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Studie: Jeder vierte Berufstätige in Deutschland arbeitet aktuell nur im Home Office

Studie: Jeder vierte Berufstätige in Deutschland arbeitet aktuell nur im Home Office

Caroline Immer | 09.12.20

Eine Studie zum Thema Home Office zeigt auf, wie extrem die Heimarbeit in Deutschland aufgrund der Coronapandemie angestiegen ist. Außerdem gibt es spannende Erkenntnisse zu Vor- und Nachteilen der Arbeit im Home Office.

Ein großer Teil der Arbeitenden in Deutschland hat sich nach Monaten der Corona-bedingten Einschränkungen schon längst an die Arbeit im Home Office gewöhnt. Eine Studie des Digitalverbands Bitkom hat nun Berufstätige in Deutschland zu ihrer Nutzung des Home Office sowie empfundenen Vor- und Nachteilen der Heimarbeit befragt. Insgesamt wurden 1.503 Erwerbstätige in Deutschland im Oktober und November 2020 befragt.

Über 10 Millionen Menschen in Heimarbeit

Ganze 25 Prozent sind aktuell ausschließlich im Home Office tätig, was hochgerechnet 10,5 Millionen Menschen entspricht. Weitere 20 Prozent sind zumindest teilweise in Heimarbeit. Zusammen sind also fast die Hälfte aller Berufstätigen mehr oder weniger häufig bei der Arbeit zuhause. Das entspricht einem Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie. Denn damals waren nur drei Prozent immer und 15 Prozent teilweise in Heimarbeit. Die Befragung zeigt also eine deutliche Auswirkung der Coronakrise auf die Arbeitsweise der Menschen auf.

© bitkom (Mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht)

Nach Bitkom-Berechnungen ist es wahrscheinlich, dass auch nach Überwindung der Pandemie etwa ein Vierteil teilweise, und acht Prozent vollständig weiterhin im Home Office arbeiten werden. Glaubt man den Einschätzungen der Erwerbstätigen, ist diese Kalkulation durchaus realistisch: 34 Prozent sehen ihre aktuelle Tätigkeit als geeignet für die partielle Heimarbeit an, und 21 Prozent sogar für die komplette. Der Meinung, dass Home Office generell noch viel stärker genutzt werden sollte, sind sogar 74 Prozent.

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Großer Bedarf nach Home Office

Von den Menschen, die trotz der Eignung ihres Jobs nicht in Heimarbeit dürfen, wünschen sich diese Möglichkeit dennoch ausnahmslos alle: Keiner der Befragten gab an, gar nicht im Home Office arbeiten zu wollen. 40 Prozent würden den Arbeitsort am liebsten nach Bedarf auswählen können, und immerhin jeder Zehnte will nur noch zuhause arbeiten.

Auch eine Studie der Job-Seite Indeed zeigt auf, dass die Nachfrage und auch das Angebot von Home Office kontinuierlich steigt. Dass Arbeitgeber das Bedürfnis nach Home Office im Blick behalten sollten, weiß auch Bitkom-Präsident Achim Berg:

Arbeitgeber, die Homeoffice kategorisch ausschließen, werden für Mitarbeiter und Bewerber zunehmend unattraktiv. Auch nach der Pandemie wird es noch Präsenzarbeit geben, aber wann, wo und wie gearbeitet wird, wird deutlich flexibler gehandhabt werden als vor Corona.

Produktivität, weniger Stress und gut für’s Klima

Vorteile für die Arbeit zuhause gibt es viele. So nennen die Befragten etwa eine erhöhte Produktivität als Pluspunkt. 23 Prozent schätzt diese bei sich selbst als deutlich höher, 34 Prozent als etwas höher ein. Auch die Arbeitszufriedenheit ist bei der Hälfte deutlich höher (19 Prozent) oder etwas höher (24 Prozent). Außerdem empfinden ganze 80 Prozent bei der Heimarbeit weniger Stress als im Büro.

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Ein weiterer Pluspunkt ist die potenziell klimaentlastende Auswirkung, die die Verlegung der Arbeit ins eigene Heim bietet. So sind ganze 85 Prozent der Befragten der Meinung, Home Office könne den Verkehr reduzieren und dadurch das Klima schonen.

Fehlende Präsenzkultur und Internetprobleme als Nachteile

Kritikpunkte an der Heimarbeit gibt es selbstverständlich auch. So nennen 26 Prozent eine schlechte Internetverbindung als Nachteil. 22 Prozent würden wiederum die Präsenzkultur vermissen. Außerdem beklagt rund ein Viertel mangelnde Unterstützung vom Chef. Darüber hinaus finden sechs von zehn Befragten, dass der Staat Home Office steuerlich stärker fördern sollte.

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Trotz der überwiegenden Vorteile gibt es also auch noch einige Nachteile, die bedacht werden sollten. Laut Bitkom-Präsident Achim Berg bedarf es einer umfassenden Veränderung der Arbeitswelt, um Home Office zur langfristigen Option für viele zu machen:

Unabhängig von Zeit und Ort zu arbeiten, kann allen Seiten Vorteile bringen, aber das setzt einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Arbeitswelt voraus. Der Wandel der Arbeitswelt muss nun politisch pro-aktiv flankiert und mit Anreizsystemen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer unterstützt werden.

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