Social Media Marketing

Instagram wird zum Schaufenster: Instagram Shopping jetzt auch in Deutschland verfügbar

Instagram Shopping hat in den USA bereits zu Unternehmenserfolgen geführt. Nun steht das Feature auch in Deutschland zur Verfügung.

© Instagram Business

Mit Instagram Shopping rückt die ursprünglich soziale Plattform näher Richtung E-Commerce. Die Nutzer dürften geteilter Meinung über diese Funktion sein. Doch Unternehmen können profitieren und mehr Engagement und Conversions geben der Funktion ihre Daseinsberechtigung.

Instagram Shopping: Produkte über getaggte Posts kaufen

Ab heute können Unternehmen in Deutschland ihre Produkte direkt in der Instagram App verkaufen. Das gilt ebenso für Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Spanien und Brasilien sowie die USA, wo das Feature von einigen Unternehmen aber schon im letzten Jahr genutzt werden konnte.

Shopify zeichnet für die Instagram Product Tags-App verantwortlich und bestätigt den Start der Funktion. Unternehmensaccounts können nun Produkte nicht nur präsentieren, sondern in der App direkt zur Conversion leiten. Das funktioniert, indem dargestellte Artikel getaggt werden.

Instagram Shopping mit markierten Produkten, © Instagram

Durch die Markierungen der Produkte ist der Weg zum Kauf für die Nutzer sehr kurz. Denn wenn ihnen ein Artikel gefällt, klicken sie einfach auf „Jetzt kaufen“ und gelangen auf deine mobile Website. Zudem können unmittelbar weitere Angaben zu den Produkten angesehen werden. Dazu muss nur der Beitrag angeklickt werden.

Unternehmen können laut Instagram bis zu fünf Punkte auf einem Bild markieren; oder bis zu 20 Produkte in einer Karussellansicht. Natürlich können auch Filter oder Bildunterschriften hinzugefügt werden.

Was ist zu beachten?

Instagram erklärt, dass der Shop-Tab erst aktiviert wird, wenn mindestens neun Shoppingbeiträge im Unternehmensprofil erstellt wurden. Außerdem wird geraten, die Funktion zu nutzen, um besonders viele Artikel für die Nutzer darzustellen, sodass diese richtiggehend digital bummeln können. Auch in der Darstellung sind mit der Karussellfunktion usw. verschiedene Optionen verfügbar. Wichtig ist ebenso, dass die Markierungen stets richtig angeordnet sind, damit die Nutzer keine falschen Preisvorstellungen bekommen.

Nun können die Unternehmen weiterhin die Stories nutzen, um auf die Shoppingoption ihres Accounts aufmerksam zu machen.

Shopping birgt Vorteile für viele Parteien – und hat einen faden Beigeschmack

Die bisherigen Nutzer von Instagram Shopping auf Unternehmensseite aus den USA haben mitunter sehr positive Resultate mit der Funktion erzielen können. Shari Lott, Gründer & CEO von SPEARMINTLOVE wird bei Instagram zitiert:

Shoppen auf Instagram leistet eine der ganz besonders kritischen Aufgaben zur Verbesserung der Erfolgsbilanz im E-Commerce: Die Funktion macht das Einkaufen leichter. Mit nur einem Antippen gelangt unsere Zielgruppe direkt zur Produktseite, wo der Artikel in den Warenkorb gelegt werden kann. Durch die Verringerung der Suchzeit und Klicks steigen die Conversions und der Umsatz. Nach der Einführung dieser Funktion stiegen der Traffic um 25% und der Umsatz um 8%. Das haben wir shopping auf Instagram zu verdanken.

Und auch für den Beautyprodukthersteller Tyme hat Shopping bei Instagram einen starken Effekt gehabt. 44 Prozent mehr Traffic auf der Seite, der von der Plattform kommt. Dies sind natürlich nur die positiven Beispiele. Doch Instagram bietet Unternehmen gute Aussichten, um die eigene Zielgruppe zu erreichen. Über 800 Millionen Konten werden weltweit monatlich aktiv genutzt und 80 Prozent der Konten folgen einem Unternehmen. Dazu kommt die Tatsache, dass sich bei der Plattform nicht nur große Marken, sondern eben auch kleine Unternehmen mit wenig Mitarbeitern präsentieren können.

Die positiven Ergebnisse der testenden Unternehmen können im Beitrag von Tracey Wallace bei Big Commerce nachgelesen werden. Auch in Deutschland werden sich viele Marken und Unternehmen einiges von dem Feature versprechen. Immerhin werden die Unternehmenskonten so zum Schaufenster, das kaum noch Barrieren bis zum Kauf darstellt.

Nutzer könnten geteilter Meinung sein

Allerdings dürften die Meinungen der Nutzer dazu auseinandergehen. Einerseits  ist die Shoppingfunktion natürlich ein unkomplizierter und schneller Weg, um Artikel, die bei Instagram Posts begeistert haben, direkt in den eigenen Kleiderschrank, das Regal etc. zu befördern – ohne noch groß suchen zu müssen. Andererseits könnten die User genauso verstimmt sein, dass die soziale Plattform immer mehr zur E-Commerce-Schnittstelle wird. Denn es ist klar, dass Unternehmen die große Nutzerzahl und das Engagement auf Instagram für die eigenen wirtschaftlichen Zwecke nutzen möchten. Dabei könnte jedoch durchaus das Social Media-Feeling an Gewicht verlieren.

Damit begeht Instagram also eine Gratwanderung. Die Nutzer können wie Unternehmen profitieren, doch man entfernt sich weiter von der ursprünglichen Idee sozialer Kommunikation. Diese Entwicklung hängt aber nicht zuletzt auch mit zahlreichen neuen Werbeoptionen zusammen, die sich für die Plattform nutzen lassen.

Letztlich ist die Plattform wie andere von der Aussicht auf Profit gesteuert; und das macht sie für Unternehmen so interessant. Denn sie können selbst deren Vorteile nutzen, um den Produktverkauf im Gewand sozialer Interaktion zu gestalten und zu optimieren. Das mag viele Nutzer ansprechen, denn es ist eine effektive Form der Produktpräsentation. Dennoch tut eine Balance zwischen Branding und Conversion Optimierung für die Unternehmen not, um nicht aufdringlich zu wirken. Das kennen wir aus den lokalen Geschäften: direktes Ansprechen, das ist nicht jedermanns Sache.

Wer mehr über die Funktion wissen möchte, klickt einfach bei Instagram Business rein.

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