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Instagram F8: Bestätigte Gerüchte und Neuerungen für Creators und User

Entfernung von Likes, AR Filter-Gestaltung für Jedermann, Shopping Tags für Influencer und Spendensticker – Instagram haut auf der F8 raus.

© Prateek Katyal - Unsplash

Während Facebook neben einem totalen Redesign auch eine komplett neue Ausrichtung bekommen soll, wurden auf der diesjährigen F8 auch einige fundamentale Neuerungen bei Instagram vorgestellt.

Say Goodbye to Likes – Instagram will gesündere Nutzung fördern

Fangen wir mit dem derzeit meistdiskutierten Gerücht an: Das Entfernen der Anzahl der Likes. Nachdem Reverse Engineer Jane Manchun Wong dem Vorhaben wie so oft bereits schon längst auf den Fersen war, hat Instagram gegenüber TechCrunch nun auch offiziell bestätigt, dass Tests in diese Richtung laufen.

Die Anzahl der Likes könnte bald nicht mehr entscheidend für den Erfolg eines Beitrags sein.

Dabei soll die Like-Anzahl jedoch nur unter dem Inhalt im Feed selbst verschwinden, der Urheber kann sie noch einsehen und auch spielen die Likes weiterhin eine entscheidende Rolle für den Algorithmus und somit das Ranking im Feed. Durch die Änderung soll der Fokus wieder mehr auf den Nutzer gelenkt werden und weniger auf seine Popularität: „We are testing this because we want your followers to focus on the photos and videos you share, not how many likes they get“. Erzeugen Bilder und Videos einmal nicht die gewünschten Likes, sind die Nutzer so vermutlich weniger versucht, die Inhalte wieder zu löschen. Letzendlich soll das wieder zu mehr Authentizität führen und wohl auch die Nutzung von Engagement Apps obsolet machen. Nachdem Instagram den berüchtigten Drittanbieter-Apps bereits vor einigen Jahren mit geringer Wirkung den Kampf ansagte, wählt die Plattform nun anscheinend einen anderen Weg.

Und auch soll damit ein Zeichen gegen Cybermobbing gesetzt werden. Nach einem recht schweren Reputationsverlust dank einiger massiver Datenskandale, setzt Facebook jetzt einiges daran, wieder an Beliebtheit zu gewinnen – oder den derzeit wohl größten Wachstumstreiber des Konzerns zumindest dahingehend abzusichern. So will Facebook nicht nur gegen Bullying kämpfen, sondern den Kampf gleich an der Front ausführen. Head of Instagram, Adam Mosseri, kündigte daher auf der F8 weitere Änderungen an, die User und deren Privatsphäre schützen sollen:

  1. Nudge Feature: Nutzer sollen künftig mittels einer Benachrichtigung gewarnt werden, wenn sie sich im Begriff befinden, auf verletzende Weise zu kommentieren.
  2. Mit dem Away Mode sollen Nutzer die App über einen selbstbestimmten Zeitraum muten können und so keine Mitteilungen mehr erhalten.
  3. Interaktionen managen: User sollen künftig selbst bestimmen können, auf welche Art Nutzer mit ihnen interagieren. So soll sich etwa einstellen lassen, ob ein anderer Account Nachrichten schicken oder unter Beiträgen kommentieren darf. Andere Nutzer müssen dann nicht mehr direkt geblockt werden, sondern können lediglich auf bestimmte Funktionen nicht mehr zugreifen.

Neue Kamera für Stories

Mosseri kündigte darüber hinaus die Erneuerung der Stories-Kamera an. Anstelle des bisherigen Designs soll ein halbrundes Rad treten, aus denen sich die Filter und Einstellungen wählen lassen. Auf der linken Seite finden sich Kameraeinstellungen, während auf der rechten Seite Filter platziert sind. Übergeordnet sind im neuen Design lediglich die unterschiedlichen Modi.

Links die alte (aktuelle) Stories-Oberfläche, rechts das neue Design.

Spendensticker

Ebenfalls für die Stories und mehr Interaktionen ist der neue Sticker für Spenden. Dieser findet sich bei den anderen Stickern in den Stories und muss wie diese ebenfalls bloß ausgewählt werden. Der Nutzer kann frei entscheiden, für welche Organisation aus der Liste er einen Spendenaufruf starten will, laut Instagram gehen 100 Prozent der gesammelten Einnahmen direkt an diese.

