Social Media Marketing

Uralte Marketing-Disziplin: Die Geschichte der Influencer seit dem 18. Jahrhundert

Obwohl der Influencer-Trend gerade einen Höhepunkt erlebt, ist die Disziplin schon sehr viel älter. Eine Infografik bildet den geschichtlichen Werdegang überschaubar ab und hat auch Verhaltensregeln parat.

Aufzeichungen zufolge ist Stummfilm-Star Fatty Arbuckle (Mitte) einer der ersten protokollierten Influencer. 1905 fungierte er als Testimonial für Murad Cigarettes. Weitere Personen auf dem Bild: Buster Keaton (l.) und Al St. John (r.) © Flickr / Orange County Archives, CC BY 2.0

Influencer Marketing kann ohne weiteres als der ultimative Trend im Digital Marketing bezeichnet werden. Aber diese Trendsparte ist keineswegs neu. Schon im 18. Jahrhundert setzten damalige Unternehmen auf Influencer – weit abseits von Internet, Radio oder TV.

Die englische Königsfamilie als Testimonial für Keramikgeschirr 

Die älteren Generationen sind mit Meinungsmachern aufgewachsen, die sich mit ihrer Musik oder Schauspielkunst einen Namen gemacht haben oder durch sportliche Rekordleistungen etwa bekannt geworden sind. Die Celebrities von damals haben also in den meisten Fällen etwas geleistet, bevor sie als Testimonials für ihre eigene Firma oder Unternehmen fungierten. Der Trustfaktor mag hier aufgrund der doch häufig sehr werblichen Erscheinungsform geringer als aktuell gewesen sein, wirkungsvoll waren die Kampagnen dennoch. Die heutigen Influencer sind dank Social Media und einem massiven Following zu ihrer Popularität gelangt. Ihr Trustfaktor ist ungleich höher, wenngleich auch die Produktplatzierung oft noch unverhohlener. Nicht ohne Grund gibt es mehr und mehr Debatten über Schleichwerbung bei den beliebten Social Media Stars.

Ihr Impact aber ist kaum von der Hand zu weisen, trotz manchmal fragwürdiger Methoden. Um ein positives Beispiel zu nennen: Als Bianca Heinicke (Bibis Beauty Palace) in Kooperation mit der Drogeriekette DM eine eigene Pflegeserie herausbrachte, war diese in einigen Filialen nach wenigen Stunden ausverkauft. Influencer sind trotz ihres immensen Erfolges Menschen wie du und ich. Nicht zuletzt deshalb tragen sie positiv zu Kaufentscheidungen bei und werden von Unternehmen immer häufiger für Kooperationen eingesetzt.

Die Infografik veranschaulicht die Entwicklung von Influencern seit den 1760ern. Josiah Wedgwood, als Pionier in der Grafik aufgeführt, war Gründer einer Töpferei und vertrieb Keramikgeschirr. Es gelang ihm das englische Königshaus für seine Waren zu begeistern und die Königsfamilie als Fürsprecher zu gewinnen. Die Marke gibt es bis heute. Fatty Arbuckle, zu seiner Zeit ein berühmter Stummfilmdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur, wurde als Brand Ambassador für Zigaretten 1905 zum ersten Testimonial, über das es Aufzeichnungen gibt.

Aber auch erfundene Charaktere, wie der Weihnachtsmann oder Tony, der Tiger von Kellogg’s Frosties werden in der Grafik aufgeführt, gefolgt von Celebrities und weiteren Internet-Stars. Darüber hinaus zeigt sie den Ursprung von Influencern, wie die Disziplin sich auf das Marketing ausgewirkt hat und führt die wichtigsten Regeln sowie Erkenntnisse auf.

Zur vollständigen Infografik gelangt ihr mit einem Klick auf das Bild: 

Quelle: NoGre.com

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Uralte Marketing-Disziplin: Die Geschichte der Influencer seit dem 18. Jahrhundert

  1. Marie

    Ein toller Beitrag und eine schöne Infografik – vielen Dank! Ich frage mich auch schon seit Längerem, was Influencer genau ausmacht. Vielleicht als kleine Ergänzung: Influencer starten eine Marketing-Karriere, für die sie eigentlich nicht ausgebildet wurden. Und sie kommen häufig über wichtige Kontakte an ihre ersten Jobs. Nach dieser Kategorie müssten auch ab 1950 einige US/UK-Schauspielerinnen dazugezäzhlt werden.

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  2. Armin

    Im Grunde geht der Ursprung von Influencer Marketing doch zurück bin ganz zum Anfang, als Lebewesen angefangen haben, einander nachzuahmen. Das Elterntier zeigt den Kindern, was sie fressen können und was eher nicht. Schweine wälzen sich im Schlamm – die Kiddies machen’s nach. Das ist vor allem uns Menschen so inherent, dass wir gar nicht anders können, als „Vorbildern“ welcher Art auch immer, nachzueifern. Oder hat jemand eine andere Meinung?

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