Social Media Marketing

In 3 Wochen zu 4,4 Million Followern: Wie Paula McCrory zum Top Pinterest Influencer wurde – und wie auch du es schaffst

Paula Coop McCrory gehört zu den Top Influencern auf Pinterest und hat uns erklärt, wie sie es geschafft hat, davon leben zu können.

Paula Coop McCrory gehört mit ihren 4,4 Millionen Followern zu den Top Influencern auf Pinterest. © Paula Coop McCrory

War Pinterest lange Zeit der Underdog im Marketing, nimmt die Plattform allmählich Fahrt auf. Unternehmen und Agenturen erkennen langsam den Wert der Plattform, die kein Soziales Netzwerk sein möchte, dafür aber Trafficlieferant erster Güte. Doch Pinterest ist beides und hat sein Potential noch lange nicht ausgeschöpft. Auf der Engage Prague, der Social Media Konferenz der Socialbakers, haben wir die kanadische Pinterest Influencerin Paula Coop McCrory getroffen. Im Interview hat sie uns erzählt, wie sie zu einem der größten Influencer auf Pinterest geworden ist und wie die Plattform funktioniert, um den größtmöglichen Nutzen aus ihr zu ziehen.

Pinterest Influencer, ja wirklich.

Paulas Pinterest Profil: Aufgeräumt und ansprechend.

Paula Coop McCrory ist die Pinterest Queen. Mit ihren 4,4 Millionen Followern gehört sie zu den Top Influencern der Plattform. Influencer auf Pinterest? Ja, richtig gelesen. Auch wenn es sich genau genommen nicht um ein Social Network handelt, haben sich auch hier Influencer hervorgetan. Nämlich aus dem einfachen Grund, dass sie mithilfe der Plattform das Branding verstärken. Sie liefern wertvollen Traffic, erhöhen die Glaubwürdigkeit, Brand Awareness und nicht zuletzt kurbeln sie damit die Absätze an.

Aber wie schafft man es auf Pinterest zum Influencer zu werden? Bei Paula war es eher Zufall, nichtsdestotrotz hat sie ein paar nützliche Tipps für uns.

Von 350 auf 4,4 Millionen Follower in nur 3 Wochen

Nachdem Paula ihr drittes Kind bekommen hat und sich lange Zeit alles nur um den Nachwuchs drehte, suchte sie nach einem Ausgleich, um sich wieder mit der Außenwelt verbinden zu können. Eine Freundin erzählte ihr von Pinterest. Das war vor 6 Jahren und die Plattform stand noch ganz am Anfang. Mitglied werden konnte nur, wer eine Einladung erhielt. Paula hat einen grafischen Hintergrund, weshalb Pinterest natürlich eine gewisse Anziehungskraft auf sie ausübte. So wurde sie auf Empfehlung ihrer Freundin Mitglied des Netzwerkes, als es selber gerade noch am Anfang seiner Entwicklung stand. Nach 9 Monaten hatte sie 350 Follower, worauf sie damals schon recht stolz war. Ihr Ausgleich und die Verbindung zur Außenwelt waren wieder hergestellt.

Paula beweist mit ihren Pins ein Auge für Ästhetik.

Den jährlichen Sommerurlaub verbringt sie mit ihrer Familie im Norden Kanadas, in einer Gegend, in der es kaum Internet gibt und sie entsprechend wenig Zugriff auf Pinterest hat. Nachdem der Urlaub vorbei war und Paula sich wieder einloggen konnte, fand sie ihren Account nach nur drei Wochen Abstinenz mit einer halben Million Follower wieder. Da sie den massiven Zuwachs für einen Bug hielt, informierte sie Pinterest per Mail darüber, doch eine Antwort lies auf sich warten. Die Plattform sowie auch Paulas Account gewannen derweil weiterhin an Fahrt.

Nach einem Jahr des Wartens meldete sich Pinterest tatsächlich bei Paula zurück, um ihr mitzuteilen, dass sie ihren Account damals auf die statische Vorschlagsliste gesetzt hatten. Die Liste wird jedem User angezeigt, der sich neu anmeldet, damit er für den Einstieg einige Boards zum Folgen und als Inspirationsquelle hat. Inzwischen verfügt Paula über 4,4 Millionen Follower und ist Vollzeit-Pinterest Influencer.

Den Traum vom unabhängigen Arbeiten zu leben macht der Shift im Marketing und Branding möglich, aus dem inzwischen viele Kollaborationen zwischen Marken und Influencern entstehen, wie Paula im Interview erzählt. Sie ist der Plattform für ihren beruflichen Erfolg dankbar und auch dafür, dass sie sich in den sechs Jahren dort entsprechend Wissen über Analytics, SEO sowie Branding aneignen konnte.

Content-Strategie: Die Bedeutung von Authentizität

Social Media and Marketing is ever changing.

