Social Media Marketing

Facebook: Instagram und Watch Party Content wird planbar, Live mit Probe-Feature und mehr Länge

Facebook hat für seine Video Features einige Updates angekündigt. Besonders von Interesse sind Planungsoptionen für Instagram, IGTV oder Watch Parties. Doch auch Facebook Live wird überholt.

Populäre Livestreams bei Facebook, © Facebook

Wer seinen Content über Facebooks Video Features teilt, bekommt künftig noch umfassendere Möglichkeiten an die Hand. Sowohl für Facebook Live als auch für Watch Parties gibt es besondere Neuerungen, die Creators gefallen dürften. Außerdem werden im Creator Studio viele neue Features eingeführt, die die Kreation und Verwaltung von Inhalten optimieren. Insbesondere die Planbarkeit von Beiträgen für Instagram oder IGTV dürfte von Interesse sein.

Facebook Live erhält ersehntes Update

Bei der International Broadcasting Convention (IBC) in Amsterdam hat Facebook diverse News zu den eigenen Video Features vorgestellt. Ein zentrales Thema dabei war Facebook Live, zu dem das Unternehmen viel Feedback erhalten und ausgewertet hatte. Für Live werden gleich vier neue Features vorgestellt, die die Nutzer sich gewünscht hatten. Diese Updates sind allerdings nur für Broadcaster verfügbar, die über Seiten streamen, nicht für einzelne Profile. Es handelt sich dabei um:

  • eine Probe-Funktion
  • das Abschneiden von Start- oder End-Sequenzen von Livestreams
  • eine verlängerte Streaming-Zeit
  • die Simultanübertragung

Vor allem die Probe-Funktion dürfte vielen Streamern eine Hilfe sein. Sie erlaubt es, nur für Seitenadministratoren oder -editoren zu streamen, um neue Setups, Formate oder Ideen zu testen. Genutzt werden kann diese Funktion über die Live API. Wird das Video des Livestreams im Nachgang noch genutzt, kann man mithilfe des Trimming Features nun den Start und das Ende quasi abschneiden. So werden unnötige Standbilder zu Beginn oder am Ende entfernt und die Action beginnt im Video zum richtigen Zeitpunkt.

Auch die Länge des Livestreams wurde angepasst. Statt wie bisher vier können nun acht Stunden Livestream geteilt werden. Gerade bei Sportveranstaltungen oder anderen längeren Events ist das von Vorteil. Die NASA beispielsweise nutzt diese Länge für das Streaming eines Space Walks. Zudem können die Publisher nun eine Simultanübertragung an verschiedene Services anstreben. Dank des Simulcasting Features lassen sich über die Live API diverse Apps und Services erreichen. Da inzwischen auch Facebook Lite-Nutzer Live wahrnehmen können, kann das Publikum für die Streams weiter wachsen.

Publisher erhalten mehr Tools für ihre Watch Parties

Die Watch Parties bei Facebook sorgen für ordentlich Engagement; Ende 2018 war bereits von 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern die Rede, die auch noch recht lange verweilen. Wegen der Ad Breaks lässt sich diese Zuschauerschaft auch gut monetarisieren.

Mit Watch Parties kann man tausende Fans mit ins Boot holen, um gemeinsam einem Event oder ähnlichem zu folgen. Auch für dieses Feature hat Facebook vier neue Optionen bereitgestellt:

  • das Vorplanen
  • Replays
  • neue Insights
  • das Tagging von Partnern in Branded Content Watch Parties

Das Vorplanen einer Watch Party hat den Vorteil, dass interessierte User schon im Vorwege mit einem Ankündigungspost angesprochen werden. Hier können sie per Opt-In angeben, ob sie eine Benachrichtigung zum Start der Party möchten. Auf diese Weise könnten die Zuschauerzahlen langfristig gesteigert werden. Und wer nicht live bei einer Watch Party dabei sein kann, kann nun in der Folge auf die Replays zurückgreifen. So wird die Zahl der Nutzer, die die Party sehen, ebenfalls gesteigert.