Nutzer sollen bald die Möglichkeit haben in den Stories zum Spenden aufzurufen.

Nachdem die Story öffentlich ist, kann der Nutzer via Swipe up sehen, wie viel Geld bereits eingenommen wurde.

Creator-Profile mit Zugriff auf Follow/Unfollow-Stats

Wenn es eine Base für Influencer gibt, dann ist das derzeit Instagram. Daher stellt die App den reichweitenstarken Nutzern nun die Creator-Profile zur Seite, mit denen sie Zugriff auf exklusive Features und einen detaillierten Analyticsbereich haben. Der Unterschied zu Business Profilen ist der Zugang zum Instagram Creator Studio auf dem Desktop. Hier stehen eine ganze Bandbreite an tieferen Metriken, wie Engagement Stats, Onlinezeiten der Follower sowie demographische Insights zur Verfügung, die in abgespeckter Form bereits von den Business-Profilen bekannt sind. Der interessanteste Aspekt ist hier jedoch der Zugang zu Follow/Unfollow-Daten, den Instagram erstmalig offiziell verfügbar macht (auch dies macht die Nutzung entsprechender und zum Teil problematischer Drittanbieter-Apps überflüssig).

Creators haben darüber hinaus die Möglichkeit ihre Privatnachrichten zu filtern und sie so einer besseren Sortierung zu unterziehen. Anfragen können so etwa nach Brands oder Freunden oder nach Relevanz priorisiert werden. Auch können Creators einstellen, auf welche Art sie kontaktiert werden wollen: Zur Auswahl stehen E-Mail, Text, Anruf oder DM.

Da das Creator Tool nicht an die API angeschlossen ist, können Influencer, die ihr Profil geswitcht haben, keine Beiträge planen oder Drittanbieter-Analytics-Tools verwenden.

In-App Shopping bei Creators

Creators wie Influencer, Celebrities, Sportler oder Künstler sollen die auf den Fotos zu sehenden Produkte bald mit Shopping Tags versehen können.

Nachdem Instagram die Shoppingfunktion bereits Unternehmen zugänglich gemacht hat, folgen nun auch Creators, also Influencer, Celebrities oder Künstler. Diese können ihrer Kleidung oder auf dem Foto gezeigten Artikeln wie Handtaschen, Uhren usw. Shopping Tags hinzufügen, die Nutzer können den Kauf dann direkt in der Instagram App abschließen.

Damit bekommen Influencer erstmalig die Gelegenheit ihre beworbenen Produkte direkt mit Checkout auf der Plattform zu verkaufen, ohne den umständlichen Weg über den „Link in Bio“.

Wie auch Facebook führt Instagram, bei Kollaborationen nun geteilte Insights für Brands und Influencer ein. Beide Parteien können dann künftig gleichermaßen auf die Insights zum Beitrag zugreifen und die Performance einsehen.

Das Feature steht zurzeit lediglich einer kleinen Auswahl an Influencern zur Verfügung.

Jeder kann seine eigenen Stories Filter gestalten

Konnten bislang ausschließlich Brands und Designer eigene Stories Filter erstellen, stellt Facebook die dazugehörige Software Spark AR Studio nun jedem Nutzer zur Verfügung und macht sie sowohl PC als auch MAC Usern zugänglich. Damit stellt Facebook seinen Usern nun ein Tool zur Verfügung, mit dem personalisierte Filter entworfen und veröffentlicht werden können.

Die Kreation eigener Filter eigent sich für Unternehmen als Growth Hack, da nur Follower sie sehen und verwenden können. Der Kreativität sind hier also keine Grenzen gesetzt und es bietet sich durchaus an, sich daran zu versuchen.

Stories über Stories

Neben ein paar kleinen Neuerungen im Feed, die vor allem dem Schutz von Nutzern und deren psychischer Gesundheit dienen sollen, dreht sich auf der diesjährigen F8 in Sachen Instagram fast alles um Stories. Damit unterstreicht Facebook vor allem den Shift des Nutzungsverhaltens hin zu dem vergänglichen und privateren Storiesformat. Alles in allem dürfen wir uns auf so einige nützliche anstehende Features freuen, die unsere User Experience weiterhin beflügeln. Und ganz vielleicht gelingt der Plattform mit der abgesägten Jagd auf Likes sowie den Follow/Unfollow Insights endlich auch ein wirkungsvoller Schlag gegen Engagement-Automatisierung, die vielen Nutzern seit langem zum Halse raushängt.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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