Mobile Marketing

Auf die Plätze, fertig, los! Mit App Store Marketing an die Spitze der Charts

Wie erobert meine App die Top Ranking Plätze im App Store? Florian Lutz von Trademob erklärt, was Marketer beachten müssen.

Die App-Branche boomt. Allein 2012 haben Smartphone- und Tabletnutzer über 85 Milliarden Apps heruntergeladen. Die Branche hat weltweit einen Jahresumsatz von unglaublichen 29,5 Milliarden Dollar erzielt, und es ist kein Ende des Aufwärtstrends in Sicht. Wenn der Markt sich so weiterentwickelt, prophezeien Experten bis zum Jahr 2016 einen Anstieg auf 143 Milliarden Dollar. Es gibt vermutlich kaum eine andere Branche, die in so kurzer Zeit so stark gewachsen ist wie die Mobile-Branche.

Trotz aller Euphorie sollte es jedem App Marketer bewusst sein, dass mit der steigenden Masse an Apps die Chance auf Sichtbarkeit bei den Nutzern kontinuierlich sinkt. Wer mit seiner App erfolgreich sein will, muss sie der Zielgruppe auf dem Silbertablett präsentieren. Doch auf welchen Wegen kann man die Nutzer auf die App aufmerksam machen? Eine Möglichkeit ist das Schalten von Anzeigen auf mobilen Webseiten oder in anderen Apps. Ein weiterer Weg führt in den App Store selbst, denn vor allem dort suchen Nutzer nach neuen Anwendungen. Auch hier gibt es zwei Kanäle, auf die ein App Marketer Einfluss nehmen kann: Die Ranking-Charts und die Suchfunktion. So genannte Boost-Kampagnen können die Ranking-Position einer App entscheidend verbessern und damit für erhöhte Auffindbarkeit sorgen. Das Optimierungspotenzial bei der Suche hält sich hingegen in Grenzen, doch wirkt sich zum Beispiel die richtige Auswahl an Schlüsselwörtern bei der App Store Optimierung (ASO) durchaus positiv auf die Suchergebnisse aus.

Wer also seine App erfolgreich vermarkten möchte, braucht das richtige Rüstzeug, um aus der Masse der Apps herauszustechen.

iOS oder Android – auf welches Pferd setzen?

Jedes Unternehmen, das eine App auf den Markt bringen will, steht anfangs vor derselben Frage: Android, iOS oder gar beides? Eine Generalantwort auf die Frage gibt es leider nicht. Jede App unterscheidet sich nach Inhalt, Zielgruppe und Anspruch. Wenn einmal definiert ist, welche Ziele mit der App verfolgt werden, erleichtern vielleicht folgende Fakten die Entscheidung.

Derzeit gibt es zwar mehr Android-Smartphones (64,1 Prozent Marktanteil) als iPhones (18,8 Prozent Marktanteil) auf dem Markt, jedoch geben iOS-Nutzer mehr Geld für Apps und In-App-Käufe aus als Android-Nutzer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Unter den iOS-Nutzern nimmt man an, dass der Anteil der Vielverdiener höher ist, während der Großteil der Android-Nutzer zu den Gering- bis Mittelverdienern zählen soll. Ein weiterer Aspekt: Im Gegensatz zu den Android-Nutzern werden bei Apple die Kreditkartendaten direkt bei Accounterstellung abgefragt. Android-Nutzer müssen diese erst eingeben, wenn sie eine kostenpflichtige App kaufen wollen. Daher gilt bei iTunes häufig folgendes: Ein Klick, eine Passwortangabe und der Kauf ist erledigt. Auch aus Entwicklersicht hat die App-Entwicklung für iOS Vorteile. Aufgrund der Vielzahl von verschiedenen Endgeräten und Plattformen ist die Entwicklung von Android-Apps komplexer und kostet demnach auch mehr Zeit.

Legales App-Doping: So gallopiert die App in die Charts

Was nützt einem die beste App, wenn keiner weiß, dass es sie gibt? Bei der Masse an Applikationen in den App Stores wird es immer schwieriger, eine App bei ihrer Zielgruppe sichtbar zu machen. Machen wir uns nichts vor: Der Nutzer ist in den allermeisten Fällen nicht gewillt bis zu Platz 100 der Ranking-Charts durchzuscrollen. Die Apps, die auf niedrigen Plätzen verweilen, sind schlicht und einfach unsichtbar. Dies ist aber kein Grund zum Verzweifeln. Je nach App Store kann der Platzierung ein wenig nachgeholfen werden.

