Affiliate Marketing

Affiliate-Cookies: User verkürzt Links – Bitly kassiert unbemerkt die Provision

Der URL-Shortener Bitly arbeitet mit VigLink zusammen, ändert die Links der Nutzer heimlich in Affiliate-Links um und verdient daran.

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Der Linkverkürzer Bitly kooperiert seit einiger Zeit mit VigLink und verwandelt die URLs seiner Nutzer in Affiliate-Links, um im Falle eines Produktkaufs die Provision zu kassieren.

Unwissende User verteilen Affiliate-Links

Wie Johannes Haupt auf om8 berichtet, greift der beliebte Dienst Bitly seit kurzem auf eine fragwürdige Methode zurück, um sich selbst zu finanzieren. In Zusammenarbeit mit VigLink entstehen nach der Eingabe einer URL in den Verkürzer Links, die zwar weniger Zeichen aufweisen, dafür aber bei einem Klick des Users einen Cookie droppen, der beim späteren Kauf eines Produkts dafür sorgt, dass Bitly und der neue Partner daran verdienen. Dies ist das Prinzip des Affiliate Marketing und gang und gäbe mit Links zu großen Portalen wie Amazon oder eBay, wirkt jedoch an dieser Stelle völlig deplatziert.

VigLink ist ein Unternehmen, das bei der Monetarisierung von Webseiten behilflich sein soll. Dazu scannt ein Bot eine Website und setzt auf profitable Keywords einen Affiliate-Link. Die Kooperation mit Bitly führt dazu, dass Nutzer unwissentlich Affiliate-Cookies in sozialen Netzwerken verteilen und andere dazu verleiten, VigLink und den URL-Shortener mit Provisionen zu füttern. Monatlich werden mit Bitly nach eigenen Angaben rund 600 Millionen Links umgewandelt, die zu 8 Milliarden Klicks führen. Wie viele davon betroffen sind, ist unklar.

Angesichts harter Konkurrenz muss scheinbar nun die eigene Monetarisierung vorangetrieben werden. Bei Bitly wird dies ohne große Ankündigung als “Affiliate Test” deklariert – ein Vorgehen, das offenbar seit Februar oder März Praxis ist, wie Jennifer Slegg in einem Beitrag auf TheSEMPost anmerkt.

Finanzieller Schaden für Seitenbetreiber?

Haupt machte den Test mit einem Link zu Expedia.de und konnte nachweisen, dass der Nutzer beim Klick auf den verkürzten Link über einen Trackingserver zum Buchungsportal geleitet wird. Dabei wird ein Cookie von Tradedoubler gedroppt, der augenscheinlich von VigLink ausgeht.

Johannes Haupt sieht diese Strategie äußerst kritisch, da eventuell bestehende Cookies überschrieben werden könnten:

…Webmaster, die selbst Teilnehmer von Partnerprogrammen sind, können über die Einbindung von Bitly-URLs sogar direkten finanziellen Schaden nehmen. Ihre Cookies werden durch die Cookies von Viglink ersetzt, am Ende verdienen nur der Dienstleister und Bitly an einem über die eigenen Kanäle vermittelten Verkauf.

Insbesondere Webseitenbetreiber sollten also prüfen, ob sie Bitly als URL-Verkürzungsdienst weiterhin nutzen möchten, wenn sie im Affiliate Marketing aktiv sind. Für sonstige Nutzer ist der Fall weitestgehend unproblematisch, doch die mangelnde Transparenz der Maßnahme mehr als fragwürdig.

Wie beurteilt ihr das Vorgehen von Bitly und VigLink? Verwundert euch die Nachricht oder ist diese Methode in euren Augen nichts Neues?

Quelle: om8

8 Gedanken zu „Affiliate-Cookies: User verkürzt Links – Bitly kassiert unbemerkt die Provision

  1. FP

    vielen Dank für die Beitrag ich vermute auch das bei mir dadurch ein Verlust entstanden ist. Welchen Shortenern kann man denn nun vertrauen`?

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  2. Christian Kalvelage

    Es werden nicht nur neue Bit.ly Links sondern auch schon ältere Bitly Links verändert!

    Auf meiner Seite habe ich im Novemer 2014 diverse Amazon-Links durch Bitly-Links abgekürzt. Bis Mitte März 2015 lagen dann die gebuchten Verkäufe bei ca. 40-60 Buchungen pro Monat – in den letzten 60 Tagen lagen die Verkäufe dann bei 2 Buchungen insgesamt. Wer ältere Links hat, der sollte auf jeden Fall auch die älteren Bit.ly-Links austauschen! Mein Schaden liegt im dreistelligen Bereich!

    Shorten werde ich nur noch bei Shortern von renommierten Firmen wie Google (goo.gl) – wenn überhaupt!

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  3. Dieter Schäfer

    Das wäre doch schlicht und einfach Betrug. Wenn ich bedenke, wie viele Affiliate-Links ich mit bit.ly kloake. Welchen Dienst kann man zum kloaken eigentlich noch unbedenklich nutzen? Da werde ich mich mal schlau machen.

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    1. Atilla WohllebeAtilla Wohllebe

      Hallo Dieter,
      eine Variante kann sein, dir einen eigenen URL-Shorter zu bauen – Anleitungen dazu sind bei Google leicht zu finden.
      Ob du deinen eigenen Shorter dann nur selbst nutzt oder auch öffentlich zur Verfügung stellst, möglicherweise sogar mit ähnlichen Methoden, ist dir damit dann natürlich ebenfalls selbst überlassen. ;)

      Viele Grüße

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    2. Tina BauerTina Bauer

      Hallo Dieter,

      DuckDuckGo bietet einen URL-Shortener an. Dafür muss in die Suchzeile nur “shorten http:/www.deinewebseite.de” eingegeben und auf OK geklickt werden. Inwieweit der Shortener im Hinblick auf Transparenz uneingeschränkt zu empfehlen ist, kann ich allerdings nicht sagen. DDG schreibt sich aber zumindest den Datenschutz sehr groß auf die Fahnen, hier ein Artikel: http://onlinemarketing.de/news/einmal-ente-orange-bitte-duckduckgo-trackt-nicht-und-bietet-viel

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  4. Rico Patzer

    Verwunderlich finde ich es nicht wirklich, so klammheimliche Änderungen die den Profit steigern sind ja mittlerweile scheinbar Gang und Gäbe…. aber befürworten kann ich das auf keinen Fall! Gerade als Dienst der so viel genutzt wird, sollte man etwas mehr Transparenz an den Tag legen.

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