets und der Xbox verursacht. Der geringe Marktanteil und generell eher wenig Innovationen schreckten in der Vergangenheit viele Unternehmen ab. Diese Zeiten sind zwar vorbei, Bing kann rein von den Funktionen her ordentlich mit Google mithalten. Trotzdem nutzen bisher vergleichsweise wenige Unternehmen Bing.

Bing Kampagnen – profitable Ergänzung

Gerade das macht Bing aktuell so interessant. In zahlreichen Branchen sind Bing-Kampagnen auffällig günstiger und vor allem profitabler. CPA und Conversion Rate von Bing sind in den meisten Fällen deutlich besser als bei vergleichbaren Google Kampagnen.

Einige Beispiele fast identischer Kampagnen in AdWords und Bing:

Versicherungsbranche:

Google Adwords Bing VersicherungLeadgenerierung:
AdWords versus Bing Leadgeneration

Tourismus:

AdWords versus Bing Tourismus
Laut Search Engine Land gibt es mehrere gute Gründe, weshalb du Bing zumindest testen solltest. Der wichtigste ist aber dieser: Bing liefert in fast allen Fällen günstige, zusätzliche Conversions. Weniger Konkurrenz, eine ruhigere Suchoberfläche, fast alle bekannten AdWords-Funktionen und sogar noch einige weitere machen die kleine Suchmaschine interessant für jedes Unternehmen, das Wert auf profitable Searchkampagnen legt.

Nicht jeder sucht mit Google

Auch nicht unwichtig: Nicht alle Sucher können über Google erreicht werden. Laut einer Studie von comScore in den USA suchen je nach Branche bis zu 80 Prozent der Bing Nutzer nicht zusätzlich mit Google. Die gängige Meinung, dass Google ausreiche, ist also nicht unbedingt wahr.

Expanded Text Ads

Seit kurzem gibt es sie endlich auch in Bing. Damit funktioniert auch der Import der AdWords Kampagnen wieder. Nachdem Google auf ETA umstellte, musste jede Anzeigengruppe nach dem Import von Hand angepasst werden, weil Bing ETA einfach gar nicht mitnahm. Nun sind sie aber da und natürlich können wir die meisten Learnings aus den ersten Expanded Text Ads auch hier anwenden.

Granulares Targeting

Im Gegensatz zu AdWords können zahlreiche Einstellungen in Bing sowohl auf Kampagnen- als auch auf Anzeigengruppenebene vorgenommen werden. Das funktioniert nicht nur für die verschiedenen Devices, sondern auch für Standort, Werbezeitenplaner, Sprachen und demografische Werte (Alter und Geschlecht).

Bing Ads App – Optimierung on the go

Keine schechte Idee, von unterwegs eben die Kampagnen kontrollieren zu können. Wer häufig zu Kundenterminen, Messen und ähnlichem fährt, kennt das Problem. Größere Kampagnen möchte man lieber nicht aus den Augen verlieren. Die App gibt es für iOS und Android.

Bing Search Partners

Search Partners von Bing und Google sind kaum zu vergleichen. In Deutschland sind hier vor allem auch kleinere Suchmaschinen wie DuckDuckGo interessant, die ausschließlich über Bing erreicht werden können. Zwar ist die Reichweite gering, aber die Qualität der Besucher ist häufig deutlich besser als aus anderen Kanälen.

Bing Search Partners können individuell betrachtet und vor allem auch ausgeschlossen werden. Eine schöne Funktion, die AdWords aktuell nicht bietet.
bing Herausgeber WebsitesZum Vergleich: Die gleiche Kampagne in AdWords benötigt einen durchschnittlichen CPC von € 0,88 für die durchschnittliche Position 3,2.

Usability für Werbekunden lässt zu wünschen übrig

Der größte Vorteil von Bing ist tatsächlich das Preis-/Leistungsverhältnis. Trotzdem gibt es noch so einige Punkte, an denen Bing schrauben dürfte. Besonders anstrengend ist das wenig nutzerfreundliche Interface. Zwar sind die Funktionen denen von AdWords mittlerweile sehr ähnlich, aber das Interface hat deutlich längere Ladezeiten. Auch kuriose Fehlermeldungen sind keine Seltenheit.

Ein großer Nachteil für Agenturen oder Unternehmen mit umfangreichen Kampagnen ist der unbeständige Support. Aktuell ist der Standard Support meiner Erfahrung nach meist schneller und zuverlässiger als der zugewiesene Account Manager. Leider kein Einzelfall, in den letzten Monaten hatten wir verschiedene Account Manager und immer wieder die gleichen Probleme. Sogar Accounts mit hohen Tagesausgaben wurden stillgelegt, weil die Rechnung beim falschen Unternehmen landete. Auch die Kooperation mit PPC Management Plattformen wie Adcore verläuft derzeit noch nicht problemlos. Neue Funktionen sind oft erst deutlich verzögert über die API verfügbar.

Insgesamt ist Bing auf jeden Fall ein wichtiger Kanal, der im Suchmaschinenmarketing nicht fehlen sollte. Trotzdem würden sich wohl viele Search Marketer freuen, wenn die Usability für Werbekunden einen höheren Stellenwert bekäme.

Über Stefanie Schröer

Stefanie Schröer

Stefanie Schröer hilft Unternehmern und Marketern, Online Marketing Schritt für Schritt profitabel einzusetzen, um begeisterte Kunden zu gewinnen. Nach mehreren Jahren als Senior Consultant in niederländischen Agenturen konzentriert sie sich jetzt auf das Wesentliche: "Marketing, das Kunden haben wollen" und schreibt auf ihrer eigenen Seite spiderwebmarketing.de über Themen aus der Praxis.

2 Gedanken zu „SEA abseits von Google: 6 gute Gründe für Bing Ads

  1. Alex

    Demographisches Targeting ist in Adwords auch in den Suchkampagnen verfügbar. (seit ca. 1 Mon)

    Antworten

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