Video Marketing

Mobile first ist in Deutschland Generationensache – doch der Video Marketing-Markt wächst bereits extrem

Mobile first ist hierzulande längst noch nicht überall etabliert. Doch vor allem jüngere Generationen sind für Marketer auf einem vielversprechenden Weg.

© sam bloom - Unsplash

Der Bewegtbildkonsum spielt in der Medienanalyse und für das Marketing eine bedeutende Rolle. Wo und wie rezipieren die Menschen Videos, Filme und TV? Hat sich Mobile first in Deutschland schon bewahrheitet? Noch hängen Nutzer in Deutschland an Traditionen; Marketer tun aber gut daran, die Entwicklungen im Userverhalten zu kennen – denn Video Marketing birgt enorme Vorteile.

Wie wird Bewegtbild konsumiert? Lineares Fernsehen noch beliebt, aber VOD und Social Video holen auf

Für die Ermittlung des Verhaltens von Nutzern in Deutschland zur Rezeption von Bewegtbild hat nextMedia.Hamburg eine repräsentative Studie angestellt. Und diese zeigte einige ernüchternde Erkenntnisse in Bezug auf die Etablierung von Mobile first. Denn die Befragten gaben an, bisher nur zu fünf Prozent ihren Bewegtbildkonsum unterwegs zu bedienen. Soviel zur wortwörtlichen mobilen Rezeption von Bewegtbild.

Bewegtbildkonsum zuhause und unterwegs in Deutschland, © nextMedia.Hamburg

Dazu kommt, dass in Deutschland der Fernseher (Prozent) und der Computer oder Laptop (67 Prozent) immer noch mit Abstand die meistgenutzten Geräte für Bewegtbildkonsum sind.

Geräte nach der Nutzungsgewohnheit für Bewegtbildkonsum in Deutschland, © nextMedia.Hamburg

Allerdings finden sich Anzeichen, dass die Rezeption von Videos und Co. über immer besser dafür ausgelegte Smartphones zunehmen wird. Denn mehr als jeder Dritte nutzt das Handy für TV-, Video- oder Filmkonsum. Damit toppt dieses für Mobile zentrale Gerät inzwischen deutlich das Tablet (22 Prozent).

Und auch bei der Art des Bewegtbilds, die in Deutschland konsumiert wird, sind klare Veränderungen längst im Gange. Zwar gaben noch erstaunliche 86 Prozent an, lineares Fersehen zu konsumieren, doch ist die Videorezeption auf Plattformen schon für 61 Prozent ebenso Alltag. Bedeutender aber – ebenso für die Video Marketer: schon knapp die Hälfte der deutschen User nutzt Video On Demand-Angebote, obwohl diese eine noch relativ kurze Tradition haben. Immerhin etwa jeder Dritte gab an, in sozialen Netzwerken Bewegtbild zu konsumieren (diese Zahl wirkt etwas niedrig, was an der konkreten Frage der Studie liegen mag; eine deutliche Erhöhung dieses Anteils scheint zumindest unausweichlich,wenn er nicht ohnehin bereits höher anzusetzen ist).

Wie wird in Deutschland Bewegtbild konsumiert, © nextMedia.Hamburg

Entwicklung von Video und Mobile first eine Frage des Alters; und der Anpassung

Wer im Mobile Zeitalter aufwächst, nutzt seine mobilen Endgeräte ganz selbstverständlich für Bewegtbildkonsum. Anders bei den älteren Semestern. Während nur 36 Prozent ihr Smartphone für Streams, Videos usw. nutzen, erhöht sich dieser Wert abgebildet auf die 18 bis 29-Jährigen auf 64 Prozent. Und die 30 bis 39-Jährigen sind zu 46 Prozent ebenfalls per Handy unterwegs, wenn es um Bewegtbildrezeption geht.

