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Im Kollektiv gegen den AdBlocker – Verlage mucken auf

“AdBlocker bedeuten, dass wir kein Geld bekommen.” Über eine große, gemeinsame Aktion verschiedener Online-Portale gegen AdBlocker.

Große deutsche Online-Portale verschiedener Verlage, wie z.Bsp. Spiegel Online, Zeit Online, FAZ, schalteten heute morgen ab 10 Uhr eine groß angelegte, gemeinsame Aktion gegen den AdBlocker. Mit nicht zu übersehenden, textlichen Tafeln werden User eines AdBlockers darum gebeten, diesen abzuschalten.

Überall Werbung, Werbung, Werbung

Werbung im Internet ist allgegenwärtig, nervig und stört. Diese Meinung vertreten viele User eines AdBlockers. Wenn man sich anschaut, wie stark manche Seiten von Ads zugepflastert sind und der eigentliche Content nur noch einen Bruchteil der Seite ausmacht. Dann ist es durchaus verständlich, dass Gebrauch gemacht und die Werbung einfach geblockt wird. Es wird einem ja auch leicht gemacht.

Auf der anderen Seite stehen die Online Medien, die häufig ausschließlich durch Werbung finanziert sind. Wenn diese keine Werbung ausliefern können, verdienen sie logischerweise auch kein Geld.

Klar, dass AdBlocker schon lange ein Dorn im Auge der werbefinanzierten Publisher sind

Die große Aktion der Verlage gegen den AdBlocker läuft und der Motto:

Adblocker bedeuten für uns, dass wir für unsere Arbeit kein Geld bekommen. Wir bitten Sie deshalb, auf Adblocker zu verzichten.

Bei der Aktion machten folgende Seiten mit: Spiegel Online, Sueddeutsche.de, FAZ.net, Zeit Online, Golem.de & RP Online), hier ein paar Beispiele der Meldung:

Spiegel Online

Spiegel Online

FAZ Online

FAZ Online

golem.de

golem.de

Spiegel Online und die FAZ Online bitten den AdBlock-User um eine Ausnahmeregelung. Golem.de möchte, dass der User den AdBlocker am liebsten komplett deaktiviert.

Wie groß der Erfolg dieser gemeinsamen Aktion sein wird bleibt abzuwarten, jedoch haben sich bereits die Macher von AdBlock Plus zu Wort gemeldet. Sie sagen ganz klar:

“Wir sind Teil der Lösung, nicht das Problem”

Die hohen Downloadzahlen von Adblockern, in Deutschland anscheinend fast 10 Millionen aktive Nutzer, sprechen Bände. Das Bedürfnis auf Nutzerseite nach werbefreien Seiten scheint riesig zu sein. Es geht nur nach den Bedürfnissen der Nutzer. Die Verantwortlichen von Adblock Plus machen die Verlage und Online-Portale dafür verantwortlich, sie hätten das Internet nicht verstanden und versuchen einfach das Konzept der TV-Werbung, maximale Reichweite, zu kopieren. Zu hohe Aufdringlichkeit wird als Hauptargument genannt. Gleichzeitig ist sich AdBlock Plus allerdings bewusst, dass “Qualitätsjournalismus durch Werbung finanziert wird.”

Auch viele User äußern sich, wie z.Bsp. garalor bei Spiegel Online:

wenn die werbung die Spiegel Online schaltet, nicht so mega aufdringlich wäre. würde ich ja darüber nachdenke. aber fast 40% des Bildschirms sind mit werbekram bedeckt. das ist einfach zu viel des guten! dazu bunt, flackernt, flimmernt, störend.

Ausgang offen

Es ist und bleibt eine spannende Diskussion. Wären die User bereit zu zahlen, dass sie keine Werbung mehr ertragen müssten? Müssen die Werbeformen innovativer werden? Muss das Werbeniveau heruntergefahren werden und somit ruhiger? Ist Flash schuld, dass so manchen PC und Browser ausreizt? Auf der einen Seite eine nachvollziehbare Aktion der Verlage, auf der anderen Seite wirken diese riesigen Anzeigen auch etwas ungalant.

Wie denkt ihr? Wer nutzt einen AdBlocker? Hat jemand nach diesen Hinweisen seinen AdBlocker ausgeschaltet?

Update 15.05.2013: Anti-AdBlocker Kampagne der Verlage geht nach hinten los

Über Marc Stahlmann

Marc Stahlmann

Marc Stahlmann ist Geschäftsführer von OnlineMarketing.de, dem größten Digitalportal zum Thema Online Marketing. Als studierter Betriebswirt, Startup-Fan und Online Marketer ist er vertraut mit dem aktuellen Marktgeschehen. Zudem ist er Mitgründer und Organisator vom Online-Karrieretag, der größten Karriereveranstaltung für die Digitalbranche.

