Marketing Strategie

“Ok, Google, was ist ein Whopper?” – Burger King TV Spot zeigt die Macht des Marketings

Burger King hat mit seiner frechen Ad Google Home Geräte ausgetrickst und seinen Whopper stark beworben; allerdings nicht ohne zweifelhafte Praktiken.

Burger Kings OK, Google Whopper Ad, © Burger King

Burger Kings Whopper ist in den USA wieder in aller Munde. Ein TV Spot brachte Google Home dazu, den Whopper zu bewerben. Doch bei der Antwort wurde nichts dem Zufall überlassen. Der Trick zeigt auch, wie innovativ Marketing im digitalen Zeitalter sein kann.

„OK, Google, what is the Whopper burger?“

Genau diese Frage stellt ein Burger King Mitarbeiter in dem 15-sekündigen TV Spot, der in den USA ausgestrahlt wurde. Als Reaktion wurde von Google Home Geräten, die in der Nähe eines TV Geräts standen, das den Spot ausstrahlte, der Wikipedia-Eintrag zum Whopper vorgelesen. Ob die Adressaten wollten oder nicht. Der Wikipedia-Eintrag jedoch war im Vorwege bearbeitet worden, sodass der erste Satz im amerikanischen klang wie folgt:

The Whopper is a burger, consisting of a flame-grilled patty made with 100 percent beef with no preservatives or fillers, topped with sliced tomatoes, onions, lettuce, pickles, ketchup, and mayonnaise, served on a sesame-seed bun.

Das berichtet The Verge. Die Bearbeitung war demnach vom User Fermachado123 vorgenommen worden. Der Username erinnere stark an den Namen des Marketingchefs von Burger King, Fernando Machado.

Der Clip von Burger King

Burger King hat also Wikipedia gewissermaßen manipuliert (schamlose Selbstwerbung ist im Wiki-Editing eigentlich untersagt) und Google Home überlistet. Google, das nichts mit der Werbung zu tun hatte, reagierte, indem einige Stunden nach dem Launch der Ad die Google Home Geräte nicht mehr auf die im Clip gestellte Frage antworteten. Zudem ist laut The Verge auch der Wikipedia-Eintrag zum Whopper wieder geändert und vorerst für weiteres Editing blockiert worden.

Innovation und Manipulation: Was der Marketing Clou zeigt

Die Reaktionen auf die Werbung, eine gekonnte Verbindung von TV und Online Marketing, waren unterschiedlich. Zwar war das Interesse am Whopper zeitweise sehr groß, doch viele Google Home User waren auch sehr verärgert.

Sowohl Google als auch Amazon arbeiten aber bereits an spezifischer Sprachenerkennung für ihre Smart Home Geräte, so der Guardian. Sodass fremdgesteuerte Anfragen nicht per se beantwortet werden (müssen). Das heißt, dass ein solcher Clou wohl schwer zu wiederholen sein wird. Dennoch, er zeigt, wie innovativ Marketing in einer von Ads fast übersättigten Zeit sein kann. Die Verbindung von Medien, auch digitaler (Google Home und Wikipedia), auszunutzen war einerseits äußerst durchdacht. Andererseits birgt genau diese Verbindung auch eine Gefahr. Denn eine „Manipulation“ etwa des Wikipedia-Eintrags zum negativen Effekt (die angeblich auch im Nachhinein von einigen Usern angestrebt wurde), kann solch einer riskanten Kampagne auch die falsche Richtung geben.

Genau an dieser Stelle zeigt sich, dass neue Wege mit einem Risiko verbunden sind. Burger King ist es eingegangen – und hat dabei ethisch betrachtet sehr fragwürdig gehandelt. Allerdings ist sich das Unternehmen für brisante Kampagnen nicht zu schade, wie kürzlich eine Print Kampagne zeigte, und gewinnt dadurch zumindest Eines: Aufmerksamkeit. Denn es wird wieder berichtet.

Burger King hat die Zeichen der Zeit erkannt und der Macht des Marketings Ausdruck verliehen. Mit optimierten Smart Home Geräten sollten solche Tricks künftig schwieriger werden, doch es zeigt sich, dass den Marketern immer wieder Kniffe einfallen können, um den digitalen Fortschritt zu Werbezwecken zu nutzen.

Quelle: The Verge

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