SEO - Suchmaschinenoptimierung

Googles Guide: Was Webmaster über Core Updates wissen sollten

Google selbst hat einen Guide zu Core Updates veröffentlicht, der Webmastern zeigt, worauf sie sich fokussieren sollten, um relevanten Content bereitstellen zu können.

© Google

Updates gibt es bei Google jeden Tag, um die Suchergebnisse zu optimieren. Das bekommen Webmaster in dem Moment gar nicht unmittelbar mit. Größere Auswirkungen haben jedoch Core Updates. Zwar erklärt Google immer wieder, dass man sich auf diese nicht direkt einstellen kann. Doch stellt das Unternehmen nun einen klaren Guide bereit, der zentrale Informationen zu den bedeutenden Veränderungen liefert.

Das sollten Webmaster laut Google über Core Updates wissen

Änderungen in Bezug auf die eigene Suche sind Googles täglich Brot. Allein im vergangenen Jahr hat die Suchmaschine mehr als 3.200 Veränderungen vorgenommen. Diese Updates reichen vom kleinen Make-Up am Layout bis hin zu den Core Algorithm Updates. Im Juni gab Google Webmastern erstmals im Vorwege eines solchen Core Updates darüber Bescheid.

In der Folge bestätigte Danny Sullivan von der Google SearchLiaison, dass man künftig wohl immer vorab ankündigen werde, wenn Core Updates im Raum stehen. Dabei betont das Unternehmen der relevantesten Suchmaschine der westlichen Welt, dass die Werbmaster keine unmittelbaren Reaktionen auf die Updates ausarbeiten können. Vielmehr geht es um den dauerhaft wichtigsten Content für die Suchenden:

We understand those who do less well after a core update change may still feel they need to do something. We suggest focusing on ensuring you’re offering the best content you can. That’s what our algorithms seek to reward ….

Mehr Insights dazu, was ein Core Update auslösen kann und wie Webmaster schon im Vorwege gut gerüstet sind, damit ihre Seiten langfristig gut ranken, liefert nun ein ausführlicher Blogpost des Google Webmaster Central Blog. Darin wird etwa auch angegeben, dass die Core Updates, die mehrmals im Jahr durchgeführt werden, Google Discover betreffen können.

Das ist das Ziel der Core Updates

Bei den großen Änderungen wird nicht auf spezifische Seiten abgezielt. Vielmehr geht es Google darum, den Zugriff auf Content immer wieder zu verbessern. So kann es sein, dass Inhalte, die zuvor unterrepräsentiert waren, ein besseres Ranking erhalten. Dadurch rutschen mitunter zwangsläufig andere Seiten ab, sie haben aber nichts falsch gemacht – und können demnach auch nicht direkt auf das Update reagieren. Google führt ein Beispiel an. Eine Liste der Top 100 Filme, die 2015 erstellt wurde, könnte 2019 anders aussehen, weil neue Filme dazugekommen sind. Außerdem könnten alte Filme neu analysiert werden und in der Folge eine bessere Platzierung erhalten.

Wie bei den Filmen muss bei den Seiten der Inhalt stimmen, der für die Nutzer langfristig relevant ist. Bereits 2011 hatte Google daher etwas Hilfestellung geleistet, um den eigenen Content auf Qualitätsmerkmale hin zu überprüfen. Nun wurden die Hinweise überholt. Die folgenden Fragen sollten Webmaster nach der relevanten Meinung Googles an ihren Content stellen, um dessen Qualität zu analysieren:

  • Enthält der Inhalt originäre Informationen, Berichte, Recherchen oder Analysen?
  • Enthält der Inhalt eine umfassende, vollständige oder umfassende Beschreibung des Themas?
  • Bietet der Inhalt aufschlussreiche Analysen oder interessante Informationen, die nicht offensichtlich sind?
  • Wenn der Inhalt auf anderen Quellen basiert, wird dann vermieden, diese Quellen einfach zu kopieren oder umzuschreiben, und werden stattdessen ein erheblicher Mehrwert und Originalität erzielt?
  • Bietet die Überschrift und/oder der Seitentitel eine beschreibende und hilfreiche Zusammenfassung des Inhalts?
  • Vermeidet es die Überschrift und/oder der Seitentitel, übertrieben oder schockierend zu wirken?
  • Ist dies die Art von Seite, die du mit einem Lesezeichen versehen, mit einem Freund teilen oder empfehlen möchtest?
  • Würdest du erwarten, dass dieser Inhalt in einer gedruckten Zeitschrift, Enzyklopädie oder einem Buch zu sehen ist oder von diesen referenziert wird?

