Social Media Marketing

Amazons Influencer Plattform: Eine Hand wäscht die andere

Amazon bezieht mit seiner neuen Influencer Plattform Bekanntheiten aus Social Media mit ein, um auf seine Produkte aufmerksam zu machen.

Amazon Influencer Marketing, Screenshot YouTube, © Amazon

Amazon testet in den USA eine Influencer Plattform, die Social Media Größen Provisionen für verkaufte Produkte anbietet, welche diese angepriesen haben. Dabei ist diese Plattform gegenüber dem bestehenden Amazon Affiliates noch sehr exklusiv.

Das Amazon Influencer Programm geht über Affiliates hinaus

Mit dem Amazon Afilliate Programm kann quasi jedermann Geld verdienen, indem er per Link auf Amazon Produkte hinweist. Diese Links können einfach in einen Blog usw. eingebunden werden. Während eine Anmeldung für dieses Programm einfach möglich ist, ist das – bisher nur in den USA – getestete Influencer Programm tatsächlich Influencern mit vielen Followern vorbehalten. Außerdem sollten diese eine hohe Frequenz an Posts haben, deren Inhalte sich zur Vermarktung von Amazon Produkten eignen.

Die Influencer können an sich nur über eine Einladung in das Programm aufgenommen werden. Wenn aber eine Social Media Berühmtheit einen Beitritt anstrebt, kann man eine dreistufige Bewerbung für eine Einladung an Amazon senden. Hierbei muss:

  • eine Liste der URLs der Social Media Accounts bei Amazons öffentlichen Profilseiteneinstellungen angegeben werden
  • die eigene E-Mail Adresse bei den Einstellungen zum Account verifiziert werden
  • mit einem Klick auf einen Button das Interesse am Programm bestätigt werden

Jene, die eingeladen werden, haben die Möglichkeit, auf ihrem jeweiligen Social Media Kanal eine Vanity URL einzubauen, die auf Amazon Produkte verweist. Damit können die Influencer dann Zahlungen generieren, abhängig von Käufen, die sie über ihre Promotion der Produkte initiieren.

Welche Influencer für das Programm infrage kommen

Hinsichtlich der Auswahl der Eingeladenen gibt es keine klar gesetzten Größen in Bezug auf die Zahl der Follower. Wie Tech Crunch berichtet, nimmt Amazon auch Metriken wie die Qualität der Posts, ihre Relevanz für Amazon Produkte und das Engagement der Follower auf verschiedenen Kanälen unter die Lupe. Influencer sollen in unterschiedlichsten Bereichen Teil des Programms werden, um den Usern dann kuratierte Produktzusammenstellungen aufzuzeigen.

So macht es etwa What’s Up Moms. Produkte, die von den Tipps gebenden Moms vor allem auf YouTube empfohlen werden, finden sich speziell zusammengestellt auf Amazon wieder.

Von What’s Up Moms empfohlene Produkte bei Amazon, Screenshot Amazon

Dabei kann diese Seite beim Online Händler über besagten Link erreicht werden, der im Fall von What’s Up Moms im Feld unter dem Video zu finden ist.

Link zum Amazon Store What’s Up Moms, Screenshot YouTube (What’s Up Moms)

Zudem werden auch einzelne Produkte unter Videos mit Links aufgeführt. Etwa beim Video zum kinderfreundlichen Slime!

Links zu Amazon Produkten unter dem What’s Up Moms Video, Screenshot YouTube (What’s Up Moms)

Wie Amazon Social Media Größen instrumentalisiert

Nach Angaben von Amazon sind die Produkte, die vorgestellt werden, der Wahl der Influencer unterworfen. Dabei geht das Unternehmen einen Weg, bei dem immer mehr Influencer eingespannt werden. Denn diese haben auf die User eine einnehmende Wirkung. Einer Studie von Linqia zufolge planten 48 Prozent der Marketer das Budget für Influencer Marketing 2017 zu erhöhen. Besonders YouTube bietet eine effektive Plattform für Influencer. Denn laut Google selbst sind etwa 70 Prozent der Teenager YouTubern mehr verbunden als „traditionellen“ Berühmtheiten. Darüber hinaus würden der Studie nach 60 Prozent der YouTube Abonnenten ihrem favorisierten YouTuber eher eine Kaufempfehlung abnehmen als einem TV Star.

Kaufempfehlungen von YouTubern wird häufig eher Vertauen geschenkt, © Google

Amazon hat es verstanden, sich Influencer als Partner zu suchen. Denn auch Konkurrent Zalando, das in Europa im Segment Kleidung eine Art Vormachtstellung genießt, nutzt Berühmtheiten für das Empfehlen der eigenen Produkte. Indem beispielsweise bekannte Yoga Lehrerinnen bei YouTube Tutorials geben, während unter dem Video Links zu den gesehenen Produkten auftauchen. Doch Amazon hat auch im Mode Segment bereits berühmte Personen eingespannt. Das Model Barbara Palvin macht auch über YouTube Werbung für Mode bei Amazon.

Fazit

Letztlich ist die Influencer Plattform Amazons nur ein Test in den USA. Und das Unternehmen wird abwarten und analysieren, inwieweit das Projekt Verkäufe fördert. Die Voraussetzungen scheinen jedoch gut zu sein, da immer mehr User der Stimme von Bloggern und Co. Gehör schenken. Sollte sich das Programm als erfolgreich erweisen, wird Amazon sicherlich mehr Influencer einladen, daran Teil zu haben. Für sie wie für das Unternehmen ließe sich somit Profit machen. Jedoch stünde die noch herrschende Exklusivität des Programms auf dem Prüfstein. Möglicherweise wird das Programm dann auch noch in Europa ausgerollt.

Allerdings würde solch eine Dynamik womöglich auch den Schatten eines Zweifels auf die vermeintlich unvoreingenommene Vorauswahl von Produkten bei den Influencern werfen. Gerade dann können diese jedoch auch das von den Usern in sie gesetzte Vertrauen bestätigen.

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