Künstliche Intelligenz

Der Google Assistant wird in Maps integriert – und zum Dolmetscher

Bei der CES 2019 präsentiert Google für seinen Assistant die neuesten Partner und Features. Darunter die Integration in Maps und eine Dolmetscher-Funktion.

Googles Assistant wird immer vielfältiger, © Google

„Hey Google, bring mich nach Hause.“ Wer mit Google Maps navigiert, kann sich nun von der Sprachassistenz der Suchmaschine zu neuen Zielen leiten lassen. Die Option diesen in Maps zu nutzen ist dabei nur eine von vielen neuen Möglichkeiten der KI. Ob Echtzeit-Übersetzungen für die digitale Konversation, der Check-in beim Flugzeug oder beim Kochen helfende Smart Displays für die Küche: der Google Assistant verbreitet sich zusehends.

Assistant bald auf einer Milliarde Geräten installiert, auch dank vielfältiger Features

Eine Sprachassistenz wie der Google Assistant ist mit der Bedienung von sprachbasierten Suchanfragen längst nicht ausgelastet. Inzwischen gibt es reihenweise Möglichkeiten und stets neue Updates. Bei der CES 2019 in Las Vegas hat Google diese präsentiert. Dabei wurde im Vorwege bereits berichtet, dass die Sprachassistenz bis Ende des Monats auf einer Milliarde Geräten installiert sein soll. Auf Smartphones, Tablets und Google Home-, aber auch bei zahlreichen weiteren Geräten wie Connected TVs ist die KI zu finden.

Zu den aufsehenerregendsten Neuerungen zählt der Rollout des Google Assistant für Maps. Seit gestern ist dieser im Gange. Über Android und iOS können die Nutzer also nun per Spachbefehl ihre digitale Navigation koordinieren. Zum Beispiel kann per Voice die geschätzte Ankunftszeit mit Freunden oder der Familie geteilt, nach Plätzen gesucht oder Musik bei Maps abgespielt werden. Bei Android läuft der Assistant mit Messenger-Diensten wie SMS, WhatsApp, Messenger, Hangouts, Viber, Telegram, Android Messages und Co. Der Satz „Hey Google, bring mich nach Hause.“ unterstützt User genauso beim Fahren.

Hilfestellung auch bei Übersetzungen und Flugreisen

Der Assistant fungiert mit seinem Interpreter Mode und dem Rollout über die nächsten Wochen ebenfalls als Dolmetscher. Über Smart Displays oder Google Home-Geräte können Konversationen in verschiedensten Sprachen geführt werden, selbst wenn diese nicht beherrscht werden. Mit dem Satz „Hey Google, sei mein Französisch-Übersetzer.“ etwa lässt sich der Modus starten und in Echtzeit gesprochene Übersetzungen werden präsentiert. Auf Smart Displays erscheinen diese ebenso in schriftlicher Form.

Künftig soll die Technologie Reisenden usw. ebenso in anderen Umfeldern helfen, beispielsweise beim Check-in im Hotel oder beim Verstehen von Busfahrplänen etwa in China. Im Caesars Palace und dem Hyatt Regency in San Francisco sowie dem Dream Downtown in New York City wird der Assistant derzeit an der Rezeption gar getestet. Der Publisher WIRED hat hierzu eine Demo bei Twitter bereitgestellt, die die Funktion in Aktion zeigt.

Wenn es um Aufenthalte andernorts geht, hilft Googles Assistant nun aber auch schon bei der Reise. Per Sprachassistenz lässt sich bald der Check-in für Flüge bewerkstelligen: „Hey Google, check mich bei meinem Flug ein.“ Damit muss man sich keine Nummer merken und der Assistant gibt eine Benachrichtigung, wenn der Flug zum Check-in bereit ist. Zusätzlich bietet die KI die Möglichkeiten, unmittelbar ein Hotel am Zielort zu buchen; dank Partnerschaften mit Choice Hotels, AccorHotels, InterContinental Hotels Group, Priceline, Expedia, Mirai und Travelclick. Ein Reiseplan samt Listen und Notizen kann dann ebenfalls über den Assistant verwaltet werden.