Paula postet täglich zwischen 10 und 25 Mal. 70 Prozent des Contents besteht dabei aus Repins, die restlichen 30 Prozent bestehen aus Kollaborationen und Dingen, die sie selbst posten würde. Seit etwa 6 Monaten verzeichnet Paula allerdings einen weiteren Shift in Richtung ganzheitlichem Marketing. Die Marken, die auf sie zukommen, wollen nicht mehr nur Pins auf Pinterest, sondern eine umfassende Contentkreation sowie -distribution ihrerseits, die auch Facebook, Instagram oder Blogposts umfasst.

Die Kreation und Distribution von Inhalten geht inzwischen weit über das Pinnen auf Pinterest hinaus. Dieses Bild etwa findet sich auf Instagram.

Jeden Tag eine solche Menge an Pins zu posten, fällt Paula nicht schwer, denn das kann sie nebenbei im Fahrstuhl, im Café oder der U-Bahn machen. Paula entspannt diese Art von Arbeit. Würde es das nicht tun, wäre die Aufgabe mit Sicherheit sehr viel anstrengender, denn große Mengen zu posten, bedeuten im Umkehrschluss auch eine Always-on Mentalität – über die nicht jeder verfügt.

Auch ein hohes Engagement ist von großer Bedeutung für Pinterest. Denn was allgemein hin für die Engagement-Plattform Instagram gilt, gilt ebenfalls für das Traffic-Netzwerk. Erfolgreiche User müssen auf Pinterest hoch aktiv sein und ständig interagieren. Das ist zwar ein Job, der sich nebenbei erledigen lässt, was aber nicht bedeutet, dass er keine Aufmerksamkeit erfordert. Paula selbst steckt täglich viel Zeit in die Interaktionen mit ihren Followern. So beantwortet sie Kommentare, bedankt sich und ist sehr aufmerksam. Das Agieren auf Augenhöhe ist auch hier von besonderer Bedeutung.

Everytime i see that someone makes an afford, i want to tell them thank you.

Denn Authentizität ist für den heutigen Konsum von Content auf Sozialen Netzwerken und darüber hinaus einer der elementarsten Grundpfeiler für den Erfolg. Und Authentizität wird nicht zuletzt durch Engagement erzeugt. Pinterest ist zwar lange nicht mit Facebook oder Instagram zu vergleichen, was die Interaktionsrate anbetrifft. Dennoch fühlt sich Paula als Influencer, wie sie sich selbst jedoch nicht ein einziges Mal bezeichnet, dafür verantwortlich, dass ihre Follower sich nicht ignoriert fühlen. Es geht ihr dabei um die Anerkennung und sie möchte vermeiden, dass die User ihre Zeit umsonst aufwenden und glauben, keine Wertschätzung zu erfahren.

Die User müssen sich mit den Inhalten identifizieren können

Authentic doesnt mean perfect, authentic means real.

Paula hat mit ihrer grafischen Ausbildung ein Auge für Ästhetik. Mit der Veränderung des Marketings in den letzten Jahren, sind auch statische Produktbilder outdated. Konsumenten wollen Bilder sehen, in die sich sich hinein versetzen können, die echt sind. Das ist die Herausforderung, der sich Influencer stellen müssen. Authentizität ist das A und O und nicht gleichbedeutend mit Perfektionismus. Eher das Gegenteil ist der Fall: Zwar müssen die vorgestellten Produkte in das richtige Licht gerückt werden, doch perfekte Situationen und aufgestylte Models will der Konsument nicht mehr unbedingt sehen. Aus diesem Grund postet Paula Bilder mit Personen überwiegend, ohne den Kopf oder das Gesicht darauf abzubilden.

Ohne das Gesicht zu zeigen, kann sich der Betrachter auf das Produkt fokussieren.

Die User wollen ihre eigene Geschichte aus dem Bild spinnen, sich selbst reindenken, während der Fokus auf das Produkt gelenkt werden soll. Der Inhalt muss dabei teilbar bleiben, aber gleichzeitig transportieren, warum du ausgerechnet dieses Brot von jenem Hersteller kaufen solltest.

This is a kind of nice organic way of selling without it being a blatant in your face.

Authentisch zu sein, bedeutet eben nicht perfekt. Authentisch zu sein, bedeutet echt zu sein. So dreht sich auf Pinterest, wie auch auf anderen Netzerken, um Authentizität, Kontinuität und darum, dass User sich mit dir identifizieren können.

Auf Pinterest loslegen: Paulas wichtigste Tipps für Beginner

#1 Langsam anfangen

Um auf Pinterest loszulegen, brauchst du keinen Masterplan. Paula empfiehlt jedem, einfach langsam anzufangen und kontinuierlich dranzubleiben. So gelingt es dir herauszufinden, was für dich am besten funktioniert und du kannst langsam, aber gesund, wachsen.

#2 Repinnen

Repinnen ist eines der Dinge, in die Paula viel Zeit ihrer täglichen Arbeit auf Pinterest investiert. Wie weiter oben beschrieben, bestehen ihre Boards zu 70 Prozent aus Repins. So baust du dir allmählich eine Community auf und involvierst gleichzeitig auch andere.

