SEO - Suchmaschinenoptimierung

So funktioniert der Mobile-First Index – Was du als SEO jetzt tun solltest

Der Mobile-First Index ist bereits gestartet. Was das genau bedeutet und wie du deine Website darauf vorbereiten kannst.

© Michael Mroczek - Unsplash

Mobile ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und verdrängt die Desktop-Suche in vielen Branchen von der Pole Position. Schon 2016 hat Google angekündigt, dass der mobile Index den Desktop als Hauptindex ablösen wird. Dieser Wechsel wirft zahlreiche Fragen auf, die wir in diesem Artikel beantworten wollen. Als Grundlage dafür soll die Expertise der SEO-Beraterin Bridget Randolph gelten.

Was bedeutet der Wechsel zum mobilen Index genau?

Bisher war die Desktop-Version einer Website die Basis für die Indexierung. Mit dem Mobile First Index soll nun die mobile Variante zuerst betrachtet werden.

Mobile-First bedeutet aber nicht, dass es nur noch um mobile Websites geht. Hat eine Website keine mobile Variante oder ist nicht responsive, wird die Desktop-Variante herangezogen. Allerdings kann das Fehlen der mobilen Website zu Nachteilen im Ranking führen, weil die Nutzererfahrung schlechter bewertet wird. Eine unzureichende mobile Website kann also auch das Ranking der Desktop-Variante gefährden. Ist die nicht optimiert oder nur ein Teil des Contents überhaupt enthalten, wird das auch Auswirkungen auf die Desktop-Variante haben.

Die mobile Variante der Website wird zur Grundlage. Einen separaten Mobile- und Desktop-Index gibt es nicht. Viele neuere Websites werden ohnehin bereits nach dem Motto ‘Mobile First’ erstellt. Unternehmen mit responsive Websites oder einer vollständigen, optimierten mobilen Variante, sollten keine Einbußen befürchten müssen. Interessanter wird es für Unternehmen, die ihre mobile Website bisher nur als Anhängsel der Desktop-Variante betrachtet haben oder sogar auf beiden Varianten unterschiedlichen Content bereitstellen.

SEOs und Marketer sollten also spätestens jetzt ebenfalls umdenken und ihre Maßnahmen auf die mobile Website(variante) konzentrieren. Dabei sprechen wir nicht nur von den Inhalten, sondern auch von Faktoren wie strukturierten Daten, Backlinks, hreflang-Tags usw.

Wann kommt der Mobile-First Index?

Der Wechsel findet nicht über Nacht statt. Momentan testet Google die Auswirkungen mit ausgewählten Websites, die laut Googles Einschätzung bereit für den Wechsel wären.

Maßnahmen für SEOs

Responsive Websites

Ist deine Website bereits vollständig responsive oder arbeitest du mit zwei Varianten, die die gleichen Inhalte, strukturierte Daten etc. enthalten, sollte der Wechsel keine spürbaren Veränderungen verursachen. Allerdings lohnt es sich, mobile Geschwindigkeiten und Ladezeiten zu überprüfen und zu kontrollieren, wo Optimierungspotential besteht.

Eigenständige, mobile Website

Arbeitest du mit einer eigenständigen mobilen Variante, sollten einige Punkte beachtet werden (mehr dazu im Google Webmaster Blog):

  • Inhalte: Die mobile Variante sollte zukünftig unbedingt alle wichtigen Inhalte der Desktop-Variante enthalten (Text, Bilder und Videos). Achte vor allem auch auf die Feinheiten wie z.B. alt-Tags für Bilder.
  • Strukturierte Daten: Auch die mobile Website muss alle relevanten strukturierten Daten enthalten. Achte darauf, dass URLs auf die mobile Variante verweisen.
  • Google Search Console Verifizierung: Beide Varianten, Desktop und Mobile, sollten verifiziert werden.
  • Metadaten: Titel und Meta Descriptions müssen nicht identisch sein, sollten aber das Gleiche kommunizieren. Beide werden in der mobilen Variante meist für die geringere Bildschirmgröße optimiert und fallen daher kürzer aus, sollten aber inhaltlich nicht von der Desktop-Variante abweichen.
  • OpenGraph-Tags, Twitter Cards etc: Kontrolliere, ob sie auch auf der mobilen Website korrekt implementiert und optimiert sind.
  • hreflang-Tags: Internationale Websites sollten unbedingt darauf achten, hreflang-Tags auf die mobile Variante zu setzen.
  • Sitemaps: Sitemaps müssen von der mobilen Website aus erreichbar sein. Das gilt natürlich auch für die robots.txt und andere onpage meta robots-Tags.

Was bedeutet der Mobile-First Index für Websites ohne mobile Variante?

Ohne mobile Version oder responsive Website wird der Content der Desktop-Website trotzdem indexiert, allerdings haben mobile-friendly Websites Vorteile im Ranking. Eine sehr gute Desktop Version bleibt aber besser als eine schlecht optimierte responsive oder mobile Website.

Wie geht der neue Index mit Websites um, die in der mobilen Variante nur einen kleinen Teil des Inhalts ausspielen?

Zahlreiche Unternehmen haben sich in der Vergangenheit bewusst dafür entschieden, auf der mobilen Website nur Teile des Inhalts der Desktop-Variante zu zeigen. Das ist häufig der Fall, wenn die Intention der mobilen Besucher eine andere ist als die der Besucher via Desktop.
In solchen Fällen wird die Desktop-Version nicht auf einmal aus dem Index verschwinden. Langfristig sollte aber der gesamte Inhalt für mobile Nutzer optimiert werden.

Die Trennung nach Geräten ist in zahlreichen Branchen bereits nicht mehr sinnvoll. Vor einigen Jahren wurden Smartphone und Tablet überwiegend zur Orientierung und Informationssuche genutzt, Käufe und Buchungen fanden überwiegend am Desktop statt. Diese Trennung weicht zunehmend auf. Eine Studie von We are social zeigt, dass im vergangenen Jahr bereits 26 Prozent der Befragten das Smartphone für Online-Käufe verwendet, daher ist es langfristig auch für die Benutzererfahrung sinnvoll, relevanten Content für alle Geräte zu optimieren.

Google Rankingfaktoren der Zukunft

Der Wechsel hin zum Mobile-First Index lässt langfristig drastische Veränderungen bei Google vermuten. Sundar Pinchai, Googles CEO, sagte bereits 2016, Google werde sich von Mobile-First zu AI-First bewegen (2016 Founders Letter).

Laut Cindy Krum von Mobile Moxie zeigt der Mobile First-Index, dass Google zunehmend von URLs zur Organisation der Webinhalte abrückt und zukünftig noch mehr direkte Informationen liefern wird. Schon jetzt nutzt Google strukturierte Daten, Schnittstellen und eigene Hosting-Angebote, um Inhalte schneller und im geeigneten Format darzustellen.

Die wichtigsten Rankingfaktoren 2018 betrifft das noch nicht und auch der Mobile-First Index wird für Unternehmen, die sich auf eine sehr gute Nutzererfahrung auf allen Geräten konzentrieren, kaum große Veränderungen bedeuten.

Über Stefanie Schröer

Stefanie Schröer

Stefanie Schröer hilft Unternehmern und Marketern, Online Marketing Schritt für Schritt profitabel einzusetzen, um begeisterte Kunden zu gewinnen. Nach mehreren Jahren als Senior Consultant in niederländischen Agenturen konzentriert sie sich jetzt auf das Wesentliche: "Marketing, das Kunden haben wollen" und schreibt auf ihrer eigenen Seite spiderwebmarketing.de über Themen aus der Praxis.

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