Bewegtbildkonsum über Mobile ist bei jüngeren Nutzern deutlich häufiger, © nextMedia.Hamburg

Daher ist anzunehmen, dass mit kommenden Generationen die Mobile first-Annahme in Deutschland noch eindeutiger nachzuweisen sein wird. Doch es ist nicht nur eine Frage des Alters. Natürlich werden die Teenager schneller an Plattformen wie YouTube und Instagram, Facebook und Netflix herangeführt. Aber auch ältere Nutzer, die up to date bleiben und ihre liebsten Serien oder Live Streams sehen wollen, müssen sich anpassen – und tun dies zu einem Gutteil. Mit Bewegtbild lassen sich viele Dinge transportieren. Genauso haben derartige Inhalte im Online Bereich einen riesen Stellenwert, wenn es um Marketingstrategien geht.

Schon im nächsten Jahr sollen sich 80 Prozent des Internet Traffics aus Video Content speisen. 2021 sollen gar 13 Prozent dieses Traffics von Live Video ausgehen, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Diese Angaben teilt eine Infografik von depositphotos, die Social Media Today darstellt. Und mit Live Video wird genauso der mobile Aspekt der Bewegtbildrezeption optimiert und gefördert.

Video mischt das Internet auf, © depositphotos

Warum Marketer das Verhalten der Nutzer zu Bewegtbild kennen sollten

Auch wenn bei vielen Menschen in Deutschland lineares Fernsehen noch eine Rolle spielt, wird doch in wenigen Jahren der Video Content online das Augenmerk der meisten Marketer beanspruchen. Denn dort werden die meisten – und womöglich kaufstärksten Gruppen der Bevölkerung – zu erreichen sein. Dass die Werbeansprache vor allem mobil abläuft, darf kaum bezweifelt werden, wenngleich die Nutzer in Deutschland noch an der heimischen Laptopnutzung festhalten, wenn es ums Konsumieren von Videos und Serien etc. geht. Doch auch das ist eine Erkenntnis, die Marketer nutzen können und sollten, um ihre Werbebotschaften zu optimieren und zu personalisieren, wenn möglich.

Welches Potential in Video Ads steckt, zeigen einige Statistiken. Allein die Erwähnung des Wortes Video kann die Öffnungsraten von E-Mails um 19 Prozent steigern, während Videos auf Landing Pages zu bis zu 80 Prozent Wachstum bei den Conversions führen können.

Video Marketing birgt riesige Potentiale, © depositphotos

Vor allem aber beim Branding und der Vermarktung von Produkten ist Bewegtbild unerlässlich. Vier mal mehr Nutzer kaufen ein Produkt eher, wenn sie ein Video dazu sehen, als wenn sie nur eine Beschreibung haben. Das scheint einleuchtend. Wer möchte sein Produkt nicht gern mal in Aktion sehen, ehe man es kauft?

Einwirkung von Video Content auf das Kaufverhalten online, © depositphotos

Dazu kommt, dass 90 Prozent angeben, Videos machten Kaufentscheidungen einfacher. Die Potentiale von Marketing über Bewegtbild, von 360-Grad Videos über Live Video, Werbung bei YouTube bis hin zu einfachen How-tos oder Produktvorstellungen, sind enorm. Wer das Verhalten der Nutzergruppen einschätzen kann, hat Vorteile, diese Möglichkeiten optimal auszuschöpfen. Video Content und Video Ads sollten auf die Altersgruppen, mögliche Rezeptionsumgebungen usw. zugeschnitten werden. Dabei helfen Studien wie jene von nextMedia.Hamburg. Vielleicht sind Budgetzuweisungen fürs Fernsehen für Marketer dann interessant, wenn ihr Produkt für ältere Nutzer relevant ist. Andernfalls sollte sie ihre Aufmerksamkeit trotz der noch recht traditionellen Konsumweise in Deutschland auf Videos richten, die mobil Wirkung zeigen. Denn damit wird die nächste Generation gewonnen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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