Social Media Marketing

Facebook Watch wird lukrativer: Vom Abo bis zur Brand Collaboration

Der große Durchbruch blieb für Facebook Watch bislang aus; doch eine Reihe neuer profitabler Tools macht die Option für Produzenten deutlich attraktiver.

© Facebook

Für Creator und Produzenten ist Facebook Watch nur ein weiterer Kanal, um eine Community aufzubauen und ihre Inhalte möglichst schnell und weit zu verbreiten. Damit Watch noch besser adaptiert wird, eröffnet Facebook den Produzenten dort nun weitreichende Möglichkeiten, um Content nachhaltig zu monetarisieren.

Facebook Watch bietet bereits ansprechende Features

Seit gut eineinhalb Jahren gibt es Facebooks Videoplattform Watch nun. Obwohl sie in der Branche auf harte Konkurrenz trifft und noch keine Spitzenwerte bei der Nutzung erreicht, hat sie schon einige Popularität gewonnen. So berichtete das Soziale Netzwerk Ende 2018 von 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern; 75 Millionen Menschen kommen dabei täglich zu Watch. Und diese Viewer verbringen im Schnitt 20 Minuten dort. Diese Zahlen allein dürften für Creator vielversprechend sein, denn sie bedeuten Aufmerksamkeit, die sich monetarisieren lässt.

Das erkennt Facebook auch an, denn Werbepausen sind längst auch in Deutschland eine Option. Sie sind inzwischen bereits in 41 Ländern verfügbar.

Zahlen zu Facebook Watch, © Facebook

Videos bei Watch sind durchaus auch Engagement-Treiber. Sie werden fünf Mal länger angeschaut als im Feed; was wenig überraschen dürfte, da die Viewer sie wohl bewusster ansehen. Außerdem ermöglichen es Umfrage- oder Spiele-Features den Produzenten, die User mit ins Boot zu holen. Dazu kommt die Funktion der Watch Partys.

Dabei können Neuigkeiten, etwa neue Episoden einer Serie, vom Produzenten zusammen mit der Fangemeinde geschaut werden – und zwar live. Features wie die Live-Kommentierung ermöglichen hier eine ganz unmittelbare Interaktion mit den Viewern.

Live-Kommentare bei Facebooks Watch Party, © Facebook

Watch Partys erfreuen sich bei Seiten und in Gruppen großer Beliebtheit. Doch neben den Werbepausen möchte Facebook den Watch-Produzenten mehr an die Hand geben, um ihre Inhalte profitabel zu gestalten.

Neue Tools zum Monetarisieren auf Watch

Die Diversität im Bereich Video ist unheimlich ausgeprägt, weshalb es für die Monetarisierung von Bewegtbildinhalten keine Patentlösung gibt. Natürlich sind Ads eine vorrangige Möglichkeit. Die Ad Breaks bei Watch werden immer mehr angenommen. Seit August, als das Feature ausgerollt wurde, hat sich die Zahl der Seiten, die es nutzen, mehr als verdreifacht. In der EMEA-Region sind über 40 Prozent der Werbeunterbrechungen auf Deutsch, Arabisch, Spanisch, Französisch oder Italienisch.

Während Ads ein konservatives, aber einträgliches Mittel sind, um Videoinhalte zu Geld zu machen, bietet Facebook noch weitere Optionen. Eine davon ist das Fan-Abonnement. Zunächst nur in den USA getestet, können nun auch erste Produzenten aus Deutschland, dem UK, Portugal und Spanien darauf zurückgreifen. Bei diesen Abos liefern die User ihren favorisierten Produzenten eine kleine monatliche Zahlung und erhalten im Gegenzug Zugang zu exklusiven Inhalten; es ist also schlicht ein Premium-Prinzip, bei dem die Nutzer auch eine Art Badge bekommen können, das sie als Unterstützer ausweist. Es wird spannend sein zu sehen, ob genügend User bereit sind, für exklusive Watch-Inhalte zu zahlen. Denn dann könnte die Videoplattform für viele Creator noch attraktiver werden.

Letztlich möchte Facebook natürlich auch die Marken und Unternehmen bei den Videoinhalten integrieren, weshalb mit dem Brand Collabs Manager ein Tool zur Kooperation von Produzenten und Marken eingeführt wird. Hierüber lassen sich etwa gesponserte Beiträge einfügen, markenspezifische Inhalte, die für den Viewer von Interesse und für den Creator lukrativ sein könnten. Dabei können letztere im Tool ihre eigenen Inhalte und Kenntnisse über ihr Viewer darstellen, sodass Marken sich daran orientieren können, wenn sie entscheiden, wo sie investieren, um Branded Content einfließen zu lassen. Dieses Tool wird zunächst in Deutschland und Großbritannien eingeführt.

Wird Watch sich langfristig durchsetzen?

Facebook Watch wird für Creator in Europa also zu einer echten Option, um Videoinhalte effektiv und langfristig zu monetarisieren. Dazu muss sich die Plattform aber gegen YouTube und Co., in gewissem Sinne auch gegen TikTok oder Snapchat, behaupten. Es braucht also einen langen Atem, um hier Inhalten auch einen finanziellen Mehrwert zu ermöglichen. Immerhin bietet YouTube den Produzenten auch zahlreiche Optionen zur Monetarisierung.

Allerdings kommt Facebook immer wieder mit recht innovativen Optionen daher – und hat zudem in Sachen Advertising ein gutes Netzwerk zu bieten. Dazu kommt, dass Facebook selbst durch zahlreiche Krisen kaum an Bedeutung für die Nutzer eingebüßt hat. Und mit der Marktmacht und einem unerhört großen Datenpool lässt sich sicher auch die eigene Videoplattform weiter optimieren, sodass sie mindestens eine respektable Bedeutung erlangen dürfte. Für Videoproduzenten, die ihren Content zu Geld machen möchten, wird sie jedenfalls mit jedem neuen dieser Tools interessanter.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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