Social Media Marketing

Facebook öffnet Subscriptions mit Paywall-Intergration für mehr Publisher

Mit einem Test für Subscriptions will Facebook Publishern mehr Möglichkeiten bieten. Nun können weitere Teilnehmer Paywalls oder Welcome Screens einrichten.

Facebook fördert Publisher, © Facebook

Für die wichtigsten sozialen Interaktionen im digitalen Raum mag Facebook nicht mehr die beste Referenz sein. Doch zum Entdecken von Unternehmen, Events, ja aktueller Themen überhaupt bleibt die Plattform durchaus geeignet. Deshalb wird die Verbindung zu Zeitungen und Magazinen nun weiter gestärkt. Facebook gab bekannt, dass weitere Publisher im Programm zu den Subscriptions aufgenommen und neue Features hierfür bereitgestellt werden.

Facebooks Subscription Test für Publisher

Das Soziale Netzwerk ist – auch wegen des ständigen Kampfes gegen die Vorwürfe der Fake News-Verbreitung auf der Plattform – darum bemüht qualitativen Content zu fördern. Deshalb wurde schon vergangenen November ein Programm gestartet, bei dem Abo-Modelle für Publisher bei den Instant Articles auf Facebook getestet wurden. Dabei war den Publishern bei der Preisfestlegung, den Angeboten, der Abonnentenbeziehung usw. freie Hand gelassen worden. Wollten User für ein Modell zahlen, so taten sie das nach der auf Facebook integrierten Paywall, die sie bei bestimmten Inhalten entdeckten, über die Website des Publishers. 100 Prozent der Einkünfte aus diesen Abonnements blieben bei diesen.

Die Paywall für Publisher bei Facebooks Test, © Facebook

Um das getestete Modell nun umfassender zugänglich zu machen, werden weltweit 28 Publisher hinzugefügt. Außerdem wird die Implementierung deutlich beschleunigt. Statt vier bis acht Wochen soll es nun nur ein bis zwei Wochen dauern, bis das Subscription Tool eingesetzt werden kann. Und die Publisher, die eine Paywall einrichten möchten, dafür aber keine eigenen Ressourcen haben, erhalten ebenfalls Unterstützung. Denn Facebook integriert jetzt ebenso Paywalls, die von Dritten bereitgestellt werden. So lässt sich zum Beispiel zusammen mit Anbieter Piano eine solche Bezahlschranke in den Instant Articles einbauen.

Zu den neu aufgenommenen Publishern zählen etwa Business Insider, Newsday, Tribune’s Chicago Tribune und Co. aus den USA, Argentiniens und Costa Ricas La Nación, der Business Standard aus Indien oder Il Messaggero aus Italien sowie die spanische Informacion.es.

Neue Features für Leserbindung

Da nicht jeder User bereit ist für einen uneingeschränkten Zugang zu journalistischen Inhalten zu zahlen, testet Facebook für die Publisher im Programm eine weitere Option. Dabei handelt es sich um eine Art Registrierungsschranke. Hierbei wird dem Nutzer das Weiterlesen erlaubt, sofern er seine E-Mail-Adresse angibt und mit dem Publisher teilt.

Weiterhin setzt Facebook aber, ein wenig gemäß dem eigenen Anspruch, auf das Binden vorhandener Nutzer beziehungsweise Leser. Daher wurde nun ein Welcome Screen eingeführt. Dieser folgt auf ein abgeschlossenes Abonnement.

Der Welcome Screen für Abonnenten bei Facebook, © Facebook

Hier fragt Facebook auch aktiv ab, ob der Nutzer mehr Inhalte des Publishers im Newsfeed sehen und ob er nicht der Seite desselben folgen möchte. Erstaunlicherweise tun das gut die Hälfte der Abonnenten nämlich nicht. Und der Welcome Screen hat bereits seine Wirkung zeigen können. Die Zahl der Abonnenten von Publishern, die auch deren Page folgen, stieg von 54 auf 94 Prozent. Das hatte zur Folge, dass die Abonnenten auf Facebook 40 Prozent mehr Artikel der Publisher rezipiert haben.

Doch den Publishern selbst sollen ebenfalls weitere Tools an die Hand gegeben werden. Um den Abonnenten ihre wertvolle Stellung als Leser besser spiegeln zu können, wird von Facebook gerade getestet, dass Publisher Posts speziell für diese Abonnenten erstellen können. Des Weiteren soll Facebook Analytics für Publisher optimiert werden, damit diese mehr Einblick in die Wirkung ihrer Maßnahmen auf der Plattform erhalten.

Wird Facebook zur Plattform für Abo-Generierung?

Zu guter Letzt setzt Facebook noch auf ein simpleres Bezahlkonstrukt, das Publishern zugute kommen könnte. Dabei sollen Leser die Möglichkeit bekommen direkt über Facebook Geld an die Zeitung oder das Magazin ihrer Wahl zu übermitteln. Ein Test mit lokalen Nachrichtenseiten läuft im Dezember an. Mit all diesen Features möchte Facebook den Qualitätsjournalismus im Sozialen Netzwerk fördern. Und vermutlich nicht ganz uneigennützig Publisher an sich binden. Denn die Plattform kann trotz ihrer Probleme weiterhin als Nachrichtenfeed genutzt werden. Hierin könnte, wie in einer engeren Verbindung zu Unternehmen überhaupt, noch Monetarisierungspotential stecken, das vom reinen Advertising losgelöst bleibt.

Für Publisher werden Abonnenten künftig sicher noch wichtiger, gerade im EU-Raum. Tritt die Urheberrechtsreform samt Artikel 11 mit Leistungsschutzrecht so inkraft, droht vielen kleineren Verlagen, Zeitungen, Magazinen ein deutlicher Traffic- und Bedeutungsverlust. Da ist eine Ausweitung der Maßnahmen in Social Media ein Weg sich entsprechend vorzubereiten. Noch sind bei Facebooks Test für die Subcriptions keine deutschen Medien vertreten. Doch künftig sollen mehr Publisher unterstützt werden. Und die Plattform bietet nach wie vor eine extrem starke Reichweite.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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