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OMR Festival 2019: Meditative Marketing Party im Superlativ

Das OMR Festival zeigt in diesem Jahr alle Highlights der Marketingbranche, schlägt bei der pompösen Conference jedoch auch kritische Töne an.

Die Hauptbühne des OMR Festivals, © Tina Bauer

Das OMR Festival 2019 liefert ein Kaleidoskop an Eindrücken, das jeder Besucher, Aussteller, Speaker etc. erst einmal verarbeiten muss. Wenn sich der Back to the 90s-Track von Adobe direkt neben Instagram, Google und den zahlreichen anderen Branchenriesen einreiht, ist die riesige Expo in vollem Gange; und wenn sich Hamburgs Oberbürgermeister Peter Tschentscher mit Bestsellerautor Yuval Noah Harari und Scooter auf der Bühne der Conference abwechselt, dann ist die Marketing Party auf einem mitreißenden Höhepunkt.

Das OMR Festival liefert vor allem Geschichten

Schon beim Einlass sorgten die Veranstalter des Festivals in diesem Jahr für einen Hit, der in Social Media schnell die Runde machte.

Das Fazit der Besucher dürfte jedoch ganz anders ausfallen. Bereits am ersten Tag des Festivals überzeugte die Expo mit größter Vielfalt bei den Ständen, die alle interaktive Angebote vorzuweisen hatten. Beim Twitter-Stand etwa konnte man etwas über die rührende Geschichte zu Billy’s Donut erfahren; so hat das Unternehmen seinen Stand in Kooperation mit der Marke aufgebaut und den Besuchern auch gleich etwas Gebäck angeboten.

Nur ein paar Meter weiter nimmt Adobe die Marketing Fans mit auf eine Reise „Back to the 90s“, in der nicht nur über 20 Jahre altes Interieur gezeigt, sondern vor allem ein Einblick in die zarten Anfänge digitaler Werbebanner geliefert wird. Untern all den Ausstellern war in diesem Jahr auch OnlineMarketing.de vertreten.

Der OnlineMarketing.de-Stand bei der OMR Expo, © Marc Stahlmann

Neben all den Ständen finden tausende Besucher Zerstreuung im facettenreichen Food-Bereich, beim Jahrmarkt-esquen Schießstand oder in der Networking Area. Das Networking gibt Raum, um Kollegen zu treffen, neue Leute kennenzulernen oder aufschlussreiche Interviews zu führen; auch gern im Pressebereich, der die Expo Hall überblickt. Die Menschenmassen tragen jedenfalls zu einem Grundrauschen bei, das immer wieder neue Impulse mit überraschenden Eindrücken kombiniert. Und Überraschungs-Acts liefert die OMR selbst reihenweise: ob Dendemann und Trettmann am Abend des ersten Tages oder Scooter in der Mittagspause des zweiten.

Das Aufgebot an Persönlichkeiten ist eines globalen Markentreffens würdig. Ob Joko Winterscheidt oder Patrick Esume, Frank Thelen oder Sylvie Meis. Selbst Hamburgs Oberbürgermeister Peter Tschentscher zeigte sich am Tag der Conference auf der Hauptbühne der OMR, ehe Bestsellerautor Yuval Noah Harari, der von Obama empfohlen und Zuckerberg empfangen wird, on Stage über die Potentiale und Risiken von Algorithmen sprach.

Philipp Westermeyer begrüßt Peter Tschentscher auf der Bühne, © Tina Bauer

If I can catch the attention of the Google search engine, the humans will follow,

meint Harari, der sich als technophob bezeichnet und ein beinah dystopisches Bild der Zukunft zeichnet. Algorithmen könnten uns besser kennenlernen als Ehepartner. Er sei Realist, erklärte Harari dann Kai Diekmann auf der Bühne.

Harari war eine Attraktion der Conference, © Tina Bauer

Insgesamt ist die OMR aber von Geschichten geprägt, auch jener von Headspace-Gründer Andy Puddicombe. Der ehemalige Mönch hat mit seiner Meditations-App Millionen Leben bereichert – und auch live bei der OMR Conference seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt.

Das tiefere Nachdenken ist gefordert

Das ganze Erlebnis OMR ist extrem ambivalent. In einem Moment schallt eine Halle vor lauter Musik, im nächsten wird von tausenden Besuchern meditiert. Visitenkarten und LinkedIn-Kontakte werden getauscht, Bier miteinander getrunken, Leads gesammelt und Marken werden präsentiert. Bald erklärt DagiBee ihr Geschäftsmodell, bald kommen Rockstars wie Ellie Goulding oder Yext-Gründer Howard Lerman auf die Bühne.

Lerman erklärte uns begeistert:

It’s the best digital marketing conference on the planet, the best I’ve seen. There’s nothing like it.

Howard Lerman von Yext und OnlineMarketing.de-Geschäftsführer Marc Stahlmann, © Marc Stahlmann

Trotz der überbordenden Sinneseindrücke, die durch die Suprise Music Acts am zweiten Festivaltag noch ins Exzessive gepusht werden dürften, steht auch das tiefergehende Nachdenken im Vordergrund. Digitales Marketing braucht neue Lösungen und ob es um KI bei Google oder E-Commerce bei Alibaba geht, Wachstum basiert auf weitgehend durchdachten Strukturen. Davon bietet auch das OMR Festival genug, die Experience vom morgendlichen Kaffee bis zur abendlichen Party folgt einem Konzept, das in seiner Vielfältigkeit jedoch einen einzigartigen Ansatz entwickelt. Wenn die Technologie nicht deterministisch ist, dann haben wir allem im Online Marketing eine Vielzahl potentieller Ziele vor Augen. Diese Mehrdimensioanlität an Möglichkeiten wird beim Festival eindrucksvoll und allerorts repräsentiert.

Ist Technologie deterministisch?, © Tina Bauer

Der Austausch bei diesem Festival dient auch dazu, diese Ziele klarer zu definieren. Dass hierbei das Branding und die Party genauso im Fokus stehen wie jedes einzelne aufschlussreiche Fachgespräch, wird dem Status quo der Branche nur gerecht.

Auf diese Weise erleben wir die wohl größte Online Marketing Party im Rahmen einer Konferenz und Messe; und können uns trotz all dem berechtigten Hype und immer neuen Superlativen im Bereich Sichtbarkeit von Marken und einer medienwirksamen Schärfung des Branchenprofils einer Meditation über das Marketing, wie wir es heute kennen und wie wir es uns morgen vorstellen, hingeben. Das klingt fast schon absurd und ein wenig verrückt. Es spiegelt das OMR Festival womöglich aber besser wider als so mancher Vergleich mit den Bühnen der Branche. Keine sind wie jene der OMR.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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