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“Adblocker-Nutzern den Content vorzuenthalten ist die einzig logische Konsequenz” – Was die Experten sagen – Teil 1

Wir haben verschiedenste Experten aus der Online Marketing Welt befragt, was sie von AdBlockern und der aktuellen Anti-Kampagne halten.

Was sagen eigentlich die Experten zur aktuellen Anti-AdBlock Kampagne der Verlage? Wie sind AdBlocker im Allgemeinen einzuschätzen und zu bewerten? Wir haben ausgewählte Experten aus der Online Marketing nach ihrer persönlichen Meinung befragt.

Jeder Experte erhielt die Frage:

Wie ist deine grundsätzliche Meinung AdBlockern gegenüber? Was hältst du von der aktuellen “Anti-AdBlocker-Kampagne” der Verlage wie Spiegel Online etc.?


andreas_denglerAndreas Dengler, Geschäftsführer bei D.C. Media Networks GmbH:

Es stimmt traurig zu sehen, mit welcher Ideenlosigkeit das Thema angegangen wurde. Ich bin davon überzeugt, dass die Kampagne nicht in dem Ausmaß nach hinten los gegangen wäre, wenn das Thema kreativer kommuniziert worden wäre und man sich vorab über die Wirkung Gedanken gemacht hätte. Lediglich die Verlinkung und namentliche Nennung der AdBlocker-Anbieter im Artikel hat noch gefehlt. Nichtsdestotrotz verschleiert die Diskussion das generelle Kernproblem. Nahezu alle Verlage haben es bisher nicht geschafft Monetarisierungsstrategien für ihre Reichweiten abseits der klassischen Werbeplatzvermarktung zu entwickeln. Der schwarze Peter wird an die User weitergeschoben anstatt mit innovativen Ideen bestehende Geschäftsmodell zu revolutionieren. Nicht revolutionär und skalierbar ist meiner Ansicht nach der Ansatz die Nutzer mit immer noch mehr Werbung und weniger Content zu verärgern. Aus unserer Perspektive würde weniger Werbung auf den Verlagsseiten die Effizienz von Kampagnen deutlich steigern, Werbetreibende wären für mehr Aufmerksamkeit bereit einen höheren Preis zu bezahlen und würden dennoch bessere Kampagnenergebnisse und Media-ROIs erzielen.


Thomas_PromnyThomas Promny, Company Builder und Internetallrounder:

Ich denke, was die Verlage probiert haben ist ein sinnvoller Schritt in die richtige Richtung und auch nicht so sehr gescheitert wie viele geschrieben haben.
Am Ende führt kein Weg daran vorbei, dass Leser kostenloser Publikationen Werbung in Kauf nehmen müssen.
Adblocker-Nutzern im Gegenzug den kostenlosen Content vorzuenthalten ist die einzig logische Konsequenz.


Siamac Alexander Rahnavard

Siamac Alexander Rahnavard, Managing Director bei GDM Digital:

Unabhängig davon, dass ich für ein Unternehmen tätig bin, dessen Schwerpunkt die Auslieferung von Displaywerbemitteln ist, muss ich sagen,
dass ich das allgemeine Verhalten vieler User nicht wirklich nachvollziehen kann.

Eine große Anzahl an Usern nimmt sehr gerne das vielfältige Angebot im Social- oder Newsumfeld war, macht sich aber keinerlei Gedanken darüber, dass die Betreiber dieser Angebote diese nicht ausschließlich aus uneigennützigen Gründen zur Verfügung stellen, bzw. stellen können.
Grundsätzlich ist ein AdBlocker nicht verkehrt, allerdings erweckt der Personenkreis, welcher hinter diesen Applikationen steht den Eindruck, als wenn für sie alles nur ein großer Jux ist. Die Reaktion auf die Kampagne der Verlage, also Äußerungen wie „selbstmitleidiges Rumgeweine“ sind dafür nur ein Beispiel.
Es hängen Existenzen davon ab, die Angebote rentabel zu halten und von Personen, welche über die Kompetenzen verfügen, entsprechende Applikationen zu entwickeln, sollte man erwarten, dass sie so viel Weitsicht haben, dieses nachzuvollziehen.


