Suchmaschinenmarketing

Facebook: Widerspruchsrecht für Sponsored Stories

Die gesponserten Meldungen funktionieren gut. Doch jetzt können Nutzer dieser Werbeart widersprechen. Hat das Konsequenzen für Facebook?

Standardeinstellung für Facebook-Werbeanzeigen

Bisher hat Facebook seine Nutzer, ohne groß nachzufragen, zu Werbebotschaftern umfunktioniert. Mit großem Erfolg – wie insbesondere die Zahlen für Sponsored Stories im Mobilbereich zeigen. Im Rahmen einer Klage von fünf US-Bürgern, die sich gegen dieses Vorgehen gewehrt haben, wurden die AGB und die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend angepasst. Wer also künftig nicht mehr namentlich im Zusammenhang mit den Sponsored Stories genannt werden möchte, kann dieser Nutzung nun widersprechen. Wie immer, wenn es bei Facebook um Datenschutz oder Private Einstellungen geht, wird dieser Umstand allerdings nicht prominent bekannt gegeben.

Schaut man aber heute in seine so genannten Privatsphäre-Einstellungen findet man einen Abschnitt, in dem es um soziale Werbeanzeigen geht. Als Voreinstellung ist hier grundsätzlich „Nur Freunde“ ausgewählt. Das bedeutet in der Praxis also:

Wenn Maria Mustermaus bei H&M auf den „Like“-Button klickt, kann dies quasi als Empfehlungsmarketing für all ihre Freund genutzt werden. Max Minimuster würde entsprechend in der rechten Spalte seiner Startseite einen Hinweis dazu sehen, dass die gute Maria die Klamotten von H&M mag.

Diese Art der Werbung funktioniert hervorragend und bildet aktuell einen kleinen Lichtstreifen am eher düsteren Facebook-Werbehimmel. So werden die Sponsored Stories erstmals auch auf Seiten von Drittanbietern – den Anfang macht Spieleanbieter Zynga – eingeblendet. So wäre es für Zuckerberg & Co. äußerst ärgerlich, wenn nun viele Nutzer von ihrem Verweigerungsrecht Gebrauch machen würden. Im Zuge der Klage der fünf Verweigerer gab Facebook-COO Sheryl Sandberg sogar bekannt, dass eine Sponsored Story doppelt bis dreifach so viel wert sei wie eine einfache Facebook-Werbung ohne personalisierten Empfehlungscharakter.

Da aber wie gehabt kein großer Wirbel um die neue Kontrollfunktion gemacht wird, ist es eher unwahrscheinlich, dass viele Nutzer ihr Häkchen umsetzen und somit bestimmen, dass es „niemanden “ etwas angeht, welchen Laden sie gerade ganz gut finden.

Einerseits würde dies den Grundgedanken von Social Media – nämlich alles mit seinen Freunden zu teilen – ja auch aufheben. Und wer irgendwo ein „Like“ setzt, möchte sich schließlich anderen mitteilen. Andererseits wird durch die Ausweitung der Anzeigen aber der Mitteilungscharakter verändert – nämlich immer weiter hin zur werblichen Schiene. Charmant wäre es doch eigentlich, wenn man durch aktive Zustimmung zu allen Werbezwecken ein kleines Goodie von Facebook erhalten würde. Gutscheine, Rabatte und Ähnliches – wäre nur fair, wenn man schon zur lebenden Litfass-Säule umfunktioniert wird – oder?

Empfehlung Meltwater

Meltwater

Wir waren Vorreiter im Bereich Medienbeobachtung, jetzt nutzen wir Artificial Intelligence für die Datenanalyse. Mit Meltwater haben Sie einen erfahrenen Partner an Ihrer Seite, der Ihnen dabei hilft, einen Schritt voraus zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.