Googles Assistant unterstützt bei der Reise, © Google

Zahlreiche Geräte werden mit dem Assistant steuerbar

Zusammen mit Lenovo hat der Google Assistant bei der Lenovo Smart Clock seine Aufgabe in automatisiert angepassten Weckroutinen und sanfter Lichteingabe sowie Animation gefunden.

Doch nicht nur im Schlafzimmer soll die Assistenz weiterhelfen. Auch in der Küche hält der Google Assistant Einzug, etwa bei Whirlpools KitchenAid Smart Display. Dieses unterstützt mit Rezepten von Yummly beim Kochen, während es gleichzeitig Smart Home-Geräte kontrollieren kann. Das Führen durch Rezepte stellt nur ein Feature dar, Shopping-Listen lassen sich per Sprachbefehl ebenfalls erstellen. Hierbei werden die Hände nicht gebraucht – immerhin sind diese beim Kochen anderweitig beschäftigt. Das Display ist natürlich wasserfest.

They should be able to find new recipes and experiment with new ingredients, flavors, and textures – all without worrying about how to clean off messy fingerprints,

erklärt Christy Hoskins, Senior Brand Managerin von KitchenAid.

Darüber hinaus soll mit dem Sonos One und Sonos Beam das Musikstreaming per Assistant ermöglicht werden (bei älteren Modellen folgt ein Update). Im ganzen Haus können dann Podcasts oder Playlists kontaktlos reguliert werden. Dazu kommen neben DISH Receivern zahlreiche TV-Geräte, die künftig auf den Assistant vertrauen. Samsung setzt auf Alexa und Googles Lösung. Doch Sony, Hisense, Philips, TCL, Skyworth, Xiaomi, Haier, Changhong und JVC vertrauen ebenfalls auf Googles Assistant. Und viele der Geräte dieser Marken werden Fernfeldmikrofone haben, sodass per Stimme alles reguliert werden kann, selbst wenn Störgeräusche im Raum vorherrschen.

Auch in Autos wird der Assistant dank Anker Roav Bolt and JBL Link Drive vermehrt integriert – der selbst bei eingeschalteter Musik reagiert.

Neue Partner in verschiedensten Bereichen

Bislang arbeitet der Assistant mit über 1.600 Marken im Bereich Home Automation zusammen und funktioniert auf über 10.000 Geräten. Zu den neuen Smart-Geräten zählen etwa eine Mikrowelle von GE und andere Gerätekategorien:

  • Öfen, Gefrierschränke, Weinkühler, Geschirrspüler etc.
  • Duschen
  • Thermostate
  • Sicherheitssysteme
  • Sensoren (etwa für Wasserschäden)
  • Elektroladegeräte
  • Bewässerungssysteme

Mit Philipps Hue kann das Aufwachen dank simuliertem Sonnenaufgang 30 Minuten vor dem ersten Wecker ebenso verschönert werden.

Die neuen Features und Anwendungsmöglichkeiten des Google Assistant sind also äußerst vielfältig. Und die Zahl der neuen Partner und Integrationen der Sprachassistenz in zahlreiche technische Geräte zeugt von einem unaufhaltsamen Vordringen von Voice in alle möglichen Bereiche des zusehends digitalisierten Lebens. Bald dürfte die Sprachassistenz, vor allem jene von Google, die Menschen bei vielen alltäglichen Situationen begleiten. Dabei liefert sie durchaus oftmals Hilfestellungen und Erleichterungen. Allerdings wird Google so auch in einem gewissen Maße über vielerlei Vorgänge und Routinen informiert. Neben dem Preis für die Hardware zahlen Nutzer also auch mit Daten für die vielen tollen Features. Dass diese jedoch in ihrem Facettenreichtum bemerkenswert und hilfreich sind, steht außer Frage. Ebenso wie ihre Etablierung im digitalen Raum der kommenden Monate und Jahre.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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