ralf_scharnhorstRalf Scharnhorst, Online Marketing Berater und Geschäftsführer von Scharnhorst Media:

Ad Blocker gab es schon immer und in Wellen kommen sie wieder hoch. Sie haben das Geschäftsmodell ‘werbefinanzierte Inhalte’ aber nie nachhaltig bedroht.
Einerseits müssen die User verstehen, dass es die Inhalte nur gibt, weil es Werbung gibt. Sie wollen ja nicht für Content bezahlen.
Andererseits ist jede Aktion gegen Werbeblocker auch kontraproduktiv, weil sie ihnen neue Nutzer generiert


Till Faida, Macher von AdBlock Plus, nimmt exklusiv Stellung.


Hier geht es zum zweiten Teil: “Es gibt kein Recht auf gratis. AdBlock User zukünftig aussperren.” – Was die Experten sagen – Teil 2″

Wir berichteten bereits ausführlich über die Aktion der Verlage “Im Kollektiv gegen den AdBlocker – Verlage mucken auf” und über die Folgen “Anti-AdBlocker Kampagne der Verlage geht nach hinten los”.

Über Marc Stahlmann

Marc Stahlmann

Marc Stahlmann ist Geschäftsführer von OnlineMarketing.de, dem größten Digitalportal zum Thema Online Marketing. Als studierter Betriebswirt, Startup-Fan und Online Marketer ist er vertraut mit dem aktuellen Marktgeschehen. Zudem ist er Mitgründer und Organisator vom Online-Karrieretag, der größten Karriereveranstaltung für die Digitalbranche.

6 Gedanken zu „“Adblocker-Nutzern den Content vorzuenthalten ist die einzig logische Konsequenz” – Was die Experten sagen – Teil 1

  1. Abraham

    Asking questions are genuinely pleasant thing if you are not understanding something completely,
    however this piece of writing presents fastidious understanding even.

    Antworten
  2. Stefanie

    Eine derartige Kampagne gegen AdBlocker kann nur kontraproduktiv sein. Je mehr darüber gesprochen wird, desto mehr Menschen erfahren auch von deren Existenz. Manchmal ist Schweigen einfach die bessere Alternative.

    Antworten
  3. Lucy Dorsey

    Wenn man dem weiteren Tweet glauben darf, hat der AdBlocker durchschnittlich ca. 100 000 neue Installationen täglich. Momentan also sogar noch um 127% gestiegen. Erstaunlich ist auch, dass die Spenden übermäßig gestiegen sind.

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  4. Arbol01

    @Thomas Promny:

    Das ist sehr kurzsichtig, Herr Promny. Wer so handelt, handelt wie ein bockiges Kind. Weil die nicht nach meinen Spielregeln spielen wollen, spiele ich mit denen gar nicht! Ich habe, als Benutzer von ghostery und noscript, kein Problem damit, wenn mir der Spiegel den Zugriff versperrt.
    Die Medien (und die Werbung) nehmen sich zu wichtig. Sie sind nur ein kleiner Teil des WWW. Firmen benutzen das Internet, um Daten auszutauschen; Webhändler wie A….n verkaufen auch weiter ihre Waren; über Wikipedia, Citizendium, OEIS und Konsorten kann ich Informationen bekommen, die mich interessieren und die mir nützen; meine Erotika bekomme ich weiterhin aus dem Netz (natürlich gegen Bezahlung). Wenn alle Online-Zeitungen (inklusive Golem (Sch….-Laden) und Heise) aus dem Netz verschwinden würden, hätte ich keinen Verlust. Höchstens einen Zeitgewinn!

    Nebenbei gesagt taugen die Nachrichten auch nichts. Wenn sie wegfallen, um so besser.

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  5. Till Faida

    Herr Rahnavard, ganz offensichtlich wissen Sie nicht, wer hinter den AdBlockern steht und welche Ziele verfolgt werden. Sollten Sie dann wirklich über die Motive spekulieren? Auf jeden Fall sollten Sie nicht irgendwelche falschen Zitate verbreiten.

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