Um aber überhaupt zu verstehen, inwieweit die Watch Parties der Creators Zuschauer anziehen, wurden zwei neue Metriken als neue Insights eingeführt: Minutes Viewed und Unique 60s Viewers. Ersteres gibt die insgesamt gesehenen Minuten bei einer Watch Party an, während die Unique 60s Viewers die Zahl derer darstellen, die als Unique User mindestens eine Minute gesehen haben. Diese Metriken ergänzen vorhandene, wie jene zu Reichweite und zum Engagement.

Neu ist auch, dass Seiten bei Facebook in Branded Content Watch Parties nun ihre Geschäftspartner taggen können, sodass diese ebenfalls Insights zur Performance erhalten. Auf diese Weise können die Seiten ihre Watch Parties monetarisieren, während der Partner über den Effekt seines Investments informiert wird. Dieser zeigt sich mitunter auch in den Live-Kommentaren, welche inzwischen weltweit ausgerollt sind.

Live-Kommentare bei Facebooks Watch Party, © Facebook

Neue Insights und Tools fürs Creator Studio

Um das Gleichgewicht nicht zu gefährden, hat Facebook für das Creator Studio ebenfalls vier neue Features eingeführt:

  • eine neue Visualisierung für die Loyalty Insights
  • eine neue Distributionsmetrik
  • 13 neue Sprachen für Auto-Untertitel
  • die Möglichkeit, Content für Instagram oder IGTV zu veröffentlichen und zu planen

Die neue Ansicht zu den Loyalty Insights stellt dar, welche Videos wiederkehrende Zuschauer bringen. So wird deutlich, welche Art von Videos die Fans am meisten schätzen, sodass davon mehr produziert werden könnten. Bisher konnten Seitenadministratoren nur die Zahl der wiederkehrenden Nutzer sehen. In den kommenden Monaten wird das Feature verfügbar gemacht.

Returning Viewers in den Loyalty Insights beim Creator Studio (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Facebook

Dazu kommt eine neue Metrik zur Distribution. Sie liefert Angaben zur Performance von Videos basierend auf historischen Durchschnittsdaten der Seite, etwa zu 1 Minute Views, durchschnittlich gesehenen Minuten oder zur Retention. Wenn nun über den Wert mit der Maus gehovert wird, soll mehr Kontext zur Performance geliefert werden. Auch diese Neuerung wird in den kommenden Monaten ausgerollt.

Mehr Insights zur Distribution und Performance im Creator Studio (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Facebook

Noch mehr Optionen für den Content

Wer Videos für ein breites und internationales Publikum bereitstellt, der kann nun auf 13 neue Sprachen für die Auto-Untertitel setzen. Zum Englischen, Französischen, Portugiesischen und Spanischen gesellen sich nun Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Hindi, Italienisch, Malaiisch, Russisch, Tagalog, Tamil, Thai, Türkisch, Urdu und Vietnamesisch. Hinzufügen können Seiten eine Sprache im Tab für Untertitel und Captions.

Untertitel im Creator Studio hinzufügen, (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Facebook

Die Content-Planung wird über das Creator Studio aber auch vereinfacht. Inhalte für Instagram können bis zu sechs Monate im Voraus geplant werden. Zudem sollen in den kommenden Monaten Features integriert werden, die einen Draft oder eine Bearbeitung von IGTV und dem Instagram Feed ermöglichen. Viele Nutzer wollten ihre Instagram-Inhalte via Desktop und über Facebooks Service publishen und planen können; nun ist ihr Wunsch erhört worden.

Content-Planung für Instagram via Creator Studio (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Facebook

Mit all diesen neuen Funktionen können Creators und Page Admins zahlreiche Ansätze unter ganz anderen Vorzeichen umsetzen. Mehr Zuschauer, mehr Engagement und mehr Kontrolle über die eigenen Inhalte könnten die Folge sein. Facebook selbst beweist somit erneut, wie groß das eigene Produkt-Spektrum ist – und wie wichtig für so viele Mediengestalter in Social Media. Allein die Relevanz dieser Funktionen vermittelt deutlich das Gefühl, dass das Soziale Netzwerk lebt.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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