#3 Secret Weapon: Gedeihen lassen

Paulas Geheimwaffe ist, der Entwicklung deines Accounts Zeit zu geben. Als Vergleich zieht sie einen Garten heran: Du bepflanzt ihn und gibst ihm Zeit, sich zu entwickeln. Du kannst keinen Samen aussäen und am nächsten Tag erwarten, dass dein Garten in voller Blüte steht. Stetige Pflege ist hier angezeigt. Niemand ist von heute auf morgen zum Influencer geworden!

#4 Profil in ein Busines Profil umwandeln

Im Gegensatz zu Instagram lässt sich dein Profil allerdings nicht mehr zurück in ein privates verwandeln. Ist die Entscheidung einmal gefällt, musst du dabei bleiben. Dennoch bringt ein Business Profil eine Menge Vorteile mit sich. Nach 30 Tagen bekommst du wertvolle Insights über deine Zielgruppe und deren Verhalten, wie etwa:

  • Wer pinnt was?
  • Wo sind meine Follower lokalisiert?
  • Zu welcher Zeit sind sie online?

Die Einblicke erlauben zu verstehen, was mit deinem Content passiert und warum. So gehst du vielleicht davon aus, dass dein Foodporn-Board das beliebteste ist. In Wirklichkeit aber ist es dein Fashion Board. Analytics entfernen den grauen Schleier und zeigen dir genau, was du tun musst, um deinen Erfolg steigern zu können.

Fazit

Was du für ein erfolgreiches Profil auf Pinterest benötigst, ist also eine gewisse Portion Kreativität sowie ein entsprechendes Auge für schöne Dinge. Die wichtigsten Grundpfeiler sind Authentizität, Kontinuität und die Fähigkeit, dass User sich mit dir identifizieren können. Sofern du immer am Ball bleibst und bereit bist, mit der Welle zu schwimmen – denn Soziale Netzwerke verändern sich und ihre Dynamiken mitunter täglich -, dann steht einem Erfolg nicht viel im Weg. Ein Quäntchen Glück ist vielleicht auch nicht von Nachteil, aber wie es so oft im Leben ist: Ohne harte Arbeit wird sich kein Erfolg einstellen.


Du kannst Paula auf diesen Netzwerken folgen:


Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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5 Gedanken zu „In 3 Wochen zu 4,4 Million Followern: Wie Paula McCrory zum Top Pinterest Influencer wurde – und wie auch du es schaffst

  1. Fernando Granados

    Ich habe diesen Beitrag voller Erwartungen gelesen: „Von 350 auf 4,4 Millionen Follower in nur 3 Wochen“
    Wow! dachte ich mir, wie hat sie das geschafft? Ihr Content muss ein richtiger Hammer sein. Jetzt bin ich ziemlich enttäuscht, keine nennenswerten Erkenntnisse worauf der Erfolg der Dame beruht. Wie @Niclas schon geschrieben hat: Sie hatte einfach Glück, zur richtigen Zeit auf der richtigen Liste gewesen zu sein. Aber sonst? Typisch nordamerikanisch, kein Wunder haben sie jetzt so einen POTUS *würg*

    Antworten
    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Nur dass sie Kanadierin ist und der Zusammenhang mit Trump mir jetzt nicht ganz klar ist. :)

      VG,
      Tina

      Antworten
  2. Niclas

    Also ich sehe auf den Screenshots ganz klar 4,25 Millionen Follower und nicht 4,4.

    Außerdem sind ihre Tipps ja wohl mehr als lächerlich. „Secret Weapon: Gedeihen lassen“. Dass ich nicht lache. Sie hatte einfach Glück, dass ihr Account sehr früh auf die Empfehlungsliste gesetzt wurde. Jetzt anderen zu erzählen, sie sollen einfach warten bis sie irgendwo gefeatured werden ist ja wohl win Witz…

    Antworten
  3. Katrin

    Richtig – mit einer Strategie hat das wenig zu tun, es war in diesem Fall wohl weitestgehend Glück. Die genannten Tipps sind ebenfalls Standard und geben leider keine tieferen Insights. Dennoch ein guter und interessanter Beitrag für Pinterest-Neulinge.
    Was ich noch ergänzen würde und zentral finde: Die Followerzahl auf Pinterest ist völlig irrelevant, wenn es darum geht Traffic auf die eigene Webseite zu lotsen. Große Followerzahlen sind lediglich die Grundvoraussetzung für die Vermarktung fremder Inhalte, so wie auf jeder Plattform.

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  4. Romy

    Guter Beitrag zu Pinterest – zeigt aber auch deutlich, dass die großen Accounts alle frühzeitig auf der Empfehlungsliste standen und dadurch groß wurden (hatte sich auch bestätigt beim Gespräch mit deutschen großen Accounts).
    Die Kanadierin hat also auch viel Glück bei Pinterest gehabt. Bei den anderen Accounts sieht man übrigens deutlich an den Screenshots, wie ihre „Strategie“ bei diesen ist/war und das es wenig mit Einfluss zu tun hat. Sie betreibt auf Instagram und Twitter eindeutig eine Follow-Followback-Strategie (Follow-Ratio 1:1), die nicht sehr nachhaltig sein dürfte, was die Inhalte angeht.

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