Generell ist es wesentlich schwieriger, eine Android-App auf die oberen Chartplätze im Google Play Store zu pushen als eine iOS-App in den App Store von Apple. Der Google Play Store verfügt nur über ein einziges internationales Ranking. Bei Apple sind die Rankings länderspezifisch. Um ein hohes Ranking im Play Store zu erzielen, berücksichtigt der Google-Algorithmus nicht nur Downloads, sondern auch Parameter wie die Uninstall-Rate, die Nutzeraktivität, die Nutzerbewertungen und wie neu die App ist. App-Ranking-Kampagnen bei Apple gestalten sich ein wenig leichter, denn Apples Währung heißt Downloads. Hier entscheidet hauptsächlich das Download-Volumen in drei aufeinander folgenden Tagen, insbesondere der letzten 24 Stunden, wie hoch eine App gerankt wird.

Für das App Marketing sind das gute Nachrichten: Während Nutzer in den Charts unter iOS 6 nur die ersten vier Apps auf einen Blick sehen und zudem noch seitlich scrollen müssen, wird sich der App Store unter iOS 7 optisch dem Google Play Store annähern. Um neue Apps zu erkunden, scrollt man dann wieder vertikal durch die Liste der Apps. Das bedeutet, dass nicht nur die Apps auf den Plätzen 1 bis 4 direkt ins Blickfeld der Nutzer gelangen, sondern dass die Chance auf Sichtbarkeit für die Plätzen 10 bis 15 um ein Vielfaches höher ist.

Unabhängig von den Neuerungen durch iOS7 gilt bei der Vermarktung von Apps eine goldene Regel: Wer eine App-Boost-Kampagne plant, sollte sich einen Partner mit sehr gutem Tracking-System suchen, um die Zielgruppe und den gewinnmaximierenden Ranking-Platz im App Store zu finden. Denn Obacht: Nicht jeder Download ist auch ein wertvoller Download. Das liegt vor allem an der Wahl der passenden Traffic-Partner.

ASO-Techniken sind Pflicht und ohne Pflicht keine Kür

Ähnlich wie bei SEO spielt der richtige Einsatz von Schlüsselwörtern bei der App Store Optimization, kurz ASO, eine entscheidende Rolle. Das gilt für beide Stores. Mit dem Launch von iOS 6 gab es hier einige Änderungen. Und auch für den Google Play Store gilt es, ein paar Tipps und Tricks zu beachten, um die ASO ordentlich aufzusetzen.

  • iOS: Die Schlagworte der Keyword-Liste, die jeder Entwickler bei Apple angibt, können seit dem Launch von iOS 6 ab sofort im Singular geschrieben werden. Das spart Zeichen. Zudem werden die Eigenschaften wie „Free“ oder die Kategorie, in der eine App gelistet ist, automatisch als Keyword angelegt. Keywords im Namen von In-App-Purchases sind ab sofort unerwünscht und unterstützen nicht länger die Auffindbarkeit der App. Unter iOS 7 wird die App-Suche ortsabhängig, wodurch sich vollkommen neue Möglichkeiten für das zielgerichtete Targeting nach Geodaten ergeben.
  • Google Play Store: An dem Namen der App sollten die wichtigsten Keywords angehangen werden. Das kann helfen, das Wort höher zu ranken, zumal der Nutzer so auch einfacher entscheiden kann, ob diese App genau das ist, was er gerade sucht. Mit einer optimalen Beschreibung der App wird die ASO auch positiv beeinflusst. Hier gilt folgender Grundsatz: Wiederhole die Haupt-Keywords circa fünf Mal. Der Text sollte aber immer noch gut lesbar sein. Ständige Wiederholungen, nur um der ASO willen, straft der Google-Algorithmus als Keyword-Spam ab.

Ist also einmal die Grundsatzentscheidung für Apple oder Android gefallen, kommt es dann darauf an, sich die Gesetzmäßigkeiten und Anforderungen beider Stores en detail anzuschauen. Noch mehr Tipps gibt es im Whitepaper „How to get found and be famous in the App Store“.

Über Florian Lutz

Florian Lutz gehört mit Ravi Kamran zum Gründerteam von Trademob. Mit mehr als sieben Jahren Erfahrung im Mobile Business kennt er die Geschäftsmodelle der Branche und ist bei Trademob heute für das Business Development verantwortlich. Frühere Stationen seiner Karriere waren unter anderen Nokia, Bertelsmann und NAVTEQ Media Solutions.

Florian Lutz

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