2 Gedanken zu „Im Kollektiv gegen den AdBlocker – Verlage mucken auf

  1. Franz

    @Alex Superschweizer, es wird langsam Zeit , dass Betreiber von Onlineangeboten sich mit der Art Werbung auseinandersetzen , die sie schalten .Man muß nicht jeden Mist nehmen und weiterverbreiten .Ansonsten muß man halt auch das damit erworbene negative Image in Kauf nehmen und auch mit den Folgen leben .

    Dem Gejammer über den Verdienstausfall durch Werbeverweigerung steht das ( bisher ignorierte ) Gejammer der unfreiwilligen Konsumenten gegenüber . Jetzt ist eins lauter geworden . Ja und , das ist doch wohl die gepriesene Marktwirtschaft , oder ?

    Bestraft wird doch hier der Anbieter solcher Werbeflächen für nicht zeitgemäße Werbung . Ihr kauft diesen Mist ein , nicht die angewiderten User . Sorgt doch mal für intelligente , nicht so aufdringliche Werbung .Kümmert Euch bitte auch gleich noch um die schon lange ausstehende Sicherheit Eurer Kunden , die durch Eure Werbung Schaden durch mitgelieferte Schadprogramme erleiden . Mein Virenprogramm blockiert nicht umsonst etliche Werbeseiten , also ist wohl doch Schadsoftware enthalten .Der Kunde ist doch König , oder ?

    Wenn Werbefirmen unfähig sind , liegt es auch an Euch – Ihr verdient damit Geld und unterstützt dadurch auch Ihre Unfähigkeit .
    Außerdem zahlt jeder User schon die ganze Zeit indirekt und ungefragt mit dem Abschöpfen und dem Handel seiner Daten – auch durch Euch . Bisher hat das bloß keinen interessiert , weil die User keine Möglichkeit der Gegenwehr hatten . Diebstahl bleibt es trotzdem .
    Jetzt endlich hat der User eine wirksame Stimme , sie wird aber immer noch versucht zu ignorieren , anstatt ihr mal in Ruhe zuzuhören .
    Und nein , nicht bloß die Macher von Adblocker sind Gewinner , auch Millionen von bisher ignorierten unfreiwilligen Werbemüllusern . Nicht die User müssen der Werbeindustrie den Marsch blasen , sondern diejenigen , die damit Geld verdienen . Das nennt man Verantwortung .

    Übrigens gibt es sehr viele kostenlose gute Inhalte im Netz , ohne aufdringliche Werbung . Da ist der reine Inhalt Werbung für den Betreiber . Kostenloses Ranking quasi . Das hatten die Verlage doch bisher auch , also ist das Gejammer wohl etwas übertrieben .

    Antworten
  2. siegmar gebele

    den (großen) verlagen geht’s schlecht, klar. weil ihre geschäftsmodelle nicht mit der neuen technik zusammenpassen. und eben weil sie groß sind, und somit weniger flexibel. für kleine verwerter und content-producer waren die zeiten nie besser, um via internet ein gutes einkommen zu erzielen.

    @Alexander Daniel Rudin

    “Folglich, wer einen AdBlocker benutzt, könnte gerade so gut in den Laden gehen und Zeitungen stehlen. Folglich ist das Diebstahl, aus moralisch Sicht gesehen. Ein AdBlocker hat die einzige Funktion, gratis an Inhalte zu kommen im Internet ohne das der Junige eine Entschädigung bekommt für seinen Inhalt”

    was für eine hahnebüchene argumentation! demnach mache ich mich ja auch moralisch schuldig, wenn ich zeitungen in der bücherei kostenlos lese.

    ein adblocker blockt erstmal nur werbung, sonst gar nix, wie sie einen satz weiter dann ja richtig bemerken.

    weiter äußern sie, das internet würde immer mehr zur lachnummer (wegen diesen vielen “gratis-verbrechern”). das internet ist dann eine lachnummer, wenn wir es nur noch zum shoppen und geld verdienen benutzen.

    es ist ein kulturgut, daß es zu schützen gilt. auch vor der überflutung mit ärgerlicher werbung.

    eine gesellschaft ist lachhaft, die es, trotz dieses hohen technischen fortschritts und des augenscheinlichen wohlstandes, nicht fertigbringt, allen menschen den freien zugang zu kultur und bildung zu verschaffen!

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