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Unternehmenskultur
Schlechte Arbeitsbedingungen und Rückkehr ins Büro: Angestellte von Apple und Amazon wehren sich
© Liam Edwards - Unsplash

Schlechte Arbeitsbedingungen und Rückkehr ins Büro: Angestellte von Apple und Amazon wehren sich

Michelle Winner | 08.06.21

Während es Mitarbeiter:innen bei Apple an Flexibilität und Transparenz fehlt, beklagen sich weibliche Angestellte bei Amazon über Schikane, Belästigung und fehlende Aufstiegschancen.

Bekannte Unternehmen machen sich gut im Lebenslauf, doch die Arbeit dort bedeutet nicht automatisch auch ein angenehmes Arbeitsklima. Und so haben derzeit sowohl Apple als auch Amazon mit dem Ärger ihrer Mitarbeiter:innen zu kämpfen: Diese wehren sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Diskriminierung und fehlende Flexibilität.

Apple-Angestellte fordern flexible Arbeitsmodelle

Vor kurzem berichteten wir darüber, dass Apples CEO Tim Cook ab September eine Rückkehr ins Büro plant – nach knapp einem Jahr im Home Office. Mitarbeiter:innen sollen montags, dienstags und mittwochs an ihren Arbeitsplatz zurückkehren und an den restlichen Tagen selbst entscheiden, ob sie lieber vor Ort oder im Home Office arbeiten möchten. Dieses hybride Arbeitsangebot ist ein großer Fortschritt für den Konzern, denn früher war Apple dafür bekannt, Remote Work abzulehnen. Dennoch ist Cooks Angebot vielen Mitarbeiter:innen nicht genug. Sie fordern mehr Flexibilität und beklagen außerdem die schlechte Kommunikation zwischen Angestellten und Führungsetage während der Coronazeit. In einem Brief der Mitarbeiter:innen an Tim Cook heißt es:

Over the last year we often felt not just unheard, but at times actively ignored. Messages like, ‘we know many of you are eager to reconnect in person with your colleagues back in the office,’ with no messaging acknowledging that there are directly contradictory feelings amongst us feels dismissive and invalidating… It feels like there is a disconnect between how the executive team thinks about remote / location-flexible work and the lived experiences of many of Apple’s employees.

Der Ursprung des Briefs liegt in einem Slack Channel, in dem knapp 2.800 Mitarbeiter:innen sind. 80 von diesen wahren aktiv am Verfassen beteiligt. Die Angestellten haben die Home-Office-Zeit anders wahrgenommen und die Vorteile von Remote Work kennengelernt. Flexibilität und bessere Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf wollen viele nicht mehr missen. Die 3-Tage-Büro-Regelung von Cook wird deshalb von vielen abgelehnt, da sie eine gewisse Restriktion mit sich bringt und nicht individuell auf die Bedürfnisse von Angestellten eingeht. Die Mitarbeiter:innen fordern in dem Brief deshalb:

  • Remote Work und ortsunabhängige Arbeit sollen autonom innerhalb der Teams besprochen und festgelegt werden
  • Eine Umfrage unter allen Mitarbeiter:innen zum Thema Remote Work, die transparent durchgeführt und ausgewertet wird
  • Eine Untersuchung darüber, welche Vorteile die verschiedenen Arbeitsmodelle für Angestellte mit Behinderungen haben
  • Eine Untersuchung darüber, inwieweit die Rückkehr ins Büro die Umwelt beeinflusst und wie Remote Work dem entgegenwirken kann

Bisher hat Apple noch nicht auf die Bedenken und Forderungen der Mitarbeiter:innen geantwortet. Den kompletten Brief kannst du bei The Verge lesen.

Schikane und Genderdiskriminierung bei Amazon

Amazon steht immer wieder bezüglich seiner Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter:innen in der Kritik. Ein interner Brief, der sich an die Personalabteilung des Konzerns richtet, zeigt nun, dass es in der Abteilung von Amazon Prime institutionelle Diskriminierung gegen Frauen geben soll. Neben Belästigung und Schikane müssen sich Mitarbeiterinnen, laut des Briefs, auch mit schlechteren Aufstiegschancen herumschlagen. Bei Beförderungen sollen sie oft vergessen und ihre Leistung anders gemessen werden als die des männlichen Kollegiums. Diese Behauptungen decken sich damit, dass Anfang 2021 fünf ehemalige Mitarbeiterinnen Diskriminierungsklagen gegen den Konzern eingereicht haben, die sowohl Diskriminierung aufgrund des Genders als auch der Hautfarbe umfassten. Amazon äußerte sich auf Anfrage von The Verge wie folgt zu den Vorwürfen:

Representation amongst women has increased on the team in recent years and improving the representation of women in senior leadership roles remains a top priority. In addition to inspecting how we hire, develop, and promote employees, the Prime leadership team has set aggressive goals to continue our organization’s progress such as doubling the number of women in leadership roles and focusing on the retention of women at the Senior Manager level and above in 2021.

Gegenüber Insider wehrt Amazon sich aktiv gegen die Vorwürfe. In einem Statement heißt es dort, dass im vergangenen Jahr 18 Mitarbeiterinnen befördert worden seien und es somit bei Frauen und Männern die gleiche Beförderungsquote gäbe. Aussagen von Mitarbeiter:innen und dem Konzern gehen oft weit auseinander und es ist nicht das erste Mal, dass Angestellte Diskriminierung und schlechte Arbeitsbedingungen beklagen. Welche Seite nun im Recht liegt, muss im Zweifelsfall ein Gericht klären. Dennoch ist es gut, dass Amazon sich anscheinend für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz einsetzt – den Worten müssen allerdings auch Taten folgen.

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