Wenn all diese Fragen mit ja beantwortet werden können, hat dein Content bereits gute Karten, um bei Google ein gutes Ranking zu erlangen. Immer vorausgesetzt, dass auch diverse Ebenen optimiert werden, seien es Bilder, Meta Tags, Strukturierte Daten usw. Das Set der Fragen ist hiermit aber noch nicht beendet. Es folgen Fragen zur Expertise bei deinem Content:

  • Stellt der Inhalt Informationen so dar, dass du ihm vertrauen möchtest, z. B. eindeutige Quellenangaben, Nachweise für das erforderliche Fachwissen, Hintergrundinformationen zum Autor oder zur Website, auf der er veröffentlicht wird, sowie Links zum Autor oder zur About Page?
  • Wenn du dich mit der Website befasst hast, auf der der Inhalt erstellt wurde, würdest du den Eindruck gewinnen, dass sie als vertrauenswürdige oder allgemein anerkannte Autorität in Bezug auf ihr Thema gilt?
  • Wird dieser Inhalt von einem Experten oder Enthusiasten geschrieben, der das Thema nachweislich gut kennt? Ist der Inhalt frei von leicht zu überprüfenden sachlichen Fehlern?
  • Würdest du diesen Inhalten bei Fragen zu deinem Geld oder deinem Leben Vertrauen schenken?

Mehr Fragen, die guter Content positiv beantworten sollte

Neben solch inhaltlichen Aspekten müssen die Websites, die bei Google ein Top Ranking erhalten wollen, natürlich auch äußerlich gut in Schuss sein. Chic und pragmatisch ist die Devise. Dies sind Googles Fragen an dein Layout und den ersten Eindruck:

  • Ist der Inhalt frei von Rechtschreib- oder Stilproblemen?
  • Wurde der Inhalt gut produziert oder erscheint er schlampig oder hastig produziert?
  • Wird der Inhalt in Massenproduktion von einer großen Anzahl von Entwicklern erstellt oder an diese ausgelagert oder über ein großes Netzwerk von Websites verteilt, sodass einzelne Seiten oder Websites nicht so viel Aufmerksamkeit oder Sorgfalt erhalten?
  • Enthält der Content eine übermäßige Menge an Anzeigen, die vom Haupt-Content ablenken oder diesen beeinträchtigen?
  • Werden Inhalte auf Mobilgeräten gut angezeigt, wenn sie auf diesen angezeigt werden?

Wenn deine Inhalte nach all diesen Fragen immer noch einen guten Eindruck machen, bleibt zu prüfen, wie sie im Vergleich zur Konkurrenz wirken. Auch hierzu hat die Suchmaschine zwei konkrete Fragen in petto:

  • Bietet der Inhalt im Vergleich zu anderen Seiten in den Suchergebnissen einen erheblichen Mehrwert?
  • Scheint der Inhalt den echten Interessen der Besucher der Website zu dienen oder scheint er nur zu existieren, da jemand versucht zu ermitteln, was in Suchmaschinen gut rankt?

Wer unabhängig von seiner Content-Qualität deutliche Einbußen durch Core Updates erfährt, sollte immer auch einen Audit der stark betroffenen Seiten in Betracht ziehen. Zusätzliche Informationen zur Ermittlung guten Contents liefern Googles Quality Rater, die überwachen, ob der Algorithmus funktioniert. Die Quality Rater Guidelines geben darüber mehr Aufschluss. Dabei haben diese Rater keinen Einfluss auf Rankings; sie geben Google eher Tipps bei lokalen Ergebnissen. Aber wer weiß, wie diese Rater guten Content bewerten und einschätzen, kann daran angelehnt seine eigenen Inhalte optimieren.

Stichwort E-A-T

Drei Begriffe sind für guten und SEO-relevanten Content zentral: Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, oft mit E-A-T abgekürzt. Autoren und SEO-Experten wie Glenn Gabe oder Lily Ray haben diesbezüglich schon beschrieben, wie man aufgrund von E-A-T seine SEO unterstützen kann.

Wer seinen Content aufpoliert, beim letzten Core Update jedoch im Ranking eingebüßt hat, kann meist erst beim nächsten Core Update mit einer Verbesserung rechnen. Jedoch ist es dank der sehr häufigen kleineren Updates im Search-Bereich auch möglich, schneller Plätze in den SERPs gut zu machen. Verbesserungen garantieren trotzdem keine großen Veränderungen in den Rankings. Langfristig zahlen sie sich aber so oder so aus. Für den Nutzer und bei Google. Dennoch setzt Googles Algorithmus auf Signale und kann die Inhalte trotz aller künstlicher Intelligenz nicht wie wir Menschen verstehen. Deshalb wird jedes Core Update, bevor es live geht, von Google getestet, inklusive Feedback-Schleife. Aber:

Of course, no improvement we make to Search is perfect. This is why we keep updating. We take in more feedback, do more testing and keep working to improve our ranking systems.

So kann die Googlesuche nach und nach für die Suchenden immer besser gemacht werden. Wer als Webmaster dazu beiträgt, hat gute Chancen sich mit einem guten Ranking zu platzieren. Dazu gilt es, auf die Hinweise von Google zu achten; entweder im Blog oder immer wieder beim Google Webmasters Account auf Twitter. Von relevantem Content haben langfristig alle Parteien etwas; und er feit im Bestfall gegen die Core Updates.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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