E-Commerce

Bounce Rates signifikant senken: 4 Maßnahmen für effektive Google Shopping Ads

Google Shopping Ads sind ein wichtiger Traffic-Lieferant für Shops. Der Haken: Eine hohe Bounce Rate. Wie du ein schnelles Abspringen der User verhinderst.

© Flickr / Aaron Escobar, CC BY 2.0

Sucht ein Nutzer bei Google nach einem Babyphone, beispielsweise von Philips, werden ihm neben organischen Ergebnissen (z.B. der Philips-Website) in der Regel auch „normale“ Suchmaschinenwerbung sowie Google Shopping-Anzeigen eingeblendet. Diese sogenannten Product Listing Ads (PLAs) bestehen aus einem Teaserbild, einer Kurzinformation zum Produkt, dem Preis und dem Anbieter. Klickt der User auf diese Anzeige, wird er auf eine Produktdetailseite in einem – vorher benannten – Webshop weitergeleitet. Dort kann er, wenn das Babyphone gefällt, direkt von der Produktdetailseite aus den Kauf abschließen. Gefällt es nicht, klickt der User meist direkt wieder zurück zu den Google-Suchergebnissen – der potentielle Kunde ist für den Shop verloren.

PLAs weisen in der Regel einen günstigeren Cost Per Click (CPC) und eine deutlich höhere Klickrate (CTR) als Standard-Textanzeigen auf – ein toller Traffic-Booster also, für den Webshop-Betreiber auch einiges investieren. Der Haken daran: PLAs haben eine hohe Bounce Rate – über 70 Prozent aller User verlassen die Zielseite direkt, ohne zu kaufen. Die Gründe dafür können vielfältig sein: Das Produkt entspricht doch nicht dem Geschmack, die Farbe gefällt nicht, der Preis ist zu hoch oder ähnliches. Da der Nutzer aber auf einer Detailseite landet, fehlen ihm meist Alternativen zum Gesehenen.

Google Shopping Suche nach 'Babyphon' / Screenshot Google

Google Shopping Suche nach ‘Babyphon’ / Screenshot Google

Mit diesen vier Tipps können Webshops User länger auf der Seite halten und die Bounce Rates ihrer teuer bezahlten Shopping-Anzeigen senken – um bis zu 30 Prozent:

1. Produktdetailseiten mit zusätzlichen Produkten anreichern

Laut den Google-Richtlinien müssen User von PLAs auf eine Produktdetailseite geleitet werden – eine direkte Weiterleitung zur allgemeinen Übersichtsseite des Shops ist hingegen nicht erlaubt. So kann es passieren, dass der Kunde die Seite schnell wieder verlässt, wenn ihm das angezeigte Produkt doch nicht gefällt oder der Preis nicht seinen Vorstellungen entspricht. Klickt der Kunde also auf die Anzeige für das Babyphone, findet es aber doch nicht ansprechend, dann wird er die Seite schnell wieder verlassen. Aus diesem Grund ist es ratsam, dem Kunden eine Auswahl weiterer Produkte zur Verfügung zu stellen. Diese können Inpage oder in einem Layer seitlich neben beziehungsweise unter dem eigentlichen Produkt eingeblendet werden und so zum Weiterklicken animieren.

2. Kategorieseiten im Hintergrund einblenden

Eine weitere Möglichkeit, den User länger auf der Seite zu halten, ist das Einblenden einer Kategorieseite im Hintergrund. Um mit den Google-Richtlinien konform zu gehen, ist aber auch hier darauf zu achten, dass das Produkt im Mittelpunkt steht. Klickt der User nun die PLA des Webshops an, wird ihm das Angebot als Fenster im Vordergrund eingeblendet. Im Hintergrund können über die gezeigte Kategorieseite dann weitere Produkte zu erkennen sein, die der Suchanfrage entsprechen – um bei unserem Beispiel zu bleiben: Weitere Babyphones ggf. von anderen Herstellern und in anderen Farben. Die Folge: Gefällt dem User das ursprünglich angeklickte Produkt doch nicht, kann er einfach das Fenster im Vordergrund schließen und gelangt auf die Kategorieseite. So wird der User auf der Seite gehalten und findet vielleicht unter den präsentierten, ähnlichen Produkten seinen gewünschten Artikel.

3. Rabatt- und Gutscheinaktionen gezielt ausspielen

Schnäppchenjäger achten beim Shoppen besonders auf den Preis und können durch Rabattangebote und Gutscheine auf der Seite gehalten werden. Damit sie die Produktdetailseite auf der Suche nach Rabattcodes nicht verlassen, empfiehlt sich eine gezielte Ausspielung eines Gutscheincodes. Dieser kann, sobald der User die Seite verlassen will, über einen Exit Intent Layer gezeigt werden. Idealerweise lässt sich der Besucher so – beispielsweise für einen Rabatt von fünfzehn Prozent – auf der Seite halten und doch zum Kauf bewegen.

4. Aktionen auch auf der Produktdetailseite bewerben

Häufig werden aktuelle Promotions wie Sale- und Rabatt-Aktionen nur auf der Startseite des Webshops beworben. Das ist jedoch ein fataler Fehler: Kunden, die über PLAs direkt auf eine Produktdetailseite gelangt sind, bekommen somit keinerlei Informationen zu aktuellen Preisnachlässen oder anderen Marketing-Aktionen. Die Lösung bieten hier zielgerichtete Botschaften an den zögernden Interessenten: Über sie lassen sich Promotions, wie beispielsweise der temporäre Wegfall von Versandkosten, problemlos auch auf Landing Pages platzieren. So lässt sich das Abspringen eines PLA-Nutzers, der zwar kein Interesse an dem beworbenen Produkt, dafür aber an der eingeblendeten Promotion hat, erfolgreich verhindern.

 

Über Felix Schirl

trbo.com/

Nach seinem Studium an der Technischen Hochschule Nürnberg startete Felix Schirl seine berufliche Karriere im Jahre 2000 als Development Manager bei Pangora (Lycos Europe). Im Anschluss war der Informatiker beim Internet-Auktionshaus Swoopoo für die Leitung und Weiterentwicklung des Bereichs Frontend und Core Applikation zuständig. Zuletzt sammelte er sechs Jahre Management-Erfahrungen bei intelliAd Media und verantwortete dort als CIO den Bereich Tracking sowie die Entwicklung neuer Kernprodukte. Seit April 2015 ist Felix Schirl Geschäftsführer der trbo GmbH.

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