Marketing Strategie

Erfolgreiches Marketing mit Emojis: Ist die Verwendung professionell?

Verhelfen Emojis E-Mail- und Social Media Marketing zum Erfolg? Das hängt vom Format und weiteren Faktoren ab.

© Bernard Hermant - Unsplash

Emojis sind ein fester Bestandteil unser digitalen Kommunikation und aus Nachrichten und sozialen Netzwerken nicht mehr wegzudenken. Die Beliebtheit der animierten Gesichter und anderen Zeichen spricht für sich. Wie können Marketer aber gezielt und vor allem professionell die Popularität der Emojis einsetzen? Neil Patel rät dazu, die im Business-Kontext zu verwenden.

Emojis im Marketing: Ist das noch professionell?🧐

Die Verwendung von Emojis – ein Trend, der nicht von der Hand zu weisen ist. Jedenfalls in der privaten Digitalkultur. Vor knapp 20 Jahren wurden die ersten kleinen gelblichen Gesichter in Japan erstellt. Die Nutzung stieg seither rasant. Mittlerweile gibt es sogar einen Thementag zu den Bildchen: Am 17. Juli ist der Welt-Emoji-Tag. Aber auch Marketer sollten diesen Trend verstehen und sich Emojis für ihre Marketingstrategien zu Nutze machen. Werbetreibende können beachten, dass die Verwendung von Emojis in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Instagram oder Facebook selbst bei Werbung quasi zum guten Ton gehört und etabliert ist. Emojis hingegen ins E-Mail Marketing einzubauen, ist unüblicher und kann von unterschiedlichen Zielgruppen verschieden aufgefasst werden. Läuft man dabei eher Gefahr laienhaft zu wirken? Schließlich bewies eine Studie beispielsweise, dass Smileys und Emojis in geschäftlichen E-Mails unprofessionell wirkten.

Dennoch ist Patel sich sicher, dass die ikonischen Zeichen auch im Marketing zu Erfolgen verhelfen können. Vor allem Click Through Rates schnellen aufgrund von Emojis in die Höhe. Der Grund: Die Kommunikationsebene verschiebt sich. Durch die Verwendung von Zeichen wird das Level privater, User fühlen sich angesprochener und zeigen ein erhöhtes Engagement. User fühlten sich eher so, als würden sie eine Nachricht von einem Freund als eine Werbenachricht an die breite Masse bekommen, so Patel.

Auch die Wissenschaft zeigt, dass Emojis bei Kunden ein wohliges Gefühl auslösen. Egal. ob man auf ein Emoji oder in ein menschliches Gesicht schaut: Beides aktiviert den gleichen Bereich im Gehirn. Das Icon ruft also Emotionen hervor und hat die Macht, die Laune des Users zu beeinflussen – im Marketing gekonnt zum Positiven. Denn natürlich ist es so, dass Menschen eher das anklicken, was ein gutes Gefühl in ihnen auslöst. Doch wo und wie können Werbetreibende gezielt welche Emojis einsetzen?

In den Branchen „Musik & Audio“, „Food & Bev“ sowie „Entertainment“ werden Emojis häufig verwendet.

E-Mail Marketing: Emojis im Betreff lassen Nachricht herausstechen

Wenn Kunden E-Mails erst gar nicht öffnen, dann kann die Werbekampagne auch nicht funktionieren. Wie kann man also gewährleisten, dass Nachrichten geklickt werden? Nach Patel sind Emojis in Betreffzeilen von Marketing E-Mails die Wunderwaffe. Die Öffnungen der Mail, aber auch die Klickraten erhöhen sich. In einer Erhebung von myclever Agency haben 56 Prozent der Firmen eine Erhöhung der Klickraten verzeichnet, wenn Emojis in der Betreffzeile eingefügt waren.

Im Gegensatz dazu fand das Mobile Marketing Unternehmen Braze heraus, dass Emojis im E-Mail-Marketing eher das Gegenteil auslösten. E-Mails mit Emojis wurden nur zu 26,8 Prozent geklickt, während Nachrichten ohne Emojis mit 38,5 Prozent deutlich häufiger geöffnet wurden.

Abhängig von der Branche, in der man angesiedelt ist, dem aufgebauten Image der Marke oder des Produkts und vor allem vom Thema sind Marketer dazu angehalten, genau zu überlegen, ob und welche Emojis in den Zusammenhang passen. Emojis sollten bedacht ausgesucht werden und stets eine Content-Relevanz aufweisen. Immerhin sorgt ein Emoji im Betreff für einen Eyecatcher in der Inbox und unterscheidet sich von anderen Werbemails.

Diese Emojis kommen besonders oft in Betreffzeilen vor.

Mit Emojis in der Headline deiner Werbeanzeige zu mehr Klicks

Auch bei Facebook Ads oder Werbung in sozialen Netzwerken im Allgemeinen verhelfen Emojis zum Erfolg. SaaS-Anbieter Scoro führte auf einer Facebook-Anzeige einen A/B-Test durch, um zu sehen, welche Version mehr Klicks erzielt. Während eine Headline mit und eine ohne Emoji (in diesem Fall ein orangenes Fähnchen) ausgestattet wurde, war das Ergebnis dabei mehr als eindeutig: Der Ad mit Emoji wurde um 241 Prozent öfter geklickt. Auch wenn die Abweichung zunächst gering wirken mag, sind die Auswirkungen beim Verhalten des Users immens.

Zunächst unscheinbar, doch die Flagge in der Ad auf der rechten Seite sorgte für 241 Prozent mehr Klicks.

Mit Emojis im Marketing zum Erfolg?

Die Verwendung von Emojis im E-Mail Marketing oder auch Push-Benachrichtigungen bleibt wohl eher kritisch. Die zwei dargelegten Untersuchungen bezüglich des E-Mail Marketings zeigen konträre Ergebnisse. So müssen Marketer wohl von ihrer Zielgruppe abhängig machen, ob Mails mit Emojis eine höhere CTR hervorrufen oder eher zum Gegenteil führen. Denn das Medium E-Mail bleibt geschäftlicher konnotiert als beispielsweise Werbung auf Instagram. Es kann also passieren, dass User eher Spam befürchten, wenn sie eine E-Mail mit Emojis in der Betreffzeile sehen.

Anders verhält sich die Verwendung von Emojis in sozialen Netzwerken. Es zeigt sich, dass Emojis dort auch im Marketing breit etabliert sind. Vor allem in den Branchen rund um Musik, Essen und Entertainment ist das Verwenden von Smileys Gang und Gebe. Besonders die Untersuchung von Scoro zeigt, dass ein Emoji in einer Facebook Ad etwa Erfolge versprechen kann. Unternehmen könnten mittels A/B-Testing herausfinden, ob auch die hauseigene Zielgruppe Werbeposts mit Emojis öfter klickt. Denn wie bewiesen, lösen Emojis bei Usern ein gutes Gefühl aus und neigen deshalb dazu, häufiger zu klicken.

Emojis verhelfen also vor allem Content und Werbung in sozialen Netzwerken zum Erfolg und sind im E-Mail Marketing eher vorsichtig zu genießen.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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