Social Media Marketing

Wie bei Google: Facebook liefert Wikipedia Knowledge Panels in Suchergebnissen

Bei Facebook haben User Knowledge Panels entdeckt, die Informationen zu Suchanfragen bereitstellen und an Google erinnern. Der Content kommt dabei von Wikipedia.

Knowlede Panel zu David Beckham bei Facebook

Knowlede Panel zu David Beckham bei Facebook, Screenshot Facebook

Entwickelt Facebook Ambitionen stärker als Suchmaschine wahrgenommen zu werden? Beim größten sozialen Medium können User inzwischen Knowledge Panels finden, wenn sie bestimmte Suchbegriffe eingeben. Diese Informationsboxen liefern komprimierte Informationen zur Suchanfrage, wobei Wikipedia als Quelle angegeben wird. Bisher scheinen die Knowledge Panels, die oben rechts auf der Suchergebnisseite auftauchen – ebenfalls wie bei Google – nur für Personen des öffentlichen Lebens verfügbar zu sein. Doch das könnte sich schon bald ändern.

Knowledge Panels für Personen: Link zu Instagram Acconts integriert

Wer bei Facebook nach berühmten Politikerinnen oder Politikern sucht, dürfte nun auf eine Informationsbox zu diesen Personen stoßen. Eine Suche nach Angela Merkel liefert den Usern ein Knowledge Panel, das Bilder der Bundeskanzlerin, eine sehr kurze Vita, Auszüge aus ihrer Ausbildung und Auszeichnungen auflistet. Außerdem ist ein Link zum offiziellen Instagram Account Merkels integriert – so könnte Facebook Traffic für die Tochterplattform generieren.

Facebook-Suche nach Angela Merkel, auf der Suchergebnisseite findet sich ein Knowledge Panel.
Facebook-Suche nach Angela Merkel, auf der Suchergebnisseite findet sich ein Knowledge Panel (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Screenshot Facebook

User können darüber hinaus im Abschnitt „See also“ auf Informationen zu anderen Personen aus einem ähnlichen Umfeld zugreifen. Zudem können sie angeben, ob die Informationen, die von Wikipedia stammen, korrekt sind.

Social Media Today berichtete über die inzwischen bei Facebook präsenten Informationsboxen, nachdem diverse User Screenshots dieser in sozialen Medien geteilt hatten. Social-Media-Experte Matt Navarra teilte ein Bild von Jc Van Zijl:

Acht Jahre, nachdem die Suchmaschine Google seinen eigenen Knowledge Graph einführte, könnte Facebook sich von diesem Feature eine optimierte Informationsvermittlung auf der eigenen Plattform versprechen – und eine, die Fake News entgegensteht. Auch die Informationen bei Googles Boxen stammen häufig von Wikipedia.

Knowledge Panel zu Angela Merkel bei Google
Knowledge Panel zu Angela Merkel bei Google (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Screenshot Google

Knowledge Panels für mehr Verweildauer und und Seriosität?

Ein Effekt, den die Knowledge Panels bei Facebook haben könnten, ist die Optimierung der Verweildauer einzelner User. Wenn sich ausführlichere Informationen zu Personen, und eventuell künftig auch Entitäten oder anderen Aspekten, bei Facebook etablieren, würden womöglich einige User mehr dort suchen und nicht bei Google und Co. Außerdem könnten die Links zu den Instagram Accounts der im Knowledge Panel auftauchenden Person für weitere Besuche bei Instagram sorgen. Das bringt zumindest dem Konzern Facebook die Verweildauer der User; und zusätzlich einige Informationen über das Nutzungsverhalten und etwaige Interessen der User, die sich potentiell vermarkten lassen.


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Unabhängig von diesem Aspekt könnten die Boxen in den Suchergebnissen auch ein Ansatz sein, um das eigene Image als Nährboden für die Verbreitung von Fake News zu bekämpfen. Immerhin ist Wikipedia als Quelle inzwischen sehr renommiert, obwohl die Online-Enzyklopädie ebenfalls nicht vor Fehlern gefeit ist. Trotzdem könnten die Knowledge Panels dafür sorgen, dass User sich bei bestimmten Suchanfragen zunächst mit konkreten Fakten zum Thema konfrontiert sehen. Eine Suche nach Attila Hildmann beispielsweise fördert bei Facebook eine Informationsbox zu Tage, in der dieser aus Basis der Wikipedia-Angaben als „Kochbuchautor“ und „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet wird.

Sollte Facebook weitere Knowledge Panels für die eigene Suche ermöglichen, könnte das dem Renommee der Plattform langfristig zugute kommen. Auch deshalb, weil Desinformationen auf diese Weise zumindest etwas gegenüberstellt werden könnte. Noch ist das Feature aber nicht umfassend ausgerollt. Einige User in Europa können es allerdings schon nutzen. Bei unserer Recherche konnten wir zu diversen Personen des öffentlichen Lebens Knowledge Panels finden – wobei allerdings nicht alle Informationen oder Bilder völlig passend waren.

Unpassendes Bild zu Twitters Jack Dorsey im Knowledge Panel bei Facebook
Unpassendes Bild zu Twitters Jack Dorsey im Knowledge Panel bei Facebook, Screenshot Facebook

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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