Social Media Marketing

Pinterest – Der Geheimtipp für Advertiser in Social Media?

Pinterest gilt als heimliche Traffic Maschine unter den Social Networks. Wie sich Pinterest von Instagram & Co. abgrenzt, wofür es steht und auf welche Entwicklungen wir uns freuen dürfen, verrät Tim Kendall, President bei Pinterest, auf der Shoptalk Europe.

Tim Kendall, President Pinterest

Facebook, Snapchat, Instagram, vielleicht noch Twitter – das sind die wirklich populären und praktisch medial omnipräsenten Social Media Plattformen in Deutschland. Gefühlt deutlich weniger präsent: Pinterest. Zu recht?

Wir haben Pinterest-President Tim Kendall auf der Shoptalk Europe in Kopenhagen getroffen und mit ihm über die Vision von Pinterest, Wettbewerber wie Instagram und Snapchat und aktuelle Entwicklungen bei Pinterest gesprochen.

Tim Kendall: “We offer people a way to explore what they love”

Ganz am Rande der Shoptalk in Kopenhagen, ein kleiner Meetingraum: Tim Kendall sitzt in Jackett und T-Shirt im Stuhl, vor ihm stehen Wasser und Obst. Später wird er im Fireside Chat nochmal auf großer Bühne über Pinterest sprechen.

Wir sprechen zunächst über Wettbewerber: Warum überhaupt Pinterest nutzen als Privatperson, warum nicht einfach auf Instagram oder Snapchat sein? Klar: Verglichen mit Plattformen wie Instagram (rund 800 Millionen aktive Nutzer weltweit) wirkt Pinterest (200 Millionen aktive Nutzer weltweit) eher klein. “There’s not really inspiration”, sagt Kendall – Instagram und Snapchat, das sind vor allem Plattformen für die persönliche Kommunikation, doch wer Inspiration für seine Interessen suche, der werde dort in der Regel nicht fündig. Da helfen, findet Kendall, auch die Hashtags bei Instagram wenig, drücken sie doch ein sehr spezifisches Interesse aus und verwehren so eigentlich die Möglichkeit eines tieferen Entdeckens, einer „Discovery“.

Tim Kendall von Pinterest bei der Shoptalk Europe

Discover what you love!

Genau da setze Pinterest: Inspiration liefern, ein bestehendes Interesse noch weiter erkunden können – das liefert nur Pinterest. Man könnte auch sagen: Facebook, Snapchat, Instagram und Co. funktionieren vor allem User-to-User – Pinterest dagegen ist in der Positionierung viel stärker auf einen Dialog Company-to-User ausgelegt. Dabei hat es sich Pinterest zum Ziel gesetzt, dass Inhalte eben nicht nur digital konsumiert, sondern auch im realen Leben umgesetzt werden.

Pinterest aus Publisher-Sicht: Eine wahre Traffic Maschine

Davon profitieren auch die Publisher – egal, ob Influencer oder Advertiser: Laut Simliar Web etwa bekommt Top-Influencerin Leonie Hanne von Ohh Couture etwa 65 Prozent ihres Social Referral Traffics durch Pinterest. Für rund 70 Prozent aller Influencer ist Pinterest gar die größte oder zweitgrößte Quelle für organischen Social Referral Traffic. Aber auch Marken können von organischem Wachstum auf Pinterest profitieren. Für viele Food Brands auf der App ist Pinterest mittlerweile die größte Quelle für Social Referral Traffic wie beispielsweise Maggi.

We wanna do for discovery, what Google did for search!

Das besondere an Pinterest ist dabei, dass Nutzer praktisch mit jedem Klick auf einen Pin von der Plattform herunter auf die jeweilige Website gelangen. Hier liegt einer der zentralen Vorteile von Pinterest aus Publisher-Sicht und macht die Plattform – entsprechende Reichweite voraussetzt – zu einer wahren Traffic Maschine. Für Kendall ist das nicht etwa ein Nachteil: Pinterest will Nutzern helfen, Dinge zu entdecken und sie dann auch tatsächlich zu (er-) leben – Pinterest wolle keine “time suck machine” sein, so Tim.

Den zentralen Vorteil, insbesondere gegenüber Amazon und Google, bringt er mit dem Wort “Discovery” auf den Punkt: Durch die Ausrichtung darauf, Nutzer tatsächlich zu inspirieren, haben auch unbekannte Marken und kleinere Unternehmen die Chance, über Pinterest Traffic und damit Kunden zu gewinnen – während hinter einer klassischen Suche eher ein konkretes Interesse an einem konkreten Produkt steht.

Pinterest unterstützt Advertiser beim Start auf der Plattform

Selbstverständlich hat Pinterest mittlerweile eine ganze Menge innovativer Features an Board – neben Shop The Look gibt es etwa Buyable Pins und immer neue Verbesserungen werden gelauncht.

Um noch mehr Unternehmen mit dem Start auf Pinterest zu helfen, hat Pinterest ‘Pinterest Propel‘ eingeführt, ein Programm mit einem speziell eingerichteten Sales Team, das Unternehmen und Agenturen unterstützt, die erstmals Werbung auf der App schalten.

Pinterest Propel hilft kleinen und mittleren Unternehmen, schnell und einfach auf Pinterest zu werben und untersützt sie bei der Herausforderung, ihre Reichweite zu steigern und neue Kunden zu erreichen.

Zur Zeit ist Pinterest Propel für Unternehmen in den USA und Kanada nutzbar, die mindestens 100 US-Dollar pro Tag ausgeben möchten. Teil des Programs ist auch telefonische Unterstützung bei der Kampagnenplanung, individuell designte Pins und Informationen zu Best Practices. Das Program ist in Zukunft auch in zusätzlichen Ländern, wie Deutschland, geplant.

Nutzt ihr Pinterest bereits? Wie viel Prozent eures Social Referral Traffics macht Pinterest aus?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Fokusthemen auf OnlineMarketing.de: CRM, (Web) Analytics & E-Mail Marketing. Studium: B. A. in Business Administration, M. Sc. in E-Commerce. Mitglied der Digital Analytics Association Germany. Schnittstelle zwischen Marketing & IT mit einem Herz für Analytics. Derzeit tätig im Digital Push Marketing bei OTTO (GmbH & Co KG). Vorher im Solution Consulting der netnomics GmbH.

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